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Theater Meißen wird feuerfest

Dem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert steht eine längere, teure und sehr komplexe Bauphase bevor.

Im Theater Meißen lag die vergangenen Jahre baulich einiges im Argen, obwohl viele Zuschauer davon gar nichts mitbekommen haben. Jetzt werden die Mängel angegangen.
Im Theater Meißen lag die vergangenen Jahre baulich einiges im Argen, obwohl viele Zuschauer davon gar nichts mitbekommen haben. Jetzt werden die Mängel angegangen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Kaum ist beim Schulkomplex Questenbergschule ein Ende absehbar, nimmt sich die Stadt ein neues Großprojekt vor. Dem am Dienstag tagenden Stadtentwicklungsausschuss liegt ein entsprechender Vorschlag vor, der im Ratsinformationssystem veröffentlicht wurde. Demnach soll sich das Meißner Theater vom Frühjahr 2022 bis in den Herbst des gleichen Jahres in eine große Baustelle verwandeln.

Die Herausforderung bei dem Vorhaben: Das historische Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es wurde im 15. Jahrhundert errichtet und später als städtisches Kaufhaus genutzt. Der Umbau zum Theater erfolgte im 19. Jahrhundert. Für diese Zwecke war das Haus jedoch ursprünglich nicht konzipiert und nur begrenzt geeignet. Die haustechnischen Anlagen stammen aus den 1950er Jahren und sind entsprechend überaltert.

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Brandschutz hat oberste Priorität

Das größte Problem allerdings ist der Brandschutz: Aufgrund einer Vielzahl von Mängeln hat die Stadt 2011 ein Konzept mit einer Prioritätenliste erstellen lassen. Die drängendsten Aufgaben wurden im Anschluss in einem ersten Bauabschnitt 2013 durchgeführt. Das Hochwasser im gleichen Jahr zog die erneute Sanierung des kompletten Erdgeschosses nach sich. Jetzt sollen in einem zweiten Bauabschnitt alle mittel-und langfristig anstehenden Maßnahmen an die Reihe kommen, um das Theater gefahrfrei bespielen zu können. Das ursprüngliche Konzept wurde dazu nochmals überarbeitet.

Hauptsächlich wird es darum gehen Belüftungs- und Entrauchungsanlagen sowie die Heizung für den Zuschauersaal zu erneuern. Brandmelder und Sicherheitsleuchten müssen auf einen modernen Stand gebracht werden. Der Bühnenbereich erhält eine sogenannte Sprühflutanlage samt eines Vorratsbehälters für das nötige Wasser. Ein Notstromaggregat wird bereitstehen, damit die Systeme auch bei Stromausfall funktionieren. Zusätzliche Brandschutztüren sorgen künftig dafür, dass sich die einzelnen Bereiche des Hauses bei einem Feuerausbruch besser gegeneinander abschotten lassen.

Die Brandschutzertüchtigung des Theaters Meißen wird genutzt, um den Zuschauersaal zu verschönern. Er erhält LED-Lichter statt der Neonröhren und einen neuen Fußbodenbelag.
Die Brandschutzertüchtigung des Theaters Meißen wird genutzt, um den Zuschauersaal zu verschönern. Er erhält LED-Lichter statt der Neonröhren und einen neuen Fußbodenbelag. © Claudia Hübschmann

Im Sommer kühler, im Winter wärmer

Neben dem Brandschutz wollen die Planer den Komfort für Zuschauer und Mitarbeiter verbessern. Um die Temperaturen im Zuschauerraum während der heißen Monate erträglicher zu machen, ist eine spezielle Klimaanlage vorgesehen. Weiterhin soll das Problem unzureichender Raumwärme in den Wintermonaten im unteren Saalbereich durch eine unterstützende Fußbodenheizung unter den Stühlen gelöst werden. Die nötigen Anlagen finden wieder im Dachgeschoss über dem Zuschauersaal ihren Platz, das dazu vollständig zu entkernen ist. Allerdings bereitet das hohe Gewicht der Technik und nötige Umbauten Probleme. Die Deckenbalken müssen deshalb statisch ertüchtigt und eine neue Ebene aus Stahlprofilen eingezogen werden.

Eine Herausforderung wird auch das Einbringen des Baumaterials und der Technik in den Dachraum. Über die vorhandenen Treppen innerhalb des Gebäudes ist das aufgrund der Größe und des Gewichtes nicht möglich. Deshalb haben die Planer eine Lösung gefunden, den Dachraum auf der Ostseite des Gebäudes für den entsprechenden Bauabschnitt zu öffnen. Im Bereich der Traufe entsteht ein Podest, auf dem Module und Material mit einem Kran abgesetzt und dann in das Gebäudeinnere gezogen werden .

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Eher Kosmetik ist vor diesem Hintergrund der Austausch der Neonröhren im Zuschauersaal gegen energiesparende LED-Leuchten. Der Boden des Raumes erhält einen neuen Textilbelag. Alles zusammengefasst wird mit Kosten von 2,6 Millionen Euro gerechnet. Zwei Drittel davon kommen aus dem Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Die Vergabe der ersten Lose soll bereits dieses Jahr erfolgen, damit lange Bestellfristen von Materialien und technischen Teilen den Baubeginn nicht verzögern.

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