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Weckruf für die Entscheider

Kommentar über die Zukunft des Meißner Kornhauses

Von Ines Mallek-Klein
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Bis 2008 wurde das Kornhaus auf dem Meißner Burgberg noch als Wohnhaus genutzt.
Bis 2008 wurde das Kornhaus auf dem Meißner Burgberg noch als Wohnhaus genutzt. © Claudia Hübschmann

Die Stadt hätte genauer hinschauen sollen, schon damals 2008, als das Kornhaus für eine halbe Million Euro an eine von Italienern gegründete Immobilienfirma ging, die ihren Sitz im österreichischen Innsbruck hat. Die galanten Investoren versprachen ein Luxushotel auf dem Berg, der als Wiege des Freistaates gilt. Das klang gut, hätte aber infrastrukturell zahlreiche Probleme gebracht. Am Ende, so erzählt man sich, war es die Finanzkrise, die das Projekt scheitern ließ. Vielleicht waren es aber auch die dubiosen Machenschaften der Käufer, gegen die die italienische Staatsanwaltschaft aktiv geworden ist.

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Aus den Augen aus dem Sinn war hier wohl das Motto in der Verwaltung. Einzig private Initiativen wurden nicht müde, auf das Haus und seine baugeschichtliche Bedeutung sowohl für die Stadt als auch für den Freistaat hinzuweisen. Ihre Bemühungen wurden von den Eigentümern jäh ausgebremst, für die das zuletzt als Wohngebäude genutzte Haus zum reinen Spekulationsobjekt geworden war. Der Stadt waren die Hände gebunden. Erst als Grundsteuerschulden aufliefen, konnte man eine Zwangsversteigerung anschieben. Deren Terminierung auf den 4. Juli 2022 sorgte ganz offenbar für einen Weckruf in den politischen Reihen. Linke und SPD sehen die Stadt in der Verantwortung, während die AfD vortäuscht, selbst Verantwortung übernehmen zu wollen. Der Bundesvorstand kündet den Kauf und die Umgestaltung zu einem Tagungs- und Schulungszentrum an. Man darf das durchaus als geschickten PR-Coup verstehen, der selbst in überregionalen Medien Schlagzeilen wie „Zoff um eines der ältesten Häuser Sachsens“ produziert. Die Entscheider aus kommunaler und Landesebene agieren nun mit hektischer Betriebsamkeit, wohl wissend, welches Signal von einem solchen Eigentümerwechsel in die Welt ginge. Insofern hat die neue Aufmerksamkeitswelle für das im 15. Jahrhundert errichtete Haus ihr Gutes. Es tut sich etwas und es bleibt zu hoffen, dass sich diesmal die richtigen Allianzen finden werden, um dem Gebäude eine Zukunft zu geben. Das 1.100-jährige Stadtjubiläum in sieben Jahren wäre ein schöner Anlass, das architektonische Kleinod in neuem Gewand zu präsentieren.

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