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Coronafall bei Jehmlich-Orgelbau

Das Dresdner Unternehmen restauriert die gleichnamige Orgel in der Frauenkirche. Ein Mitarbeiter hat sich nun vermutlich in Meißen mit dem Virus infiziert.

2019 nahm das Team von Jehmlich-Orgelbau die Orgel der Frauenkirche in Meißen auseinander. In den vergangenen Wochen bauten sie die Teile wieder ein.
2019 nahm das Team von Jehmlich-Orgelbau die Orgel der Frauenkirche in Meißen auseinander. In den vergangenen Wochen bauten sie die Teile wieder ein. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Meißen. Seit Oktober werkeln Orgelbauer in der Meißner Frauenkirche. Die Handwerker des Dresdner Unternehmens Jehmlich Orgelbau restaurieren die Orgel schon seit 2019. Diese Woche mussten sie die Arbeiten außerplanmäßig stoppen. Denn ein Mitarbeiter erhielt bei einem Corona-Schnell-Test einen positiven Bescheid. Ihm gehe es aber gut. "Jetzt warten wir noch auf den zweiten Test", sagt der Geschäftsführer Ralf Jehmlich am Dienstag. "Das ändere aber nichts am Zeitplan, den können wir einhalten."

Bis Jahresende soll die Orgel in Meißen technisch eingerichtet werden. "Notfalls haben wir dafür aber auch noch im Januar Zeit." Denn da stimmen die Orgelbauer das alte Instrument in ihrer Werkstatt in Dresden, bevor sie dies frühestens Ende Februar in der Meißner Frauenkirche tun können. Zu Pfingsten soll die Orgel öffentlich eingeweiht werden, wenn die zukünftige Covid-19-Lage das zulässt.

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Ralf Jehmlich führt mit der Orgelbau-Werkstatt die Tradition seiner Familie fort – in sechster Generation. 1808 haben seine Vorfahren damit begonnen. Die Dresdner Werkstatt gibt es seit 1826. Als weltweit älteste Orgelbau-Firma in Familienhand, bearbeiten die Mitarbeiter Ralf Jehmlichs mehrere Projekte parallel. Darunter zählen mehr als 1.160 neue Orgeln seit dem 19. Jahrhundert. Mittlerweile werden eher alte Orgeln restauriert, als neue gebaut. So wie die Orgel aus der Meißner Frauenkirche. Die Besonderheit: Sie wurde von Bruno und Emil Jehmlich 1929 gebaut. Das ist die dritte Generation der Familie.

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Die Jehmlich-Orgel ist nicht nur deswegen ein Prestigeobjekt in Meißen. Für die Restaurierung gibt es Denkmalmittel des Bundes in Höhe von 75.000 Euro, die der Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Meißen Thomas de Maizière (CDU) organisierte, wie er beim offiziellen Start der Sanierung im August 2019 mitteilte. Die Gelder seien allerdings an ein Porzellanregister gebunden, dass zukünftig installiert werden soll. Insgesamt kostet die Restaurierung 350.000 Euro ohne das Register.

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