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Meißen: 171 Lesungen an einem Wochenende

Von Christoph Hein bis Alexander Osang – das Literaturfest ist hochkarätig besetzt. Da viele Höhepunkte gleichzeitig stattfinden, fällt die Entscheidung besonders schwer.

Über 170 Lesungen finden dieses Jahr auf dem Literaturfest statt.
Über 170 Lesungen finden dieses Jahr auf dem Literaturfest statt. © Claudia Hübschmann

Meißen. Kistenweise Programmhefte mit roten Overnight-Aufklebern stapeln sich in Bahrmanns Hof. Die Heftchen: eng bedruckt mit über 170 Lesungen von Donnerstag bis Sonntag: "Es finden so viele gute Lesungen statt, zum größten Teil auch gleichzeitig. Da kann man gar nicht überall hingehen", sagt Mitorganisatorin Maria Fagerlund. Um sich im vielfältigen Angebot zurechtzufinden, darf der Plan keinen Tag zu spät verteilt werden.

Zur offiziellen Eröffnung am Freitag um 16 Uhr liest Landrat Ralf Hänsel auf dem Markt aus "Über Menschen" von Juli Zeh. Die Autorin beschreibt darin Deutschland und die gegensätzlichen Meinungen, die aktuell aufeinanderprallen. Ab 18 Uhr lässt Peter Braukmann seinen Meißner Ermittler Steffen Schröder im Jahnaischen Freihof den neuesten Fall lösen. Am Samstag wird es auf der Marktbühne nachdenklich wie spannend, wenn sich Michael Hametner ab 13 Uhr in "Deutsche Wechseljahre" mit Literatur und Kunst im wiedervereinten Deutschland beschäftigt.

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Doch auch abseits der großen Bühnen verstecken sich hochkarätige Gäste. Für Fagerlund ist "Ein Spalt Luft", gelesen und geschrieben von Mischa Mangel, ihr absoluter Geheimtipp: "Ein sehr beklemmendes, aber sehr gut geschriebenes und ganz besonderes Buch. An vielen Stellen sind Lücken im Text, Teile sind geschwärzt. Das ist schon beim Durchblättern sehr spannend." Am Sonntag um 14 Uhr im Buchladen Jens Köster (Burgstraße 23) bestimmt auch beim Zuhören.

Am Freitag liest Arndt Matthias Heigl von Meißen TV ab 17 Uhr aus seinem Roman "Die Augen des Habichts" in der Kleinmarktschänke: "Man hätte nie gedacht, dass in diesem ruhigen besonnenen Menschen, den jeder in Meißen kennt, so eine Geschichte steckt", macht Fagerlund Lust auf den Roman über einen jungen Radartechniker, der die Zuspitzungen des Kalten Krieges hautnah miterlebte. Zeitgleich liest Gertrud Erbler aus dem familienfreundlichen "Großmutters Märchenschloss". Ein Buch darüber, was man seinen Enkeln erzählt, wenn alle Märchen bereits erzählt sind. Eine Fantasieanregung, welche die Entscheidung nicht gerade einfacher macht. An einem Blick ins Programmheft führt also nichts vorbei.

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Eine Neuheit in diesem Jahr ist die interkulturelle Bühne, die in Zusammenarbeit Diakonie Meißen und dem Bunten Meißen - Bündnis Zivilcourage mehrsprachige Lesungen präsentiert. Aufwühlende Veranstaltungen, die dazu einladen, danach ins Gespräch zu kommen: Eröffnet wird die Bühne im Innenhof von Schauspielerin und Moderatorin Mo Asumang, die mit "Mo und die Arier" ihre eigenen Rassismus-Erfahrungen aufgeschrieben hat. Am Samstag ab 18 Uhr liest der Leipziger Autor Anselm Moelze aus "Die Grenzen des Glücks". "In seinem philosophischen Essay hat Moelze nicht nur beschrieben, was er in dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos erlebt hat, sondern arbeitet auch die Zusammenhänge auf, wie es dazu kommen konnte", so Diakonie-Sprecher Felix Kim.

Alle Lesungen sind kostenfrei. Aufgrund der aktuellen Inzidenz ist ein Besuch ohne Kontaktverfolgung möglich.

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