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Eine Impfflotte für den Landkreis

Seit knapp einer Woche ist ein mobiles Impfteam in den Pflegeheimen im Landkreis unterwegs. Bis Donnerstag hat es 319 Bewohner und Mitarbeiter gegen das Corona-Virus geimpft.

Zwei Mitarbeiter des ASB versorgen die 90-jährige Hilde Kaulfuß mit dem Corona-Impfstoff. Bisher ist nur ein mobiles Impfteam für die Pflegeeinrichtungen im Landkreis verantwortlich.
Zwei Mitarbeiter des ASB versorgen die 90-jährige Hilde Kaulfuß mit dem Corona-Impfstoff. Bisher ist nur ein mobiles Impfteam für die Pflegeeinrichtungen im Landkreis verantwortlich. © ASB Chemnitz

Von Beate Erler

In der ersten Woche des neuen Jahres war Alexander Kurz zum Teil bis zu 14 Stunden am Tag im Einsatz. Etwa 15 Jahre war er Rettungsassistent und seit 20 Jahren ist er Ausbilder beim Katastrophenschutz des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Riesa. Dass er sich freiwillig für das mobile Impfteam im Landkreis Meißen gemeldet hat, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Seit dem 2. Januar war das Team in drei Pflegeheimen unterwegs und hat bisher 319 Personen mit dem Corona-Impfstoff versorgt. Los ging es in Gröditz und vor wenigen Tagen nach Meißen. Die Namen der Einrichtungen dürfen sie nicht verraten.

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Der bundesweite Covid-19-Impfstart war Ende Dezember. Seit Neujahr wurden weitere mobile Impfteams in Sachsen zur Verfügung gestellt. Neben dem ASB stellen die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) die bisher insgesamt 13 mobilen Impfteams in Sachsen. Sie sollen die Tätigkeit der stationären Impfzentren ergänzen und vor allem die älteren Menschen und das Pflegepersonal impfen.

Bisher ist der ASB im gesamten Landkreis mit nur einem Impfteam unterwegs: „Sobald mehr Impfstoff verfügbar ist, sind wir auch mit erhöhter Mannschaftsstärke vertreten“, sagt Juliane Federowski vom ASB Landesverband Sachsen e.V.. Das soll voraussichtlich noch Ende dieser Woche der Fall sein. Bis zu fünf Teams aus ASB, Johannitern und Maltesern seien dann im Landkreis möglich, wenn sie vertraglich gebunden werden, sagt Juliane Federowski.

Laut dem Sächsischen Staatsministerium steht der Impfstoff derzeit kontinuierlich, aber nur begrenzt zur Verfügung: „Der Freistaat hat bislang 68.250 Impfdosen geliefert bekommen.“ Die Hälfte der Impfdosen wird für die nötige zweite Impfung zurückgelegt. Damit können aktuell 34.125 Personen mit dem Impfstoff versorgt werden. Über die Hälfte der Impfdosen wurde an die Krankenhäuser ausgeliefert. Der Rest steht den mobilen Impfteams für die Pflegeeinrichtungen sowie den Impfzentren zur Verfügung. Jedes mobile Impfteam kann pro Landkreis täglich 100 Impfdosen verteilen, heißt es aus dem Staatsministerium.

Für Alexander Kurz und seine Kollegen bedeutet das bislang ein Heim pro Einsatz: „Das Impfen ist nichts, das man mal schnell zwischen Frühstück und Mittagessen erledigen kann“, sagt er. Zum Impfteam gehören ein Arzt oder eine Ärztin, eine begleitende medizinische Fachkraft, Sanitäter und Impfhelfer. Der ASB ist im Team für den logistischen Teil verantwortlich: Sie stellen die Fahrzeuge und sind für den Transport, die Vorbereitung und die Dokumentation verantwortlich. Frühmorgens wird die Ausrüstung in das Fahrzeug geladen. Dann geht es in das zentrale Lager des DRK in Dresden, wo die Impfdosen für den jeweiligen Tag abgeholt werden: „Ab nächster Woche soll es sachsenweit mehrere Lager geben, damit die Wege für die Impfteams verkürzt werden“, sagt Juliane Federowski vom ASB Landesverband.

In der Pflegeeinrichtung angekommen, spricht das Team mit dem Einrichtungsleiter, der Raum wird vorbereitet und geklärt ob nur mobil oder auch stationär geimpft werden muss. Vor der Behandlung stellt der Arzt noch die Impffähigkeit der Bewohner und des Personals fest: „Keine Impfung sollte bei Personen stattfinden, die akut an einer Infektionserkrankung oder Entzündungen eines Organs leiden“, sagt Juliane Federowski. So kam es auch schon vor, dass einige wenige Pflegeheimbewohner nicht geimpft werden konnten, weil sie nicht gesund waren.

So kurz nach dem Start der mobilen Impfflotten läuft noch nicht alles nach Plan: „Bisher erfahren wir meist erst einen Tag vorher, in welchen Heimen wir impfen dürfen“, sagt Alexander Kurz. Manche Einsätze können nicht stattfinden und das Team muss kurzfristig woanders hinfahren. „Die Einsätze sind abhängig von einer Reihe externer Faktoren, beispielsweise dem Vorliegen einer Impfeinwilligung der Angehörigen“, erklärt Juliane Federowski.

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Ein Mitarbeiter eines Pflegeheimes im Landkreis kann das bestätigen: „Wir rechnen mit Januar oder Februar“, sagt er, „wir haben auch noch nicht alle Impfeinwilligungen vorliegen.“ Der Großteil der Bewohner wurde hier schon vor einiger Zeit positiv getestet. Besonders der Dezember war ein schlimmer Monat: „Auf meinem Wohnbereich sind mehr als ein Viertel der Bewohner gestorben“, sagt er. Dass es mit den mobilen Impfteams gerade in Sachsen hier und da stockt, kann er aber nachvollziehen: „In Heime, die unter Quarantäne stehen, kann man die Impfteams ja nicht reinschicken.“

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