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Meißen

Ein moralisches Dilemma

Ulf Mallek über den CDU-Präsenz-Parteitag in Großenhain.

© dpa

Wir sind zu Weihnachten nicht zu den Schwiegereltern gefahren. Viele Familien hielten es ähnlich, schränkten ihre Kontakte ein, wollten niemanden gefährden. Der Landkreis Meißen ist jetzt wieder deutscher Corona-Spitzenreiter, ein Hotspot wie kein anderer Kreis, die CDU aber pfeift drauf und lädt, als sei nichts gewesen, zu einem Präsenzparteitag nach Großenhain.

Es macht es nicht besser, wenn Kreisvorsitzender Sebastian Fischer auf die Bautzener zeigt, die es am Sonnabend den Meißnern gleich tun. Ging es wirklich nicht anders? Gab es keine bessere Lösung? Online vielleicht? Die Bundes-CDU macht es ja vor und selbst die Entscheidung des Kreisvorstandes zu dieser Präsenzwahl fiel online.

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Doch ziemlich glaubhaft versicherte der CDU-Landesverband Sachsen: Nein, rechtssicher geht es nicht anders. Weder online, noch hybrid, noch per Brief. Möglicherweise wird sich das bald mal ändern, aber noch ist es nicht soweit.

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Es ist offensichtlich das gleiche Problem, vor dem die Schulen stehen und die Corona-Warn-App. Wir sind Nachsitzer in Sachen Digitalisierung. Gestehen wir der CDU ein moralisches Dilemma zu, denn es geht ja auch um unsere Demokratie. Dennoch hat sie falsch entschieden, vielleicht sogar verantwortungslos. Es gab keinen Zeitdruck.

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