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Kreis Meißen: Ukrainische Schüler schwänzen aus Angst vor Mobbing

Tritte, Schläge und Beleidigungen gehören für einige Kinder aus der Ukraine zum Schulalltag. Manche schwänzen aus Angst. Das hat nun finanzielle Folgen.

Von Ines Mallek-Klein
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Einige Schüler aus der Ukraine fühlen sich in ihren Klassen gemobbt, manche schwänzen deswegen sogar den Unterricht. Bei einem Redaktionsbesuch der SZ in Meißen wollten sie für das Thema sensibilisieren, möchten sich aber nicht im Bild zeigen.
Einige Schüler aus der Ukraine fühlen sich in ihren Klassen gemobbt, manche schwänzen deswegen sogar den Unterricht. Bei einem Redaktionsbesuch der SZ in Meißen wollten sie für das Thema sensibilisieren, möchten sich aber nicht im Bild zeigen. © Daniel Schäfer

Schönfeld/Meißen. Es ist ein sonniger Nachmittag, als Julia* mit ihrer Mutter in die Redaktion kommt. Sie hat ihre Hände tief in der weichen Felljacke vergaben und setzt sich schüchtern auf den Rand des Stuhles. Julia kommt aus der Ukraine lebt seit knapp einem Jahr im Landkreis Meißen, hat die Oberschule in Schönfeld bei Großenhain besucht und ist hier, um von ihren Erlebnissen zu erzählen. Eine Dolmetscherin hilft, denn in Schönfeld gab es keine DAZ-Klassen, in denen Deutsch als Zweitsprache gelehrt wurde. Julia kam in eine achte Klasse - wie Zuhause in der Ukraine. Es lief anfangs gut. Doch irgendwann gaben ihr die ersten Mitschüler klar zu verstehen, dass sie hier nicht erwünscht sei, dass sie zurück in die Ukraine gehen solle. Julia wollte sich erklären, auf Englisch. Doch das wollten oder konnten ihre Klassenkameraden nicht verstehen. Sie wurde immer schweigsamer, wurde immer häufiger krank und blieb Zuhause.

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