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Sieben neue Corona-Fälle im Landkreis Meißen

Auch der Inzidenzwert stieg deutlich an. Forscher suchen nach Möglichkeiten, Herzentzündungen nach überstandener Covid-Infektion zu verhindern.

Ein großes illuminertes Herz. Es steht auch als Symbol in Pandemie-Zeiten. Corona-Viren können das menschliche Herz angreifen. Forscher versuchen das mit Biotechnologie zu verhindern. Im Landkreis Meißen steigen die Corona-Fälle wieder an.
Ein großes illuminertes Herz. Es steht auch als Symbol in Pandemie-Zeiten. Corona-Viren können das menschliche Herz angreifen. Forscher versuchen das mit Biotechnologie zu verhindern. Im Landkreis Meißen steigen die Corona-Fälle wieder an. © Paul Zinken/dpa-Zentralbild

Meißen. Das Virus startet im Landkreis Meißen neu durch. Ziemlich kräftig sogar. So einen starken Anstieg an einem Tag gab es  seit Ende März/Anfang April nicht mehr.  Mit Stand vom Dienstag sind sieben neue Corona-Fälle im Vergleich zum Vortag hinzugekommen, teilte das Landratsamt mit.  Insgesamt gibt es jetzt 297 positiv getestete Personen. Davon befinden sich 21 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Hinzu kommen 33 Kontaktpersonen von positiven Fällen.

Der Inzidenzwert (Zahl der Neuerkrankungen) für den Landkreis Meißen liegt am Dienstag  bei 6,2. Ein deutlicher Anstieg zum Vortag (4,0).  Der bisher höchste Wert wurde am 27. April mit 7,4 erreicht. Steigt der Wert auf 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, müssen die Behörden verschärfende Maßnahmen ergreifen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. 

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Aktuell ist eine Person stationär im Krankenhaus  aufgenommen. 20 Personen sind bisher insgesamt verstorben. Die Supercomputer der Universität Osnabrück zeigen mit Stand vom 4. Oktober weiterhin eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit von weiter steigenden Infektionszahlen im Landkreis Meißen an.

Sieben neue Corona-Fälle.
Sieben neue Corona-Fälle. © Gesundheitsamt Meißen
Die beiden Kurven wollen nach oben.
Die beiden Kurven wollen nach oben. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen
Noch ist die rote Linie fern.
Noch ist die rote Linie fern. © Gesundheitsamt Meißen

Das Corona-Virus scheint nicht nur bei älteren Menschen mit Grunderkrankungen zu Herzschädigungen zu führen. Auch nur leicht erkrankte, jüngere Patienten können nach überstandener Covid-19-Infektion Entzündungen im Herzmuskel oder im Herzbeutel aufweisen. Die Ursache dafür liegt in einem Enzym mit dem Namen ACE2. Es steuert den Salz- und Flüssigkeitshaushalt im Körper und regelt den Blutdruck. Aber es ist auch ein Einfallstor für die Viren.  Weil es sich auch in Herzmuskelzellen befindet, können die Viren das Herz befallen. Eine Forschungsgruppe der Medizinischen Hochschule Hannover hat  eine Möglichkeit entdeckt, diesen Weg für das Coronavirus zu blockieren. Die Studie unter der Leitung von Institutsdirektor Professor Dr. Dr. Thomas Thum wurde jetzt veröffentlich. 

Die Forscher suchten Wege, um die Enzymkonzentration herunter zu regulieren.  Sie fanden so genannte mikroRNAs, die das übernehmen können. MikroRNAs sind winzige, nicht-codierende Gen-Schnipsel. Im nächsten Schritt muss das vielversprechende Ergebnis aus den Zellkultur-Versuchen in lebenden Organsimen überprüft werden. Sollte die Studie erfolgreich verlaufen, könnte der Einsatz der mikroRNAs künftig eine wichtige Strategie im Kampf gegen Coronaviren sein – selbst dann, wenn es einen wirksamen Impfstoff gibt. 

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