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Meißen

Das Wort zum Wein

Sachsens wahrscheinlich produktivster Wein-Autor hat ein Buch verfasst, das viele Zeitalter und das gesamte hiesige Anbaugebiet überspannt.

Sachsens Weinberge liefern nicht nur schöne Bilder, sondern auch spannende Geschichten. Ein neues Buch fasst 61 Erzählungen zusammen.
Sachsens Weinberge liefern nicht nur schöne Bilder, sondern auch spannende Geschichten. Ein neues Buch fasst 61 Erzählungen zusammen. © Norbert Millauer

Meißen. Manchmal überraschen Jubiläen dann doch. 1998 war es - Kurt Biedenkopf (CDU) amtierte als sächsischer Ministerpräsident - als Autor Werner Böhme den ersten Weinkalender herausbrachte. Mit der Ausgabe 2022 werden es nächstes Jahr 25 sein. Zeit für eine Auslese der besten Geschichten aus einem Vierteljahrhundert.

Genau diese liegt jetzt vor. 61 kurze und kurzweilige Kalenderbeiträge sind im Buch "Sächsische Weinstraße - Weinsichten und Geschichten" zusammengefasst. Dabei decken sie das gesamte sächsische Anbaugebiet ab, von Pillnitz bis Diesbar-Seußlitz sowie die Exklaven in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Da der zeitliche Rahmen zudem vom Hochmittelalter bis in die jüngsten Tage reicht, darf dem Werk ein fast schon enzyklopädischer Charakter zugesprochen werden.

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Weinfreund und -kenner Werner Böhme hat für sein neuestes Werk im eigenen Kalendergeschichtenvorrat geräubert.
Weinfreund und -kenner Werner Böhme hat für sein neuestes Werk im eigenen Kalendergeschichtenvorrat geräubert. © hübschmann

Besonders wird es durch den individuellen Schreibstil Böhmes. Der Schriftsteller erzählt zumeist aus eigenem Erleben, oft anekdotisch, lässt Beobachtungen und Gedanken einfließen. Er versetzt sich hinein in die Figur von Bruder Friedrich, den Winzermönch von Zadel, der den Segen bei den Reben suchte. Er lässt den alten Traminerrebstock am Kloster Heilig Kreuz erzählen oder beschreibt, wie ein Skatspiel dem langjährigen Leiter der Winzergenossenschaft den Wein versüßte.

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Wer mit dem sächsischen Weinbau vertraut ist, der wird in dem Buch auf viele Bekannte treffen. Mit Winzer Joachim Lehmann versucht der Verfasser das Rätsel zu klären, wie es zum Namen Schieler für den Wein aus einem Maischeverschnitt von Rot- und Weißweintrauben kam. Vincenz-Richter-Wirt Gottlieb Herrlich lässt er von einem denkwürdigen Besuch Albert von Sachsens im hauseigenen Folterkeller berichten. Erinnert wird an Förderer und Kenner des Sachsenweins wie Günter Rühle oder Rainer Jork. Großformatige Fotos von Daniel Bahrmann sorgen dafür, dass sich der Leser von den Schauplätzen ein Bild machen kann. Grafiken von Martin Rieß geben Orientierung.

  • Das Hardcoverbuch mit 136 Seiten kann für 24,95 Euro über den Buchhandel oder direkt beim Notschriftenverlag bezogen werden: http://www.notschriften.com/

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