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"Lange Gesichter bei den Schülern"

Das Landesgymnasium St. Afra hat auch im zweiten Pandemie-Jahr den Lehrplan gut geschafft. Problematisch war die Einsamkeit in der Studierstube.

Es war kein einfaches zweites Schulhalbjahr für den im Februar eingestiegenen neuen St.Afra-Leiter Stefan Weih. Wenn am Ende alles gut wird, darf und sollte man trotzdem strahlen.
Es war kein einfaches zweites Schulhalbjahr für den im Februar eingestiegenen neuen St.Afra-Leiter Stefan Weih. Wenn am Ende alles gut wird, darf und sollte man trotzdem strahlen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Schüler sind raus, die Bauarbeiter sind drin. Das Trinkwasser und das Löschwasser sollen künftig getrennt werden im "Neubau" des sächsischen Landesgymnasiums St. Afra. Das Schulhaus stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Arbeiten greifen tief in die Substanz des historischen Gebäudes ein. Ziegelreste spritzen ins Treppenhaus.

Das alles passiert nur einen Steinwurf vom Büro des neuen Leiters Stefan Weih entfernt. Wobei auch hier der "Neue" fast schon ein "Alter" ist. Afra-Leiterin Ulrike Ostermaier hatte sich im Sommer 2020 in den Ruhestand verabschiedet.

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Mit dem 1. Februar übernahm Stefan Weih die Leitung des Landesgymnasiums für Hochbegabtenförderung in Meißen. Der gebürtige Baden-Württemberger verfügt dem Dresdner Kultusministerium zufolge über enormes Wissen im Bereich der Förderung von Hochbegabten. Zudem hat er sich hier als Dozent und Fortbildner bundesweit einen sehr guten Ruf erarbeitet. Nicht zuletzt haben seine gesamte Persönlichkeit und seine Führungsqualität die Auswahlkommission überzeugt.

Die Klischees über Sachsen

Seinen Job hat der 50-Jährige mitten im zweiten Pandemie-Jahr übernommen. Trotz oder gerade angesichts aller Herausforderungen, die das Corona-Virus mit sich brachte, fällt seine Bilanz, was den Lehrplan anbelangt, positiv aus. Die Vertrautheit mit dem selbst bestimmten Lernen, mit Online-Unterricht, mit verschiedensten Wissens- und Trainingsplattformen im Netz habe den Afranern geholfen, gut durch die schwierige Zeit zu kommen, sagt Weih.

Ein Problem sei dagegen das fehlende Miteinander, das Soziale gewesen. "Als nach 14 Tagen im Präsenzunterricht das Internat wieder schließen und alle nach Hause mussten, gab es lange Gesichter bei den Schülern", sagt Stefan Weih. Um so schöner sei es gewesen, den Abschluss des Schuljahres mit dem Abschied der Absolventen, den Auszeichnungen sowie dazugehörigen Späßen und Zeremonien gemeinsam begehen zu können. Positiv auch, dass im Mai der Bewerbertag nachgeholt werden durfte und keine Auswahl nur über das Internet getroffen werden musste.

Nach dem Schuljahr ist vor dem Schuljahr. Stefan Weih hat sich das zweite Schulhalbjahr Zeit genommen, sich mit den Menschen, den Abläufen, der Geschichte des Landesgymnasiums näher vertraut zu machen. Mit viel Offenheit ist er aus dem Südwesten Deutschlands in den Osten gekommen. Er kennt die Klischees über Sachsen über Meißen und weiß sie zu hinterfragen.

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Weiterentwickeln, St. Afra nach vorn denken – das möchte er. Dies allerdings solle gemeinsam geschehen, sagt der Schulleiter. Zusammen mit Schülern, Lehrern, Eltern. Wichtig ist ihm nach eigenem Bekunden, das Landesgymnasium für das Land wirken zu lassen. Alle Schüler – gleichgültig auf welcher Schule – besäßen eine Begabung. Diese gelte es zu finden, herauszukitzeln und zu stärken. Hier wünsche er sich einen Prozess des Austauschs und Weitergebens von Informationen sowie Erfahrungen.

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