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So startet das Theater trotz Corona durch

Die Corona-Auflagen bestimmen die neue Spielzeit in Meißen. Das Programm ist trotzdem besonders vielfältig, abgesehen von Tänzern und Bläsern.

Ein Höhepunkt der neuen Spielzeit ist das Stück 'Vom Fischer und seiner Frau'.
Ein Höhepunkt der neuen Spielzeit ist das Stück 'Vom Fischer und seiner Frau'. © Theater Meißen

Meißen. Trotz Kurzarbeit und einschneidenden Auflagen hat das Theater Meißen die Zwangspause kreativ genutzt: Herausgekommen ist ein außergewöhnlich voller Spielplan. Denn von 48 Vorstellungen, die coronabedingt ausgefallen sind, werden 24 Stücke im neuen Spielplan nachgeholt. Insgesamt hat diese Saison knapp 150 Vorführungen, darunter 12 Premieren zu bieten.

Das bedeutet jede Menge Arbeit: Seit diesem Monat ist von Kurzarbeit keine Rede mehr. Theaterchefin Ann-Kristin Böhme denkt sogar darüber nach, neue Mitarbeiter einzustellen, denn die Koordinierung des Gesundheitsschutzes bedeute einen extremen Aufwand. Zwar wurde ein Hygienekonzept genehmigt, das nur noch einen Mindestabstand von 50 Zentimeter -sprich einen freien Stuhl - zwischen fremden Besuchergruppen vorsieht. Doch die Kapazität der Vorstellungen wird dadurch unkalkulierbar: Kommen ausschließlich Zweiergruppen, ist bei 280 Gästen Schluss, bei vielen Schulklassen erst bei etwa 400 - eine planerische Höchstleistung. "Für weniger Einnahmen müssen wir einen wahnsinnigen hohen Aufwand betreiben", so Böhme. 

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Auf der Bühne führen die Abstandsregeln hingegen zu unlösbaren Problemen: Zwischen Tänzern muss ein ständiger Abstand von sechs Metern gewährleistet werden, zwischen Bläsern ein Abstand von  mindestens drei Metern. "Einige Veranstaltungen sind uns deshalb schon um die Ohren geflogen", bedauert Böhme, die davon ausgeht, dass die wirklich schwere Zeit noch bevorsteht: "Natürlich freuen wir uns, dass wir wieder spielen können, aber unsere wirtschaftliche Zukunft wird davon abhängen, ob auch Besucher kommen." Die ersten Rückmeldungen aus Dresdner Theatern würden da wenig Hoffnung machen.

Die Highlights der neuen Saison

Damit das in Meißen besser läuft, wurde ein hochkarätiges Programm zusammengestellt: Zum Auftakt am 9. Oktober ist der Kabarettist Peter Flache zu Gast bei Moderator Martin Quilitz. Gleich der Auftritt von Pascal von Wroblewsky, eine Woche später kann nicht wie geplant stattfinden, da die Jazzmusikerin erkrankt ist. "Doch Micha Winkler hat daraus eine Tugend gemacht und lädt Sängerinnen und Sänger aus ganz Meißen ein, um mit seiner Big Band zu singen", erklärt Böhme wie der Abend doch noch im Programm gehalten werden konnte.

Auffällig im neuen Programm: Fast die Hälfte der Veranstaltungen spricht ganz bewusst Familien an: "Wir sind der Überzeugung, dass kulturelle Bildung eine Grundvoraussetzung für eine aufgeschlossene und lebendige Gemeinschaft ist", erklärt Böhme ihre neue Ausrichtung. Ansonsten liegt der Fokus auf Unterstützung der lokalen Kulturszene. Die Zusammenarbeit funktioniere so gut, dass man die Künstler mittlerweile fast zum Ensemble des Hauses zählen könnte.

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Dass der neue Spielplan erst so spät vorgestellt wurde, hängt damit zusammen, dass es lange die Hoffnung auf eine sicherere Perspektive gab. "Die haben wir bis heute nicht", erklärt Böhme. "Das bedeutet, dass der Spielplan ständig im Wandel sein wird."

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