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Das erste Ding danach

Ewige Telefonate und eine lange Reise waren nötig, dann hatte die Dresdner Band Crazy Birds und Freunde ihr erstes Nach-Corona-Konzert organisiert.

Vorfreude aufs erste Konzert seit Monaten: Die Crazy Birds Tom Vogel, Andreas Leuschner, Angela Ullrich, Ecki Lipske und Gisbert Koreng bei einer Probe im Kulturhaus Munzig bei Meißen
Vorfreude aufs erste Konzert seit Monaten: Die Crazy Birds Tom Vogel, Andreas Leuschner, Angela Ullrich, Ecki Lipske und Gisbert Koreng bei einer Probe im Kulturhaus Munzig bei Meißen © Claudia Hübschmann

Meißen/Munzig. Wer ins DDR-Kulturhaus Munzig im Triebischtal bei Meißen möchte, muss konspirativ sein. Einfach Klingeln genügt nicht. Ein Handyanruf vorher wird nötig, erst dann öffnet sich die Tür. Der Grund ist allerdings ganz einfach: Die Mitglieder der Band Crazy Birds und Freunde hören das Klingeln schlichtweg nicht. Nach Wochen der Isolation voneinander werden bei einer der ersten Proben Gitarren, Bass und Schlagzeug strapaziert. Jetzt heißt es wieder gut in Form zu kommen, das erste Konzert nach rund neun Monaten steht in Kürze an.

Die Stille, das Getrenntsein vom Publikum, der ausbleibende Applaus haben den Musikern zugesetzt. Seit Jahrzehnten machen sie Musik. Als die Ost-Kult-Band Electra sich offiziell auflöste, suchten deren Sänger Gisbert Koreng und der Keyboarder Andreas "Bruno" Leuschner eine neue Aufgabe. Bei den Crazy Birds, einer Band mit der Electra-Gitarrist Ecki Lipske schon seit langem musikalisch unterwegs ist, fanden sie eine neue Heimat. Komplettiert wird die Truppe durch Schlagzeugerin Angela Ullrich sowie Bassist und Frontmann Tom Vogel. In ihrem Konzert "Nie zuvor" spielen die Sänger und Musiker vor allem Electra-Songs.

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"Das Muggen und das miteinander Musizieren haben uns ganz stark gefehlt", heißt es auf der Facebookseite der Band. Streaming und Balkonkonzerte seien nichts für die Crazy Birds. Sie brauchten sich zusammen und die Fans vor der Bühne. Ecki und Tom allerdings schafften es, sich in einem Studio zu treffen und den Song "Halbes Herz" zu produzieren. Übrigens kein Song über Krankheitserlebnisse, sondern ein eingängiges Liebeslied. Möglicherweise ist das Stück bald erstmals live zu hören.

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"An der Ostsee, auf der Freilichtbühne in Bansin, werden wir am 11. Juli, ab 20 Uhr, unser erstes Konzert seit Oktober vergangenen Jahres direkt an der Promenade spielen, sagt Organisator Harald Seidel. Um die Mugge zu bekommen, sei jedoch ein ganz erheblicher Kommunikationsaufwand nötig gewesen. Stundenlang habe er an der Strippe gehangen und sich eine Absage nach der anderen eingefangen. "Das können wir nicht riskieren." Oder: "Wir wissen nicht, was in einer Woche sein wird." So ungefähr lauteten typische Antworten. Keiner wolle das Risiko auf sich nehmen, und einen Vertrag unterschreiben, sagt der Meißner. Am Ende setzte sich Seidel deshalb hinters Steuer seines Autos und sprach persönlich vor.

Neben Bansin sind weitere Termine angedacht. Vor allem an der Ostsee, aber auch im Vogtland. Die Daten sollen erst verraten werden, wenn wirklich alles in Sack und Tüten ist. Bis dahin wird zunächst weiter konspiriert.

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