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Meißen

Zwei Künstler, ein Plan

Bei der Musik im Meißner Dom ließ sich jetzt der Krisenlärm vergessen.

Bach trifft Frankreich hieß das Motto, das sich der spanische Saxofonist José Manuel Bañuls Marcos und Domkantor Thorsten Göbel zu ihrem jüngsten Konzert im Meißner Dom ausgesucht haben.
Bach trifft Frankreich hieß das Motto, das sich der spanische Saxofonist José Manuel Bañuls Marcos und Domkantor Thorsten Göbel zu ihrem jüngsten Konzert im Meißner Dom ausgesucht haben. © Foto: PR

Von Kathrin König

Meißen. Johann Sebastian Bach und zwei seiner Enkel im Geiste aus Frankreich konnten jetzt die Besucher zum Auftakt der Reihe sonnabendlicher Abendmusiken 2021 im Dom zu Meißen treffen. „Bach trifft Frankreich“ hieß das Motto, das sich der spanische Saxofonist José Manuel Bañuls Marcos und Domkantor Thorsten Göbel ausgesucht hatten.

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„Die Stücke wurden so ausgewählt, dass das Publikum den Dom als Kathedrale betrachtet“, versprach Thorsten Göbel vor dem Abend, der mit einer Bach-Arie aus der Kantate BWV 208 „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“ begann. Für manche Ohren vielleicht etwas unbehaglich, folgte die eigentümliche Hirten-Meditation von Olivier Messiaen aus „Die Geburt des Herrn“. Erstaunlich und eindrucksvoll, wie Domkantor Göbel in jedem Takt bewies, wie sphärisch und expressiv eine Orgel auch klingen kann, dass man sich schon fragt, was da genau zu hören ist. Zur allgemeinen Publikumsentspannung folgte dem Franzosen Messiaen dann ein Ohrenschmeichler, wie Göbel Bachs Adagio in a-Moll aus der Toccata (BWV 564) nannte.

Wichtig für die Seele

Kurz vor dem Segen erklang Gabriel Faurés romantische Pavane op. 50. Die Musiker spielten sie mit viel Anteilnahme und Ruhe für den Klang der Saxofontöne im Kirchenraum, dass man als Zuhörer für ein paar Minuten jeden Krisenlärm vergaß und nur noch verzaubert lauschte und lauschte. Zum Abschluss bekamen die Besucher jazzige Klänge mit Hans-André Stamms Hommage à Bach aus der „Little Jazz Suite“ mit auf den Heimweg. Die Melodie könnte regelmäßigen Abendmusik-Besuchern vielleicht bekannt vorgekommen sein, denn im August 2020 war Komponist Stamm ebenfalls im Dom zu Gast. Und ebenso beglückt wie damals applaudierten am Sonnabend die 70 Besucherinnen und Besucher lange und herzlich.

„Ich hatte das Gefühl, dass der Abend wirklich wichtig für die Seele wichtig war“, sagte José Manuel Bañuls Marcos im Anschluss, als er sein Tenor- und Altsaxofon einpackte. Ihm als Künstler fehle der wechselseitige Austausch mit dem Publikum sehr. „Wir üben jeden Tag, haben aber kaum Auftritte“, meinte der Spanier, der in Köln lebt und arbeitet. Den Abend in Meißen habe er umso mehr genossen. Den Dom fand er übrigens „ein bisschen gemütlicher“ als den in Köln und versprach, „unbedingt wiederzukommen“.

  • Zur nächsten Musikalischen Vesper am Sonnabend, 15. Mai, sind ab 17 Uhr Gambensonaten von Carl Philipp Emanuel Bach und seinem Vater Johann Sebastian Bach zu erleben. Diethard Krause (Cellist der Magdeburgischen Philharmonie) spielt Viola da Gamba, Domkantor Thorsten Göbel die Truhenorgel. Eintritt frei, Kollekte erbeten

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