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Die Rückkehr eines Ehrenbürgers

Samuel Hahnemann soll in der Stadt sichtbar werden. Für diesen Vorschlag hat die Stadt bei einem sachsenweiten Wettbewerb einen Sonderpreis erhalten.

Noch ist es ein Modell: Quartiersmanager Marcel Noack zeigt den Entwurf einer Skulptur für den Hahnemannsplatz.
Noch ist es ein Modell: Quartiersmanager Marcel Noack zeigt den Entwurf einer Skulptur für den Hahnemannsplatz. © Claudia Hübschmann

Meißen. „Samuel Hahnemann, der Vater der Homöopathie und Ehrenbürger der Stadt Meißen, ist ohne Zweifel eine herausragende Persönlichkeit. Während seine alternative Heilmethode heute weltweit Anhänger verbindet, sind die Spuren in seiner Geburtsstadt wenig sichtbar.“ So steht es in einem Faltblatt, mit dem sich die Stadt am City-Wettbewerb „Ab in die Mittel!“ beteiligt hatte – natürlich mit dem Ziel, die beschriebene Situation zu ändern. Eine mannshohe Skulptur soll den Ehrenbürger in seine Geburtsstadt zurückkehren lassen – so schlägt es der Meißner Wettbewerbsbeitrag vor, den die Juroren in Leipzig mit einem Sonderpreis bedachten.

Dem Motto des 2020er sachsenweiten City-Wettbewerbs „Stadt gemeinsam stärken: Handeln, Teilen, Mitentscheiden…“ entsprechend, hatte sich Meißen für seinen Beitrag erneut mit dem Hahnemannsplatz beschäftigt. „Natürlich ging es dabei auch darum, der schön sanierten Straße zu mehr Aufenthaltsqualität zu verhelfen“, sagt Marcel Noack, der sich als Quartiersmanager beim Ausarbeiten des Wettbewerbsbeitrages den Hut aufgesetzt hatte.

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Konkrete Ideen wurden in mehreren Runden mit Anliegern, Hauseigentümern und Geschäftsinhabern der Straße entwickelt. Bei solchen Zusammenkünften war bereits vor sechs Jahren verabredet worden, die Straße in den Abendstunden in blaues Licht zu tauchen, wofür Meißen im Jahr 2014 beim City-Wettbewerb einen Sonderpreis erhielt. Mehrere Jahre wurden die Scheinwerfer in der Adventszeit eingeschaltet – was viele Einheimische und Gäste mit freundlichem Staunen aufnahmen.

Diesmal ging es darum, den Namensgeber der Straße, der im Eckhaus zum Neumarkt geboren wurde, im Stadtbild mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, wie Marcel Noack erläutert. Dazu soll eine von der Leipziger Künstlerin Heinke Binder entworfene Keramik-Skulptur, die Samuel Hahnemann darstellt, beitragen.

Diese Visualisierung zeigt den Ort, wo die Hahnemann-Skulptur aufgestellt werden soll. Davor ist eine Bodenplatte mit Informationen zum Leben und Wirken des großen Sohnes der Stadt vorgesehen.
Diese Visualisierung zeigt den Ort, wo die Hahnemann-Skulptur aufgestellt werden soll. Davor ist eine Bodenplatte mit Informationen zum Leben und Wirken des großen Sohnes der Stadt vorgesehen. © Stadt Meißen

Die Skulptur und eine davor in den Boden eingelassene Platte mit Daten aus dem Leben Hahnemanns sowie gestaltete Schaufenster sollen mit dem großen Sohn der Stadt bekannt machen. Beim inhaltlichen Gestalten und Anfertigen der Infotafeln wird das Hahnemannzentrum Meißen e.V. helfen, wie Vereinschef Helge Landmann informiert. Wegweisungen und die Begrünung der Straße mit Pflanzen, die homöopathische Wirkstoffe enthalten, sollen außerdem dazu beitragen, der Straße selbst mehr Aufenthaltsqualität zu verschaffen.

Idee für ein Hahnemannfest

Im Zuge der Umsetzung des ausgezeichneten Wettbewerbsbeitrages könnte auch der lang gehegte Wunsch, ein Info-Zentrum des Dachverbandes der Hahnemannstätten im Geburtshaus Hahnemanns einzurichten, endlich in Erfüllung gehen, hoffen die Akteure. Die auf der Straße vermittelten Informationen zu Samuel Hahnemann und zur Homöopathie könnten zugleich neue Angebote für besondere Stadtführungen oder Entdeckungstouren für Schüler eröffnen.

Die Einweihung der Skulptur, die der Wettbewerbsbeitrag für April 2022 vorschlägt – am 10. April stünde dann der 267. Geburtstag von Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) an – könnte mit einem Fest verbunden sein, das sich künftig fest im Meißner Veranstaltungskalender etablieren ließe. Das könnte dazu beitragen, Meißen auch als Hahnemann-Stadt zu bewerben und zu vermarkten, bringt Marcel Noack die mit diesem Projekt verbundenen Hoffnungen auf den Punkt.

Ein Modell der Hahnemann-Skulptur steht bereits in seinem Büro. 23.000 Euro für die Anfertigung des Kunstwerkes und von Informationstafeln und Wegweisern sowie weitere 5.000 Euro für das Aufstellen und Anbringen sehen die finanziellen Planungen vor, die Bestandteil des eingereichten Wettbewerbsbeitrages sind. Insgesamt 31.500 Euro würden insgesamt gebraucht, um die Ideen wie vorgeschlagen umsetzen zu können.

11.000 Euro könnten über Fördermittel finanziert werden. 20.500 Euro sollen über Eigenleistungen der Stadt, Sponsoring und Spenden zusammenkommen. Die an der Straße ansässigen Geschäfte sowie das Hahnemannzentrum haben bereits Unterstützung signalisiert, sagt Marcel Noack. Weitere Sponsoren sind herzlich willkommen.

Blumenschmuck für die Geländer

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Der Sonderpreis, der dem Meißner Wettbewerbsbeitrag zugesprochen wurde, soll sich in diesem Frühjahr auswirken: Die Stadt erhält Blumenschmuck im Wert von 2.500 Euro, den das holländische Unternehmen Flower and Shower stiftet. Damit lassen sich 23 Blumenkästen bestücken, nennt Marcel Noack eine mögliche Variante, über die derzeit noch hinter den Kulissen diskutiert wird. Diese Blumenkästen könnten die Geländer am Triebischsteg und auf der Brücke über die Triebisch verzieren – und schon bald neue Hingucker auf dem Hahnemannsplatz schaffen.

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