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Elbepegel steigt deutlich an

Die Ursache für den Anstieg der Elbe rund um Dresden liegt im Nachbarland Tschechien. Wie es in den nächsten Tagen weitergeht.

Von Peter Redlich
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Es wird langsam eng mit dem Parken am Meißner Elbufer. Der Flusspegel wird auch noch am Dienstag weiter ansteigen.
Es wird langsam eng mit dem Parken am Meißner Elbufer. Der Flusspegel wird auch noch am Dienstag weiter ansteigen. © Ulf Mallek

Radebeul/Meißen/Riesa. Was die meisten Spaziergänger entlang der Elbe nach Neujahr schon bemerkt haben, wird jetzt noch zunehmen - der Pegel der Elbe steigt an. Von etwa 1,50 Meter Pegelstand Dresden auf jetzt deutlich über zwei Meter ist der Fluss angeschwollen. Montagmittag ging er auf Richtung 2,50 Meter.

Ähnlich die Entwicklung auch schon in Meißen und Riesa. Die Domstadt kommt von knapp unter zwei Metern Pegelstand und hat am Montagnachmittag schon fast drei Meter erreicht. Besonders deutlich merken das all jene, die an der Elbe auf den ausgewiesenen Parkplätzen ihr Fahrzeug abstellen wollen. Dort ist Vorsicht geboten. Spätestens bei Dunkelheit sollten die Autos dort weggeholt werden.

In Riesa hat sich der Elbepegel von reichlich zwei Metern vor Silvester auf jetzt drei Meter entwickelt. Tendenz weiter steigend.

Entscheidend für das Anschwellen des Flusses sind die Wasserabflüsse in Böhmen und im Riesengebirge. In Spindlermühle (Spindleruv Mlyn) lagen über 20 Zentimeter Schnee. Mit den steigenden Temperaturen und vereinzelten Regenfällen ist das alles Richtung Tal abgeflossen und in der Moldau und der Elbe gelandet. Zwei bis drei Tage dauert es - je nach der Geschwindigkeit beim Abtauen und der Menge der durchfließenden Kubikmeter - bis das Wasser zum Pegelanstieg im Elbland führt.

Pegel steigt kommende Tage weiter an

Mittlerweile sind fast alle Schneereste in den nahen Gebirgen Tschechiens abgetaut. Spindlermühle ist grün. Aber ein Teil des Tauwassers ist noch auf dem Weg nach Dresden und weiter elbabwärts. Die Prognosen sagen voraus, dass der Pegel Dresden morgen und übermorgen noch auf bis zu drei Meter ansteigen kann.

Die Durchflussmengen könnten 500 Kubikmeter je Sekunde leicht übersteigen. Beim Jahrhunderthochwasser mit knapp zehn Meter Elbepegel Dresden waren es fast neunmal so viele Kubikmeter je Sekunde.

An der Moldau und in der tschechischen Elbe führte das Tauwetter schon zu einem Scheitel des Elbepegels und vorerst keinem weiteren Ansteigen. In Usti hat die Elbe derzeit etwa 2,70 Meter Pegelstand. Bei vier Metern wird dort die erste Warnstufe ausgerufen, genauso wie in Dresden bei vier Metern. Die Moldau hat etwa einen Meter erreicht. Bei 3,70 Meter beginnen hier die Warnungen.

Zur Beruhigung des Abtauens werden auch die niedrigeren Temperaturen der nächsten Tage beitragen. Allerdings fällt dann auch wieder Schnee im Riesengebirge.