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25 Jahre Hilfe in Meißen

Seit 1996 ist die Caritas im Landkreis mit vielen Einrichtungen für hilfsbedürftige Menschen aktiv. Zuletzt ging Hilfe auch ins Flutgebiet.

Astrid Winkler von der Caritas Meißen.
Astrid Winkler von der Caritas Meißen. © Claudia Hübschmann

Insgesamt zehn Bautrockner hat der Hausmeister vom Caritasverband für das Dekanat Meißen nach Euskirchen ins Hochwassergebiet gefahren. Über die Abteilung Caritas International bekam der katholische Hilfsverein im Landkreis die Geräte während der Flut 2002 und 2013 zur Verfügung gestellt. Hier waren sie seitdem untergebracht und einsatzbereit: „Über den Caritasverband Euskirchen gelangen die Bautrockner zu den betroffenen Familien“, sagt Astrid Winkler. An die Elbeflut im Jahr 2002 erinnert sie sich noch gut: „Wir hatten zum Glück viele ehrenamtliche Helfer, die sofort zu den Menschen gegangen sind“, sagt sie. Sie sind keine Katastrophenhelfer, aber waren vor Ort, um den Menschen beizustehen und zuzuhören, sagt Astrid Winkler.

Schon damals war sie die Geschäftsführerin der Caritas im Dekanat Meißen. In diesem Jahr feiert sie ihr 25-jähriges Verbandsjubiläum, denn sie ist seit der Gründung 1996 die Chefin des Vereins, der seinen Sitz heute in der Ludwig-Richter-Straße in Meißen hat. In dieser Zeit sind viele Einrichtungen und Dienste in der Region entstanden, die Menschen in Notlagen helfen: „Uns ist wichtig zu betonen, dass wir Menschen jeden Alters helfen“, sagt Sandro Vogt, der als Sozialarbeiter bei der Caritas tätig ist, „wir haben Angebote für Familien und Kinder, für Arbeitssuchende und Senioren und auch für sterbenskranke Menschen.“

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In Meißen sind das die Schuldnerberatung, die Allgemeine Sozialberatung und die Soziale Wohnberatung, die immer häufiger gebraucht werden, das Franziskus-Kinderhaus, Hospiz- und Palliativberatungsdienste und Betreuung für Menschen mit Pflegebedarf. Auch in Radebeul bietet die Caritas Schuldnerberatung an, in Coswig gibt es das Christliche Kinderhaus St. Martin und in Riesa ebenfalls die Einrichtungen für alte Menschen mit Pflegebedarf sowie den Hospizdienst. Die Caritas ist Arbeitgeber für 60 Mitarbeiter in der Region, aber der Großteil hilft ehrenamtlich, vor allem in der ambulanten Hospizarbeit und bei der Betreuung von Pflegebedürftigen.

Das erste Projekt des Vereins war die Tagesgruppe zur Erziehung in Gröditz, die es bis heute gibt. Dort werden Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsschwierigkeiten jeden Tag betreut: „Meist sind es Kinder, deren Eltern Probleme mit der Erziehung haben“, sagt Astrid Winkler. Bis zu zehn Kinder werden über zwei Jahre täglich betreut, wenn sie wollen. „Sie erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben und lernen das soziale Miteinander“, sagt die Geschäftsführerin.

Obwohl es die Caritas im Landkreis schon seit 25 Jahren gibt, scheinen viele das nicht zu wissen: „Wir hören immer wieder, dass Leute sagen, dass sie schon viel früher zu uns gekommen wären, hätten sie von uns gewusst“, sagt Astrid Winkler. Die Menschen sollen wissen, dass sie hier Hilfsangebote finden, sagt sie. Die 55-Jährige wollte eigentlich Lehrerin oder Erzieherin werden, was ihr in DDR-Zeiten anfangs nicht möglich war, sagt sie. Bei der Caritas machte sie dann doch die Ausbildung und arbeitete danach für sechs Jahre in einem Tageskindergarten in Plauen und Dresden. Nach der Wende studierte sie an der Katholischen Fachhochschule in Berlin Diplom-Sozialarbeiterin.

Danach hatte sie den Wunsch, wieder für die Caritas zu arbeiten und ging nach Meißen. Hier war die Stelle anfangs nur von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin besetzt: „Es gab noch keine festen Strukturen, alles war noch im Aufbau und das fand ich sehr spannend“, sagt Astrid Winkler. Als sie die Leitung übernimmt, ist sie erst 30 Jahre jung: „Das war schon eine mutige Entscheidung“, sagt die 55-Jährige heute. Ganz am Anfang musste sie Klinken putzen, sich überall in den öffentlichen Verwaltungen vorstellen und herausfinden, wo es Not gab und Unterstützungsangebote gebraucht wurden.

Heute merken die Berater, dass soziale Problemlagen in Meißen stärker auftreten als in anderen Städten und Gemeinden des Elblandes, sagt Sandro Vogt: „Viele Menschen kommen zur Schuldnerberatung zu ihm oder weil sie Probleme haben, hier eine bezahlbare Wohnung zu finden“, sagt er. Die Soziale Wohnberatung hilft dann zum Beispiel bei der Wohnungssuche und stellt Kontakt zu Vermietern her. Die Caritas versteht sich als offenes Haus, sagt Astrid Winkler. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es gerade allerdings keine offenen Sprechzeiten.

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