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Kindeswohl im Blick

Der Kinderschutzbund in Nossen hat Schülern während der Schulschließungen geholfen. Doch das war nur ein Teil der Arbeit in der Corona-Pandemie.

Silke Werthschitz kommt regelmäßig in das Kinderhaus in Nossen. Vor allem kümmert sie sich aber um die Jugendklubs in der Kommune.
Silke Werthschitz kommt regelmäßig in das Kinderhaus in Nossen. Vor allem kümmert sie sich aber um die Jugendklubs in der Kommune. © Claudia Hübschmann

Nossen. Kinder und Jugendliche unterstützen, Ansprechpartner bei Sorgen und Problemen sein, Raum für kreative Entfaltung geben – all das bietet der Deutsche Kinderschutzbund auch in Nossen mit seinem Ortsverband. Auch Silke Werthschitz von der mobilen Jugendarbeit kommt regelmäßig nach Nossen in das Kinder- und Jugendhaus DOMI in der Waldheimer Straße 40. Vor allem aber unterstützt sie die fünf noch vorhandenen Jugendklubs in der Kommune, die von den Jugendlichen selbst verwaltet werden. Für diese Einrichtungen ging es in den vergangenen Monaten während der Corona-Pandemie ums Überleben, „denn sie durften nicht öffnen und hatten somit keine Einnahmen. Die Betriebskosten mussten aber trotzdem abgedeckt werden“, sagt Silke Werthschitz.

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Der Garten verwöhnt im Spätsommer mit frischem Obst und Gemüse. Und langsam heißt es auch, sich auf den Herbst und die anstehenden Arbeiten vorzubereiten.

So hat sie den Jugendlichen geholfen, Fördermittel wurden beantragt. „Noch existieren zum Glück alle fünf Jugendklubs in Nossen.“ Nun geht es weiter darum, Hygienekonzepte zu erstellen und die Frage, wie diese auch umgesetzt werden können, damit wieder Leben in die Jugendklubs kommen kann. Froh ist Silke Werthschitz, dass sie für ihr großes Musik-Projekt und ihre Kreativangebote für Jugendliche die Räume im DOMI nutzen kann. Natürlich freut sie sich dann auch immer auf den Austausch mit der langjährigen Koordinatorin des Kinderhauses, Beate Leder. Letztere hofft auf die weitere Unterstützung der Jugendklubs durch die Stadt, „bisher bezahlt sie ein Drittel der Betriebskosten“.

Besser waren die Möglichkeiten im Kinderhaus. Nach dem ersten Lockdown, verbunden mit einer großen Belastung für die Familien, konnten die Türen wieder geöffnet werden. Mit vorherigen Anmeldungen lief die Arbeit weiter. „Zwar nicht so, wie in normalen Zeiten. Aber wir haben alles versucht, um Kindeswohlgefährdung zu vermeiden“, sagt Beate Leder.

Es wurden die Hausaufgaben auch während der Schulschließungen mit den Kindern im DOMI erledigt. „Sie waren glücklich, wenn sie hier in kürzerer Zeit die Aufgaben erledigen konnten, als zu Hause alleine zu sitzen. Danach haben wir teilweise auch noch ein Spiel gemacht. Das muss ja auch sein: anspannen und entspannen.“ Und, was auch wichtig war, „Eltern konnten mit uns reden. Unsere Angebote waren eine Erleichterung für die Familien.“ Beate Leder sei dem Kreisjugendamt sehr dankbar, dass die Arbeit unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen möglich war. „Dadurch stand bei uns auch nicht die Frage von Kurzarbeit“, sagt sie erfreut. So konnte jeder, der Hilfe gebraucht und angefragt hat, auch welche bekommen. Und sei es Unterstützung bei Ausdrucken von Aufgabenblättern. „Ein Schüler aus einem Dorf hatte zum Beispiel zu Hause kein Internet und konnte deshalb die Aufgaben über Lernsax nicht machen. Er kam dann hierher und konnte sie hier machen“, erzählt Beate Leder.

Die Vereinsarbeit geht weiter: Im September wird ein neuer Vorstand gewählt

Veranstaltungen in den Ferien, wie das Sommerfest, waren zwar auch dieses Jahr nicht möglich, aber eine Woche mit verschiedensten Aktivitäten konnte das Kinderhaus auf die Beine stellen, worüber Beate Leder sehr glücklich ist.

Jetzt, nachdem das Haus wegen Urlaub geschlossen war, steht es auch wieder offen für die Kinder und Jugendlichen. So ist heute auch Florian gekommen. „Fast jeden Tag, wenn ich Zeit habe, bin ich hier“, sagt der Zwölfjährige. Am liebsten spiele er mit der PS4, einer Spielkonsole, meint er mit einem Lachen. „Moderne Technik brauchen wir hier, das zieht die Kinder auch an“, sagt Beate Leder. Aber unbegrenzt am Computer sitzen, das dürfen die Kinder nicht. Nach einer halben Stunde sei Schluss. Doch das sei auch kein Problem, denn es gibt viele andere Angebote. Wie zum Beispiel Billard oder Tischtennis, beides mag Florian. Und er kommt auch gern in das Kinderhaus, „weil ich hier viel Hilfe erhalte.“ Hilfe beim Hausaufgaben erledigen.

20 bis 23, vor allem Kinder im Alter bis etwa 14 Jahren kommen jeden Tag in das Kinderhaus. „Es gab auch Zeiten, da haben sich hier Jugendliche getroffen“, sagt Beate Leder. Doch in der Corona-Pandemie war das schwierig, mit den Hygieneauflagen.

Eine Sorge weniger hat der Kinderschutzbund in Nossen nun auch. Es haben sich komplett neue Kandidaten für den Vereinsvorstand gefunden. Im September steht die Wahl an. Damit kann sich der fünfköpfige Vorstand, die Mitglieder sind zwischen 70 und 82 Jahre alt, zurückziehen. „Ich bin froh, dass wir den alten Vorstand nun gut verabschieden können“, sagt Beate Leder erfreut.

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