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Auch 2021 keine Kultur auf dem Gellertberg?

Veranstaltungen wurden schon zum zweiten Mal nun auf 2022 verschoben. Veranstalter Hagen Pelz hat kaum Hoffnung.

Die Freilichtbühne am Gellertberg in der Gemeinde Niederau wird wohl auch in diesem Jahr leer bleiben.
Die Freilichtbühne am Gellertberg in der Gemeinde Niederau wird wohl auch in diesem Jahr leer bleiben. © Claudia Hübschmann

Niederau. Die Homepage des "Kulti" in Niederau gleicht einem Verschiebebahnhof. Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr wegen Corona nicht stattfinden konnten und dieses Jahr nachgeholt werden sollten, wurden erneut verschoben. Nun auf 2022. So wurde das Konzert von Northern Lite auf dem Gellertberg aufgrund des staatlichen Pandemieplans verschoben. Es soll jetzt am 16. Juni 2022 nachgeholt werden.

Alle gekauften Konzertkarten behalten ihre Gültigkeit. "Wir appellieren an die Solidarität mit all den Leuten, die in der Veranstaltungsbranche gerade um ihre Existenz kämpfen wie Musiker, Veranstalter, Techniker, Roadies, Promoter, Systemer, Caterer, Grafiker, Garderoben-, Kassen- und Barpersonal, Sicherheitsleute, Vorverkaufskassen, Gastronomen, DJs und bitten daher, die Karten zu behalten. Damit kann ein Beitrag geleistet werden, dass die Veranstalter nicht in Konkurs gehen und nicht Stück für Stück das gesamte System zusammenbricht", appelliert Hagen Pelz an alle diejenigen, welche Karten gekauft haben.

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Auch die Mühleparty muss erneut verschoben werden. Die momentan unsichere Lage lasse eine Durchführung der Veranstaltung in gewohntem Umfang im April leider nicht zu. Die Party soll nun am 18. Dezember stattfinden. Oder auch nicht. Sollte auch dann keine Mühleparty möglich sein, werde die Veranstaltung am Ostersonnabend 2022 nachgeholt.

Betreiben das Kulturhaus in Niederau, machen aber auch Veranstaltungen auf dem Gellertberg und im Wasserschloss Oberau: Gritt Würdig-Pelz und ihr Mann Hagen Pelz. Doch seit einem Jahr sind sie ausgebremst.
Betreiben das Kulturhaus in Niederau, machen aber auch Veranstaltungen auf dem Gellertberg und im Wasserschloss Oberau: Gritt Würdig-Pelz und ihr Mann Hagen Pelz. Doch seit einem Jahr sind sie ausgebremst. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

"Generell bin ich ja ein positiv gestimmter Mensch. Aber derzeit fällt es mir schwer, optimistisch zu bleiben, sagt Hagen Pelz. Dem Niederauer und seiner Frau gehören das Kulturhaus, "Kulti" genannt. Dort und auf dem Gellertberg in Oberau organisieren die beiden seit Jahren Kulturveranstaltungen. "Wir hatten so auf das Impfen gehofft. Und dann dieses Desaster!", sagt er.

Nun heißt es, weiter zu warten, zu hoffen und vor allem durchzuhalten. Es ist wie ein Marathonlauf ohne Ziel.

Lieber neuer Termin statt wenige Besucher

Die jetzigen Absagen und Verschiebungen werden nicht die einzigen bleiben. Zwar sind Veranstaltungen mit Uwe Steimle am 22. Mai oder den Firebirds am 23. Mai terminiert, doch ob sie tatsächlich stattfinden können, ist eher ungewiss. "Die Frage ist, ob sie und wenn ja unter welchen Voraussetzungen sie stattfinden könnten. Wenn nur die Hälfte der Besucher zugelassen wäre, lohnt sich eine solche Veranstaltung nicht. Da machen wir lieber einen neuen Termin", so Hagen Pelz.

Er hat auch schon für den 13. Mai eine Himmelfahrtsparty geplant. Viel Hoffnung, dass sie stattfinden kann, hat er nicht. "Meine Hoffnung ist, dass wir wenigstens zu Pfingsten einen Ausschank auf dem Gellertberg machen können, aber so richtig glaube ich nicht daran", sagt er.

Schließungen sind Alltag geworden

Keinerlei Veranstaltungen sind im "Kulti" geplant. Dass das Haus verkauft werden soll, ist aber nicht der Hauptgrund. Denn der Verkauf wurde erstmal ausgesetzt. Es fand sich bisher kein Interessent. "Wir haben die Immobilie auf den Markt gebracht, haben es probiert, doch es war der falsche Zeitpunkt", sagt er. Vielleicht wolle er es später nach Corona wieder versuchen.

Auch das Vermieten von Räumen, beispielsweise des ehemaligen Friseursalons seiner Frau, der sich in dem Haus befindet, ist derzeit schwierig bis unmöglich. "Ich glaube nicht, dass sich jemand in dieser Situation findet, der einen Friseursalon aufmacht, wenn er ständig damit rechnen muss, dass wieder geschlossen werden muss", so der Niederauer.

Feste Termine gibt es hingegen schon für das Sommerkino auf dem Gellertberg, das auch im vorigen Jahr stattfand. Ob das auch 2021 möglich ist, er weiß es nicht. "Das Schlimme ist, dass die Schließungen schon Alltag geworden sind, sich die Leute daran gewöhnt haben", sagt er. Er fürchtet nicht nur, dass sich künftig die Besucher abwenden, wenn wieder Veranstaltungen möglich sind, sondern auch seine Pauschalkräfte, weil sie sich etwas anderes gesucht haben, jenseits der Kultur.

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Doch anders als die Künstler sind Hagen Pelz und seine Frau Gritt Würdig-Pelz nicht auf die Kulturveranstaltungen alleine angewiesen. Die Friseurin ist jetzt in einem Salon angestellt, auch Hagen Pelz hat einen festen Job, wenn auch nicht in Vollzeit. Den wollte er ursprünglich vor Corona kündigen, um sich ganz der Kultur zu widmen. "Ich bin mir jeden Tag dankbar, dass ich das nicht getan habe", sagt er.

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