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Endlich ein eigener Computer

In Meißen wurden erneut Laptops an Schüler verschenkt. Doch es muss noch mehr drin sein.

Mal schauen, was drin ist. Ein Schüler der Meißner Triebischtalschule freut sich über Unterstützung beim Lernen durch ein aufgearbeitetes Laptop von der Initiative "Hey Alter".
Mal schauen, was drin ist. Ein Schüler der Meißner Triebischtalschule freut sich über Unterstützung beim Lernen durch ein aufgearbeitetes Laptop von der Initiative "Hey Alter". © Claudia Hübschmann

Meißen. Wenn Montagfrüh im Lockdown die Schulaufgaben eintreffen - und eher passiert das sehr oft nicht - geht der Streit unter den Geschwistern los. Wer darf sie zuerst herunterladen? Wer darf sie zuerst ausdrucken? Im Laufe des Tages wird es darum gehen, wie die Resultate eingescannt werden.

In den nächsten Monaten sollte es in Meißen weniger dieser Streitfälle geben. Am Dienstagmorgen erhalten zwölf Schüler der Triebischtalschule einen Streitschlichter in Form eines Laptops. Möglich wird dies durch eine Initiative der Dresdner Firma PDV-Systeme Sachsen. Den Spezialisten für IT-Systeme gibt es mittlerweile seit 30 Jahren. Das Unternehmen zählt 86 Mitarbeiter. Aus der Firmenzentrale haben sich die Marketing-Verantwortliche Sandra Buschmann und Fachplaner Kai-Uwe Schurig nach Meißen auf den Weg gemacht.

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Bürokratischer Aufwand entfällt

Bereits 2020 hätten sie von der Braunschweiger Initiative "Hey Alter" aus Braunschweig erfahren. Unter ihrem Dach werden dezentral ältere, aber gut funktionierende Rechner eingesammelt. Partnerbetriebe arbeiten sie für den Unterrichtsgebrauch auf. Anschließend werden die Geräte an Familien verteilt, wo entsprechende Lücken bestehen. Dieser Ansatz schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die durch die Pandemie bedingten Engpässe bei neuen Notebooks werden umgangen. Aufgrund der Vergabe als Geschenk entfallen Vertragswerke und mögliche Haftungsprobleme. Es entsteht kaum bürokratischer Aufwand.

Durchschnittlich drei Stunden benötigt eine Gruppe engagierter Kollegen pro Gerät, um dieses wieder auf Vordermann zu bringen und mit lizenzfreier Software auszustatten, erzählt Kai-Uwe Schurig. Drei Schulen in Meißen und der Landeshauptstadt konnten mit insgesamt 42 Laptops bereits von diesem besonderen Service profitieren. Eine weitere Schule soll bald folgen.

An alle Klassenstufen gedacht

Vor Ort in der Triebischtalschule haben Leiterin Steffi Wenzel, Klassenlehrer und Kollegen intensiv beraten, welche Kinder und Jugendlichen mit geschenkten Laptops unterstützt werden sollten. Oft fiel die Wahl auf Familien mit mehreren Kindern, in denen der Bedarf besonders groß ausfällt. "Uns war es darüber hinaus wichtig, an alle Klassenstufen zu denken", sagt Steffi Wenzel. Sie betont, wie wichtig es sei, die heimische Lernzeit im Falle eines Lockdowns mit Hilfe der Technik intensiv nutzen zu können.

Was die Hardware für die Schüler anbelangt, sei mittlerweile durch private Initiativen auf verschiedenen Ebenen und die Leihrechner, welche über die Stadt verteilt wurden, ein guter Stand erreicht, so die Schulleiterin. Was nicht heißen solle, dass nicht weitere Rechner willkommen wären. Wesentlich drängender sei allerdings die Aufgabe, die Schule selbst mit schnellem Internet auszustatten. "Hier hinken wir hinter anderen Einrichtungen hinterher", sagt Steffi Wenzel.

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In den nächsten Tagen wird der Heimunterricht für die Kinder und Jugendlichen in Meißen einfacher, die bislang nicht die richtige Technik hatten.

Ein offenes Ohr findet sie mit diesem Wunsch bei Stadträtin Heike Zimmer aus der Fraktion ULM, FDP, CDU und Freien Bürgern im Meißner Stadtrat. "Hier müssen neue Prioritäten gesetzt werden", sagt sie. "Wir bereiten einen entsprechenden Antrag vor."

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