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Der Breitbandausbau beginnt

Noch gibt es in vielen Ortsteilen Nossens fast gar kein Internet. Das wird sich nun ändern. Bis zu einem Gigabit pro Sekunde schnell können die Einwohner bald surfen.

Bürgermeister Christian Bartusch (rechts) und Rolf-Peter Scharfe von Vodafone haben den Vertrag für Breitbandausbau in Nossen unterschrieben.
Bürgermeister Christian Bartusch (rechts) und Rolf-Peter Scharfe von Vodafone haben den Vertrag für Breitbandausbau in Nossen unterschrieben. © Uta Büttner

Nossen. In 30 Monaten soll fast ganz Nossen an das Turbo-Internet mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde angeschlossen sein – das haben die Stadt Nossen und das Kommunikationsunternehmen Vodafone bei der Unterzeichnung ihres Kooperationsvertrages zum Ausbau des Glasfasernetzes in der Kommune am Donnerstag im Ratssaal versprochen. Ein ehrgeiziges Ziel. Um das zu erreichen, ist das Telekommunikationsunternehmen bereits mit der Planung in Vorleistung gegangen, wie die Vertragspartner mitteilen.

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In den kommenden zweieinhalb Jahren sollen fast 3.000 Haushalte und Unternehmen an das Breitbandnetz angeschlossen werden. Rund 2.200 davon erhalten den Anschluss im Rahmen des geförderten „Weiße-Flecken-Programm“ von Bund und Land. Vodafone prüfe zudem, ob weitere 755 Haushalte entlang der geplanten Glasfaser-Trassen angeschlossen werden können. Diese sind sogenannte „Vortriebsadressen“, die mehr als 30 Megabit pro Sekunde bereits anliegen haben, aber damit von der neuesten Technologie ausgeschlossen sind und damit über keinen zeitgemäßen Internetanschluss verfügen.

„Mit dem geförderten Breitbandausbau werden die Karten nun neu gemischt. Neben den privaten Nutzern ist das Breitband ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dabei denke ich auch an die Freiberufler, die große Datenmengen versenden wie beispielsweise Architekten. Aber natürlich auch an die Betriebe, die schnelles Internet brauchen. Das Leben und Arbeiten auf dem Land wird damit noch attraktiver“, sagte Bürgermeister Christian Bartusch (SPD).

Besonders den Wirtschaftsfaktor hob auch Ines Fröhlich vom sächsischen Wirtschaftsministerium hervor. „Dieses Vorhaben ist nicht nur ein wichtiges Zukunftsprojekt für die Menschen in Nossen, sei es als Schüler, Unternehmer oder Bürger. Es bringt uns alle im Freistaat voran“, sagte sie.

Tiefbau auf 170 Kilometern Länge

Die Baumaßnahme wird mit 9,8 Millionen Euro vom Bund gefördert, kofinanziert wird das Projekt mit 7,8 Millionen Euro durch den Freistaat Sachsen. Rund zwei Millionen Euro Eigenmittel sind durch die Kommune zu stemmen. Seit drei Jahren arbeitet die Kommune an dem Projekt Breitbandausbau.

44 Ortsteile, die von keinen Eigenausbaugebieten der Telekommunikations-Unternehmen erfasst sind, werden komplett erschlossen. Aber auch in den restlichen zwölf Ortschaften werde Vodafone aktiv sein, da an einigen Adressen auch dort weniger als 30 Megabit pro Sekunde anliegen.

Rolf-Peter Scharfe, Leiter der Glasfaser-Kooperationen bei Vodafone, sagte, die Planungen für den Tiefbau seien gut verlaufen. Im Spätsommer sollen die ersten Bauarbeiten beginnen. „Wir sind im ständigen Austausch mit der Stadt. Die Zusammenarbeit ist sehr gut.“ Bis Mitte September läuft jetzt die Vorvermarktungskampagne des Unternehmens. Um die Gebäude mit gigabitschnellem Internet zu versorgen, muss laut Vodafone Glasfaser auf einer Trassenlänge von mehr als 170 Kilometern verlegt werden.

Zunächst gilt es nun, dass die Gebäudenutzungsverträge von den Bürgern unterschrieben werden. Dies ist mit keinerlei Kosten verbunden. Doch allein, dass eine Glasfaser anliegt, bringt noch kein Internet ins Haus. Dafür muss zusätzlich ein Produktvertrag unterschrieben werden. Zur Wahl stehen drei Produkte mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Für zwölf Monate kostet jeder Anschluss von „1.000 Glasfaser“ bis „100 Glasfaser“ knapp 40 Euro, danach sind die Preise je nach gewünschten Download-Geschwindigkeiten unterschiedlich. Ein Wechsel in einen niedrigeren Tarif ist jedoch ohne Gebühren nach einem Jahr möglich.

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