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Welterbe: Hebt Meissen ab?

Der Freistaat möchte die Porzellan-Kultur auf die Unesco-Liste setzen lassen. Dafür braucht es allerdings Geduld.

Sachsen weltoffen und im Kampf um das Welterbe: Da fliegt er hin der Engel oder Putto des indischen Künstlerduos Thukral & Tagra in der neuen Meissener Jahresschau.
Sachsen weltoffen und im Kampf um das Welterbe: Da fliegt er hin der Engel oder Putto des indischen Künstlerduos Thukral & Tagra in der neuen Meissener Jahresschau. © Claudia Hübschmann

Meißen. Ende des Jahres beginnt das Verfahren zur Fortschreibung der deutschen Vorschlagsliste zum Welterbe. In Sachsen haben sich drei Kandidaten auf die zwei zur Verfügung stehenden Plätze beworben: Die Stätten des Meissner Porzellans, das Hauptgestüt Graditz, die Göltzschtalbrücke.

Zur Bewertung der eingereichten Vorschläge hat das Landesamt für Denkmalpflege eine interdisziplinär besetzte Kommission gebildet. In den vergangenen zwei Tagen hat diese getagt und nach Angaben aus der Staatsregierung die Kulturerbestätten vor Ort besichtigt. Die Kommission stellte einvernehmlich fest, dass alle Bewerbungen Potenzial für eine erfolgreiche Kandidatur erkennen lassen. Sie dankt den Bearbeitern, die mit großem Engagement die Bewerbungsunterlagen erstellt haben.

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Unter Berücksichtigung der für das Welterbe relevanten Kriterien zur Darstellung des außergewöhnlichen universellen Wertes empfiehlt die Kommission dem Sächsischen Kabinett im Ergebnis der Sitzung folgende Rangfolge für die Weiterreichung an die Kulturministerkonferenz im Oktober 2021:

  • Die Göltzschtalbrücke
  • Stätten des Meissner Porzellans,
  • Hauptgestüt Graditz: Eine Gestütslandschaft des 19. Jahrhunderts.

Aktuell verzeichnet die Welterbeliste 1.121 Stätten in 167 Ländern. Mit derzeit 46 Welterbestätten gehört Deutschland zu den Ländern mit den meisten Eintragungen. In Sachsen befinden sich mit dem Muskauer Park/Park Mużakowski und der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zwei grenzübergreifende Welterbestätten. Mit der Anmeldung und der Anerkennung zum Unesco-Welterbe ist die Verpflichtung verbunden, das Welterbe zu schützen, zu erhalten und an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Der Freistaat Sachsen hatte für die Auswahl der sächsischen Vorschläge ein mehrstufiges Verfahren mit Interessenbekundungen, Beratungen sowie Prüfungen und einer abschließenden Bewertung initiiert. Keine weitere Prüfung auf Landesebene ist für die Bewerbungen von Hellerau und Görlitz nötig. Diese Bewerbungen können unmittelbar der Kulturministerkonferenz zur Auswahl auf Bundesebene vorgelegt werden.

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