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Theaterstück über Amalie Dietrich

Siebenlehn erinnert in diesem Jahr an den 200. Geburtstag der weltbekannten Naturforscherin. In einer Premieren-Vorstellung wird ihr Leben dargestellt.

Romy Tischer als Amalie und Dietmar Lippert sind zwei der Laiendarsteller im Theaterstück über Amalie Dietrich in Siebenlehn.
Romy Tischer als Amalie und Dietmar Lippert sind zwei der Laiendarsteller im Theaterstück über Amalie Dietrich in Siebenlehn. © Claudia Hübschmann

Siebenlehn. Am Samstag, 25. September, findet die Theater-Premiere „Amalie Dietrich – Besser ein schweres Leben als ein leeres Leben“ im Rahmen des Festjahres zum 200. Geburtstag der Naturforscherin Amalie Dietrich statt. Aufgeführt wird das Stück im Hotel „Schwarzes Ross“ in Siebenlehn, Freiberger Straße 9, um 15 Uhr und ein zweites Mal um 18 Uhr. Autor und Regisseur Markus Gille vom Mittelsächsischen Theater und der Berliner Bühnen- und Kostümbildner Orli Baruch haben sich mit dem Laiendarstellerensemble mehr als ein Jahr auf die Aufführungen vorbereitet. „Im Theaterstück können die Zuschauer die Lebensgeschichte von Amalie mit ihrer Tochter Charitas, ihrem Mann Wilhelm Dietrich, Johann Cesar Godeffroy, den Papuas in Australien und anderen erleben“, sagt Dietmar Lippert vom Schulförderverein, Organisator und selbst Darsteller im Theaterstück.

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Der Name Amalie Dietrich ist eng mit Siebenlehn verbunden. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, war sie schon als Kind sehr naturinteressiert. Von ihrem Mann, dem Botaniker Wilhelm Dietrich, lernte die Grundbegriffe der Botanik. Später begann sie zunächst mit Reisen größtenteils zu Fuß durch Europa, sammelte und präparierte Pflanzen. Es gelang ihr, den Hamburger Reeder Cesar Godeffroy, der ein Museum für Natur- und Völkerkunde der Südsee plante, von ihrer Arbeit zu überzeugen. So schickte er sie 1863 mit einem Forschungsauftrag für zehn Jahre nach Australien. Mit dieser Arbeit gelang es der Natur- und Australienforscherin im 19. Jahrhundert, in der Wissenschaft – einer Männer-Domäne – Anerkennung zu finden. Vor rund zehn Jahren geriet Dietrichs Name in negative Schlagzeilen. „Der Todesengel der Aborigines“ werde sie in Australien genannt, so schrieb es der Berliner Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht in der Zeitschrift „Geo“. Dafür gibt es allerdings keine Beweise, wie auch andere Forscher inzwischen herausfanden. Im Theaterstück wird auch das schwierige Verhältnis zu ihrer Tochter Charitas thematisiert.

„Da nur zwei Vorstellungen geplant sind, ist eine Kartenreservierung über [email protected] dringend zu empfehlen“, sagt Lippert. Der Eintritt kostet 10 Euro für Erwachsene, für Kinder bis zwölf Jahre 5 Euro. Coronabedingt gelte die 3G-Regel.

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