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Ein Oscar der Schwarz-Weiß-Fotografie

Der Meißner Fotograf Doc Winkler hat an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen – mit Erfolg.

Dieses Foto, auf dem der Meißner Fotograf ein eisiges Naturschauspiel festhielt, wurde in Beverly Hills prämiert.
Dieses Foto, auf dem der Meißner Fotograf ein eisiges Naturschauspiel festhielt, wurde in Beverly Hills prämiert. © Doc Winkler

Meißen/Radebeul. „Das habe ich noch nie erlebt“, erinnert sich Uwe Winkler an jenen Moment im Februar dieses Jahres, als seine Fotos entstanden. Im finnischen Lappland war er in einen Whiteout geraten. Dieser Begriff beschreibt ein meteorologisches Phänomen: die Helligkeit, die bei schneebedecktem Boden und gedämpften Sonnenlicht beobachtet werden kann.

„Aufgrund der starken diffusen Reflexion des Sonnenlichts und der damit einhergehenden sehr hohen minimalen Leuchtdichte kommt es zu einer sehr starken Kontrastverringerung, das gesamte Blickfeld scheint gleichmäßig hell zu sein“, heißt es bei Wikipedia. Und: „Das hat ein Verschwinden des Horizontes zur Folge – Boden und Himmel gehen nahtlos ineinander über.“

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Dieses Foto wurde von der internationalen Jury mit dem Prädikat "Nominee" versehen.
Dieses Foto wurde von der internationalen Jury mit dem Prädikat "Nominee" versehen. © Doc Winkler

„Es war, als wandere man auf einem Blatt weißem Papier“, berichtet der Fotograf, der in Meißen arbeitet und in Radebeul wohnt. Nur wenige Motive konnte Uwe Winkler mit seiner Kamera einfangen, ehe sie im Eisnebel bei -15 Grad Celsius eingefroren war. Als er nach seiner Reise in den hohen Norden die Aufnahmen betrachtete, war er beeindruckt. Das Grau des Himmels geht in das Weiß des Schnees über – besser als mithilfe der Schwarz-Weiß-Fotografie hätte man dieses Naturschauspiel nicht festhalten können. Die wenigen Bilder dokumentieren „Phasen des Verschwindens von Raum- und Zeitgefühlen“, wie es Uwe Winkler auf seiner Website beschreibt.

Bei einem Workshop zur Schwarz-Weiß-Fotografie hatte er vom Wettbewerb um die Black & White Photographie Spider Awards erfahren. Jährlich werden in Beverly Hills bei Los Angeles die Oscars der künstlerischen Schwarz-Weiß-Fotografie vergeben, berichtet Uwe Winkler, der sich wegen der Namensgleichheit mit einem Leipziger Fotografen auch Doc Winkler nennt. Mit seiner Whiteout-Serie wagte er seine erste Bewerbung bei diesem Wettbewerb, dessen Renomme auch durch die Juroren geprägt wird. Große Fotografen, Kuratoren, Galeristen und Vertreter berühmter Auktionshäuser gehören ihr an.

Am vergangenen Wochenende gab die Jury in Beverly Hills die Preisträger des 15. Wettbewerbes, an dem sich Fotografen aus fast 80 Ländern beteiligt hatten, in den einzelnen Kategorien bekannt. Klar, dass Uwe Winkle die Live-Übertragung aus Kalifornien verfolgt hat – in seiner Radebeuler Wohnung, am Computer. Dabei war Geduld gefragt, denn die Internet-Übertragung brach wegen Überlastung in der Nacht zusammen. Erst am Sonntagmorgen war es wieder möglich, der Oscar-Bekanntgabe für die Fotografen beizuwohnen.

Am Sonntagabend dann die Bestätigung: In der Kategorie „Nature Professional“ wurden zwei Bilder seiner Serie prämiert – eines mit einem „Honorable Mention“, das nun im Wettbewerbsjournal veröffentlicht wird, und eines mit einem „Nominee“, das ein Zertifikat erhält.

„Mit diesem Erfolg habe ich nicht gerechnet“, freut sich der Meißner Fotograf. Die gute Nachricht, die ihn aus Kalifornien erreichte, mache Mut – und das ist in diesem schwierigen Jahr besonders wichtig.

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