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Vom Fernsehgarten auf den Meißner Markt

Zum Auftakt des Meißner Kultursommers dreht sich alles um Graffiti und Breakdance: Mitten in der historischen Altstadt, begleitet von der Elbland Philharmonie.

Felix Roßberg (links), Heiko "Hahny" Hahnewald und Joanna Mintcheva eröffnen den Meißner Kultursommer mit Breakdance.
Felix Roßberg (links), Heiko "Hahny" Hahnewald und Joanna Mintcheva eröffnen den Meißner Kultursommer mit Breakdance. © Claudia Hübschmann

Meißen. Ob auf Pollern, Treppengeländern, Heuballen oder im Schnee: Breakdance-Urgestein Heiko „Hahny“ Hahnewald macht auf jedem Untergrund einen Kopfstand, ganz ohne Arme - dafür ist er bekannt. Heute auf dem Kopfsteinpflaster des Meißner Markts. "Autsch", fährt es einem schon bei der Vorstellung in die ungeübte Kopfhaut. Doch Hahnewald winkt ab. Einen Kopfschutz hat er zwar dabei, doch den brauche er eigentlich nur für richtig raue Untergründe, zum Beispiel bei einem Tanz mit Beduinen in Afrika. Mit seinem Kopfstand ist er um die Welt gekommen - vom Tadsch Mahal bis zur Freiheitsstatue. Am Sonnabend gibt es nach zweijähriger Coronapause wieder einen Auftritt in Meißen.

Es ist ein Auftakt im doppelten Sinne: Für die Stadt Meißen soll mit Breakdance- und Graffiti-Workshops der Meißner Kultursommer eröffnet werden, für Hahnewald ist es der erste Auftritt der 'Bring it Back Jam', einer Breakdance-Tour entlang der Elbe von Meißen, Torgau, Riesa, Radebeul, Dresden bis in die Sächsische Schweiz. "Als alter Breakdance-Hase freut es mich natürlich sehr, dass der Auftakt in meiner Stadt stattfindet", sagt der Meißner, der den Tag dafür nutzen möchte, ein paar Werbevideos für die Tour zu drehen. Deshalb beginnt der Sonnabend bereits um zehn Uhr mit spontanen Tanzeinlagen durch die ganze Stadt. Angefangen am Skatepark über das Postgässchen bis hin zum Rondell der Albrechtsburg.

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Auf der Bühne wird Hahnewald am Sonnabend nicht stehen, dafür hat er Deutschlands beste Breakdancer mitgebracht: Die dreifachen Deutschen-Meister, The Saxonz, durften am Samstag ihr Corona-Comeback im ZDF-Fernsehgarten feiern, am Samstag dann der erste Tanzwettkampf auf dem Meißner Markt. Der zweifache DDR-Breakdance-Meister Heiko Hahnewald, wird ihre Leistungen als Jury-Mitglied bewerten.

Davor gibt es Nachwuchs-Tanzwettkämpfe, die aufgrund von Corona lange nicht möglich waren, für die jungen Tänzer aber entscheidend seien, um am Hobby festzuhalten. Wenn sich Felix Roßberg von den "The Saxonz" an seinen Auftritt erinnert, muss er schmunzeln: "Ich war natürlich total aufgeregt. Für viele im Nachwuchsbereich, ist das auf der Bühne stehen, ein wichtiger Motivationsschub." Denn das Feedback, das man nach einem Live-Auftritt bekommt, lasse sich durch keinen Online-Live-Stream ersetzen. Aufgrund der coronabedingten Zwangspause, wird es für viele Tänzer der erste Auftritt sein.

Und was für ein Debüt: Auf dem Marktplatz wird eine 10 mal 14 Meter große Bühne aufgebaut. Gegen 17 Uhr wird die Elbland Philharmonie die Tänzer musikalisch begleiten und das Hip-Hop-Spektrum erweitern. Zum Abschluss des Tages gibt es einen Wettkampf zwischen einer bekannten tschechischen Breakdance-Gruppe, einer aus Dresden und Leipzig und eben "The Saxonz", die sich aus verschiedenen kleinen Tanzgruppen aus ganz Sachsen zusammengeschlossen haben.

Hahnewald freut sich die junge Hip-Hop-Kultur nicht nur in die historische Altstadt zu bringen, sondern auch mit der klassischen Musik der Elbland Philharmonie zu vereinen. Dass es schwierig werden könne, ein reiferes Publikum für Graffiti und Breakdance zu begeistern, darum macht sich Hahnewald überhaupt keine Gedanken: "Seit 37 Jahren sammle ich bei jedem Konzert gute Erfahrungen: Das Publikum ist über alle Altersgruppen hinweg aufgeschlossen." Breakdance ist für den 55-Jährigen nach wie vor sein "Lebenselixier", der schon immer Artist werden wollte: Auftritte im Fernsehen – etwa im Kessel Buntes – faszinierten ihn. Und er versuchte sich selbst – zunächst mit kleinen Einlagen bei Familienfeiern, später an der Coswiger Artistenschule. Statt ans Aufhören, denkt Hahnewald nur daran nach Corona wieder richtig durchzustarten, sobald Workshops und Kurse an Schulen wieder möglich sind.

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Kulturreferentin Sara Engelmann hofft mit der Auftaktveranstaltung die Innenstadt mit einem jungen Publikum zu beleben: "Wir sind froh mit gerade dieser Veranstaltung zu starten, weil es die wirklich jungen Menschen in die Stadt zieht."

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Besucher werden gebeten, den vorgegebenen Mindestabstand einzuhalten sowie eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Möglichkeiten zur Kontaktnachverfolgung sowie zur Handdesinfektion stehen vor Ort zur Verfügung.

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