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Die drei Bürgermeister-Kandidaten

Am 11. Oktober wird Nossens Stadtoberhaupt gewählt. Die SZ hat die Kandidaten nach ihren Qualifikationen, Zielen und Chancen gefragt.

Bald zieht in das Nossener Rathaus ein neuer Bürgermeister ein.
Bald zieht in das Nossener Rathaus ein neuer Bürgermeister ein. © Claudia Hübschmann

Nossen. Eine Frau und zwei Männer bewerben sich für das höchste Amt in Nossen: die Raußlitzer Lebensmitteltechnologin Angela Haas (parteilos, für die UBL), Berufssoldat Gerald Rabe aus Deutschenbora (parteilos, für die CDU) und der Nossener Verwaltungswirt Christian Bartusch (SPD).

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Welche Qualifikation bringen Sie für das Bürgermeisteramt mit?

Haas: Erstmal bringe ich ein abgeschlossenes Hochschulstudium und langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft sowie im Bereich Schule und Ausbildung mit. Regelmäßiger Kontakt und ein offenes Ohr für die Probleme aber auch Ideen und Anregungen meiner Mitmenschen sind für mich selbstverständlich. Ich bin gut in der Lage, mich in verschiedenste Sachverhalte schnell und fundiert einzulesen, Probleme effektiv und zielorientiert anzufassen, anzusprechen und zu deren Lösung beizutragen ohne dabei unliebsame Dinge, Themen auszusparen.

Rabe: Ich habe ein Studium der Staats- und Sozialwissenschaften mit Vertiefungsrichtung Politik, eine stark ausgeprägte Führungskompetenz und hohes Verantwortungsbewusstsein durch das berufliche Aufgabenfeld sowie Menschenkenntnis und Empathie.

Bartusch: Ich bin Diplom-Verwaltungswirt mit über zehnjähriger Berufserfahrung in der Stadtverwaltung Zwickau. Dort habe ich als Sachgebietsleiter und stellvertretender Amtsleiter der Kämmerei Führungsverantwortung und Einblick in alle Fachbereiche der Stadtverwaltung. Für die Stadt Zwickau bin ich zudem Aufsichtsrat in drei kommunalen Unternehmen. Seit über zehn Jahren bilde ich Verwaltungsfachangestellte und Verwaltungswirte aus.

Welche kommunalpolitischen Erfahrungen haben Sie?

Haas: Seit 2019 bin ich Stadträtin in Nossen und Aufsichtsratsmitglied der WVG. Seit der Einführung der letzten Abwassergebührensatzung habe ich mich mit dieser Thematik sehr intensiv auseinandergesetzt. Zurzeit arbeite ich mit drei weiteren Stadträten und der Verwaltung an der Erstellung des Haushaltsplanes 2021.

Rabe: Seit 2014 bin ich Stadtrat in Nossen. Bis 2019 war ich 1. stellvertretender Bürgermeister. Seit 2019 bin ich Kreisrat und ehrenamtlicher stellvertretender Landrat. Ich kenne die Vorzüge aber auch Herausforderungen der Stadt Nossen in der kommunalpolitischen Arbeit in allen Facetten.

Bartusch: Ich bin Stadtrat, Kreisrat und 2. stellvertretender Bürgermeister der Stadt Nossen. Natürlich hat auch meine Tätigkeit in der Stadtverwaltung Zwickau kommunalpolitische Bezüge: von der Erstellung von Beschlussvorlagen, der Teilnahme an Ausschuss- und Stadtratssitzungen bis zur Vorbereitung von Redebeiträgen für die Bürgermeister.

Welche Maßnahmen werden Sie für mehr Transparenz in der Arbeit des Stadtrates und der Verwaltung vornehmen?

Haas: Das durch UBL und SPD geforderte und bereits im Stadtrat beschlossene Ratsinformationssystem muss schnellstmöglich an den Start gebracht werden. In der Einführung von Ortschaftsräten und regelmäßigen Ortsteilbesuchen sehe ich ebenfalls eine gute Möglichkeit, transparenter zu werden.

Rabe: Die Internetpräsenz mit erleichtertem Zugriff auf Stadtratsbeschlüsse aber auch auf die Arbeit und Ergebnisse in den Ausschüssen muss stetig verbessert werden. Transparenz entsteht vor allem durch direkte Kommunikation, zum Beispiel durch Gesprächsrunden vor Ort, abwechselnd in verschieden Ortsteilen. Es darf für die Bürger keine „Hürde“ sein, ihre Anliegen in der Verwaltung vorzutragen.

Bartusch: Ich möchte, dass die Beschlussvorlagen des Stadtrats künftig vor der Sitzung veröffentlicht werden, damit sich die Bürgerinnen und Bürger eine Meinung zu anstehenden Entscheidungen bilden können. Deshalb habe ich bereits zur ersten Stadtratssitzung im September einen Antrag zur Einführung eines Ratsinformationssystems verfasst und gemeinsam mit der UBL und der UBN erfolgreich eingebracht. 

Als Bürgermeister werde ich Einwohnerversammlungen und regelmäßige Bürgersprechstunden an verschiedenen Orten durchführen. Über das Geschehen in der Stadt werde ich regelmäßig informieren und die hierzu bestehenden Formate um digitale Angebote ergänzen.

Derzeit herrscht im Stadtrat häufig ein Lagerkampf. Was wollen Sie tun, um ein gemeinsames Handeln für die Kommune zu erreichen?

Haas: Populistischen Tendenzen will ich mich nicht unterwerfen. Diskussionen sind ein wichtiger Teil gelebter Demokratie. Ich sehe das Amt als Moderator, der Diskussionen lenken kann, damit allen die gleiche Möglichkeit gewährt wird, ihre Gedanken zu äußern. Außerdem schätze ich mich fachlich und kommunikativ so kompetent ein, eine Debatte sachlich zu führen, um zu einem gemeinsamen Ziel zu gelangen.

Rabe: Es muss das Verständnis dafür entwickelt werden, dass der Stadtrat an einem Strang ziehen muss. Persönliche Befindlichkeiten und Differenzen müssen außer Acht gelassen werden. Parteipolitische Zugehörigkeiten sollten auf kommunaler Ebene keine Rolle spielen, es geht um Sachthemen zur Weiterentwicklung und Verbesserung unserer großen Kommune. Dies würde ich zusammen mit dem Stadtrat angehen wollen und sehe die Zeit nach der Wahl als Chance für einen Neubeginn in der Zusammenarbeit.

Bartusch: Ich glaube, dass die aktuellen Misstöne im Stadtrat sehr stark auf gegenseitigem Misstrauen beruhen. Ich möchte als Bürgermeister Stadt und Land gleichberechtigt entwickeln und dadurch Vertrauen auf allen Seiten aufbauen. Der Bürgermeister ist gleichzeitig Vorsitzender des Stadtrats.

 In dieser Funktion möchte ich schlichtend, moderierend und ausgleichend wirken. Hierbei kommt mir zugute, dass ich nicht in die Konflikte der vergangenen Amtsperiode involviert war. Der Wechsel an der Rathausspitze soll auch eine neue Kultur im gegenseitigen Umgang einleiten.

Wie sehen Sie Ihre Chancen, gewählt zu werden?

Haas: Meine Beweggründe, mich dieser Herausforderung zu stellen, waren, dass in unserer Kommune viele Dinge verbessert beziehungsweise überhaupt in Angriff genommen werden müssen. Ich denke, dass viele Menschen das ebenso sehen und mir deshalb diesen Vertrauensvorschuss auf ihrem Stimmzettel aussprechen.

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Rabe: Aufgrund der von mir formulierten Ziele für unsere große Kommune und der Kompetenzen, welche ich für das Bürgermeisteramt mitbringe, gehe ich mit Optimismus in die Wahl und schätze meine Chancen als gut ein.

Bartusch: Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme nach fachlicher Qualifikation und beruflicher Erfahrung vergeben. Dann stünden meine Chancen recht gut.

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