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Pilzbefall unterhalb der Albrechtsburg

Ein Drittel der Bäume sind infiziert. Deshalb ließ das Schlösserland Sachsen diese fällen. Weitere Aktionen für das nächste Jahr sind schon geplant.

Zwar kein kompletter Kahlschlag – aber es ist eindeutig zu sehen, dass Bäume am Burgberg fehlen. Das war notwendig.
Zwar kein kompletter Kahlschlag – aber es ist eindeutig zu sehen, dass Bäume am Burgberg fehlen. Das war notwendig. © Claudia Hübschmann

Meißen. Wer vor dem Burgberg steht, erkennt nicht sofort, dass Bäume fehlen. Doch von den insgesamt etwa 350 mussten etwa 100 gefällt werden, so Uli Kretschmar. Er ist Pressesprecher für den Verband Schlösserland Sachsen, der sich um das Areal kümmert. Schuld ist ein Pilzbefall, der in ganz Deutschland Bäume befällt, und zwar Ahornbäume. Der Pilz ist dabei nicht nur für die Pflanzen gefährlich, sondern auch für Menschen.

Vor mehr als zehn Jahren waren schon erste Fälle der sogenannten Rußrindenkrankheit bekannt geworden. Doch erst in den vergangenen drei Jahren verschlimmerte sich die Situation so sehr, dass Schlösserland Sachsen etwas unternehmen musste. Der Verband hatte daraufhin die umfangreichen Baumfällungen unterhalb der Albrechtsburg veranlasst.

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Die Rußrindenkrankheit zersetzt dabei einen Ahornbaum von innen, sodass er nach und nach abstirbt. Die Rinde platzt auf, und darunter kommt eine schwarze Schicht zum Vorschein, die wie Ruß aussieht. Deshalb der Name der Krankheit. Trockenes, heißes Klima sowie wenig Wasser begünstigen eine Infektion mit dem Pilz. Gerade in den vergangenen drei Jahren mussten die Bäumen großen Dürrestress aushalten, sagt Uli Kretschmar. Das Absterben eines befallenen Baumes kann mehrere Jahre dauern.

Kein kompletter Kahlschlag

Doch die Rußrindenkrankheit ist nicht nur für Bäume gefährlich, sondern ebenso für den Menschen. Die Sporen können schwere allergische Reaktionen auslösen. Durch Entzündung der Lungenbläschen, gepaart mit Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost. Deswegen mussten Mitarbeiter auch Schutzanzüge und Atemmasken tragen, wie in einem Beitrag bei tvMeißen zu sehen ist.

Am Ende war es jedoch kein kompletter Kahlschlag. Man sehe kaum Lücken, so Uli Kretschmar. Zudem müsse der Weg zum Burgberg keinen Naturschutz-Richtlinien oder Ähnlichem entsprechen. Deshalb könne man die Bäume einfach herausschneiden, wenn das notwendig sei. Zum Beispiel dann, um die Besucher zu schützen. Aufgeforstet wird nicht, da genug Unterholz vorhanden ist, das nun wachsen kann.

Nächstes Jahr wird es wohl erneut eine Aktion im Herbst geben, um weitere kranke Bäume zu entfernen, so Uli Kretschmar. Laut seiner Aussage betreut der Schlösserverband etwa 20.000 Bäume, die alle in einem digitalen Kataster verzeichnet sind. Davon sind jetzt noch ungefähr 250 Bäume des Meißner Burgbergs.

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Der Aufgang zum Burgberg ist eine Liegenschaft des Schlösserlands Sachsen. Laut Pressesprecher ist es noch immer ein wichtiger Weg für Besucher, um auf den Burgberg zu kommen – trotz des Aufzugs nebenan und der Möglichkeit, mit dem Auto nach oben zu fahren.

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