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Können Apfelsorten aussterben?

Ja, sagt Sven Näther, der Betreiber des Elbetierparkes Hebelei. Und tut etwas dagegen.

David Buschhaus füttert die Esel mit Äpfeln. Auch zum Bauernmarkt am Sonnabend bekommen Esel Äpfel. Diese gibts aber nur als Leckerei zum Feiertag.
David Buschhaus füttert die Esel mit Äpfeln. Auch zum Bauernmarkt am Sonnabend bekommen Esel Äpfel. Diese gibts aber nur als Leckerei zum Feiertag. © privat

Diera-Zehren. Der Elbetierpark Hebelei hat sich einen Ruf erworben, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu züchten und damit der Nachwelt zu erhalten. Doch nicht nur Tierarten können aussterben, auch Apfelsorten, sagt Tierparkchef Sven Näther. Dazu gehört beispielsweise der Sächsische Königsapfel. „Diese Sorte ist saftig und aromatisch und gehört zu den alten Sorten. Er wurde vor weit über 100 Jahren das erste Mal gezüchtet, vermutlich als Zufallssämling in Mittelsachsen im Muldegebiet. Insbesondere verbreitet ist er zwischen Chemnitz, Döbeln, Rochlitz und Borna“, so Näther.

Zum Bauernmarkt in der Hebelei, der am 3. Oktober von 10 bis 16 Uhr stattfindet, gibt es deshalb nicht nur Äpfel zu kaufen, sondern es werden auch Bäume gepflanzt, deren Sorten vom Aussterben bedroht sind. Neben dem „Sächsischen Königsapfel“ gehört dazu auch der „Danziger Kantapfel". Er wurde von Apfelkundlern, den sogenannten Pomologen, zum „Apfel des Jahres 2020“ gewählt.

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Der Danziger Kantapfel ist ein Herbstapfel und seit 1703 auf Rügen unter den verschiedensten Namen in Holland und Deutschland verbreitet. Er ist ein mittelgroßer Tafelapfel mit glänzend roter, seidiger Schale, die mit einer natürlichen Wachsschicht überzogen ist. Das Fruchtfleisch ist mit grünen und roten Adern durchzogen. Der Baum ist mittelstark wachsend, reich tragend, anspruchslos und sehr frosthart. 

„Diese alte, heimische Sorte bildet große, rosa gefärbte Blüten aus. Die Ernte erfolgt Ende September“, erklärt der Tierparkchef. Weltweit gibt es mehrere Tausend Apfelsorten, in Deutschland, Österreich, Südtirol oder der Schweiz allein existieren jeweils etwa 1.000 bis 1.600. „Allein in Europa gibt es fast 20.000 Apfelsorten, von denen aber nur wenige wirtschaftlich genutzt werden“, so Näther weiter.

Zum Bauernmarkt, der dieses Mal wegen des Feiertages ausnahmsweise auf einen Sonnabend gelegt wurde und unter dem Motto „Apfelmarkt“ läuft, gibt es auch verschiedene Streuobstäpfel und Säfte zu kaufen. Neben den genannten Sorten sind aber auch Meißner Honigpflaumen und die in Sachsen heimischen Petersbirnenbäume erhältlich.

Auch andere Händler aus der näheren und weiteren Umgebung bieten wie immer frische, regionale Produkte an. Um 11, 14 und 16 Uhr gibt es jeweils Tierparkführungen, bei denen auch Sächsische Königsapfelbäume und Danziger Kantäpfel gepflanzt werden und die Tiere mit Äpfeln, Birnen und Pflaumen gefüttert werden. 

Nach langer Zeit wegen der Coronapause gibt es auch wieder ein Kinderkarussell. Am Imbisspavillon „Zum Elbradler“ werden Quarkkeulchen und Kartoffelpuffer angeboten – natürlich mit Apfelmus. (SZ/jm)

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