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Kreis Meißen wirbt für mehr Frauen in Führungspositionen

Nur jedes zehnte Rathaus wird von einer Frau geleitet. In Kommunalparlamenten ist nur jede fünfte Abgeordnete weiblich. Das soll sich ändern.

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Nicht nur im Orchester, wie hier an einer Musikschule, sollen Frauen künftig häufiger die erste Geige spielen.
Nicht nur im Orchester, wie hier an einer Musikschule, sollen Frauen künftig häufiger die erste Geige spielen. © SAE Sächsische Zeitung

Meißen. Die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Mittelsachsen beteiligen sich am bundesweiten „Aktionsprogramm Kommune – Frauen in die Politik!“. Ziel sei, so heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes, den Anteil von Frauen in der Politik nachhaltig zu erhöhen. Nachholbedarf gibt es in jedem Fall, denn mit nur durchschnittlich 28 Prozent sind Frauen in den kommunalen Vertretungen noch immer deutlich unterrepräsentiert. Bei den Landrätinnen liegt der bundesweite Anteil bei 9,5 Prozent und nur jedes zehnte Rathaus werde derzeit von einer Bürgermeisterin geführt. Immerhin, in den Kommunalparlamenten der drei sächsischen Landkreisen ist jede fünfte Abgeordnete weiblich. Bei den Kreisräten liegt der Frauenanteil bei knapp zwölf Prozent.

In den nächsten anderthalb Jahren werden in Zusammenarbeit mit dem Projektteam Förder- und Vernetzungsaktivitäten umgesetzt. Außerdem soll ein überparteiliches und überregionales Mentoring-Programm angeboten werden, außerdem sind Vernetzungstreffen geplant. Koordiniert wird das Programm von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Teresa Schubert. Sie wird mit Ansprechpartnern in Meißen und Freiberg entsprechende Programme erarbeiten.

Schwerpunkt: Ländliche Regionen

Das Aktionsprogramm möchte auch strukturelle Veränderungen anstoßen, die sich positiv auf die Teilhabe von Frauen, die Akzeptanz und die Attraktivität von Kommunalpolitik auswirken. So können beispielsweise Sitzungszeiten auf die Teilnahmemöglichkeiten für Eltern, Pflegende und Berufstätige hin geprüft und angepasst werden, Aufwandsentschädigungen neu verhandelt oder die Gesprächs- und Diskussionskultur für Frauen und jüngere Menschen ansprechender gestaltet werden.

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf ländlichen Regionen. Frauen sind dort in der Regel stärker unterrepräsentiert als in Großstädten, sodass die Hürden für das Engagement in der Kommunalpolitik noch höher sind. (SZ)

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich melden bei der Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Meißen Gabriele Fänder, [email protected]. Am 25. Mai startet um 18.30 Uhr im Meißner Landratsamt außerdem die Seminarreihe "Wir können das! Frauen in die Kommunalpolitik!". In wiederkehrenden Diskussionsabenden sollen Denkanstöße für Frauen gegeben werden, die sich mit dem Gedanken einer Kandidatur zur Kommunalwahl 2024 tragen.