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Falsche Polizistin telefoniert sich durch Landkreis

Telefonbetrüger versuchen, Erspartes zu ergaunern. Das jüngste Opfer fiel auf eine Betrugsmasche herein.

Die Betrüger forderten am Telefon Summen von bis zu 140.000 Euro in bar.
Die Betrüger forderten am Telefon Summen von bis zu 140.000 Euro in bar. © Julian Stratenschulte/dpa

Landkreis. Wenn eine Polizistin am Telefon erzählt, die eigene Tochter hätte einen tödlichen Unfall verursacht, kann einen schnell das Urteilsvermögen verlassen. 

Mit dieser Betrugsmasche versuchen Täter, die gesamten Ersparnisse zu ergaunern: Am Donnerstagvormittag erzählte eine falsche Polizistin einem 82-Jährigen aus dem Käbschütztal, dass nur eine Barzahlung von 140.000 Euro seine Tochter vor dem Gefängnis bewahren könnte. Doch der Vater behielt einen ruhigen Kopf, legte auf und und rief seine Tochter an. Diese bestätigte, dass sie keinen Unfall hatte. Der 82-Jährige verständigte darauf hin die Polizei.

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Es dauerte keine zwanzig Minuten, bis bei einem 83-jährigen Ehepaar aus Meißen das Telefon klingelte. Wieder war eine vermeintliche Polizistin am Apparat. Wieder die gleiche Geschichte: Ihre Tochter hätte einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Diesmal sollte eine Zahlung von 35.000 Euro ihre Tochter aus der Untersuchungshaft erlösen.

Womöglich, um eine erneute Pleite zu vermeiden, schaltete sich bei diesem Telefonat eine weitere Person dazu, die sich als Oberstaatsanwalt ausgab, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Glücklicherweise kam die Tochter noch während des Anrufes zu Besuch. Auch in diesem Fall flog der Betrug auf.

Bei einer ähnlichen Betrugsmasche vor zwei Wochen hatten die Betrüger allerdings mehr Glück: Eine 26-Jährige aus Nossen wollte auf einer Internetplattform ihr Mobiltelefon verkaufen. Eine Unbekannte zeigte Interesse, kaufte das Gerät und redete der Frau ein, dass dabei Gebühren entstanden wären. Die 26-Jährige beglich alles.

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Später rief ein vermeintlicher Mitarbeiter von Interpol an und gab an, dass die Frau einem Betrug zum Opfer fiel und nun selbst involviert wäre: Nun ging es schon um eine vierstellige Summe, abermals überwies die junge Frau das Geld. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie bereits um 2.800 Euro betrogen. Erst als die Täter einige Tage später noch mehr Geld forderten, meldete sie sich bei der Polizei. Mittlerweile hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. (SZ/mgr)

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