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Feuerwehrhaus löst Garage ab

Wie die Heynitzer Feuerwehrleute unter den derzeit schlechten Bedingungen ihren Dienst leisten, ist bewundernswert. Doch ein Ende naht.

Der Heynitzer Wehrleiter Marcel Langenbacher zeigt, wie das neue Feuerwehrgerätehaus aussehen wird.
Der Heynitzer Wehrleiter Marcel Langenbacher zeigt, wie das neue Feuerwehrgerätehaus aussehen wird. © Claudia Hübschmann

Nossen. Marcel Langenbacher strahlt vor Freude. Endlich ist es so weit. Nach vielen Jahren bekommt die Freiwillige Feuerwehr im Nossener Ortsteil Heynitz ein neues Feuerwehrgerätehaus. Wobei: Neu würde bedeuten, dass es ein altes gibt. Doch die derzeit noch genutzte alte Garage hat nichts mit einem solchen zu tun. Risse im Fußboden und in den Wänden. Kleine Fenster und kaum Platz. Am hinteren Ende der Garage befindet sich ein kleiner Raum, etwa zehn Quadratmeter groß. Er dient als Schulungs- und Aufenthaltsraum. Gleichzeitig ist dort der Platz mit einem Computer für den Wehrleiter. „Die meisten Schreibarbeiten mache ich allerdings von zu Hause aus“, erzählt Langenbacher, der erst 2013 bei der Feuerwehr Mitglied ist. Seit vorigem Jahr ist der 41-Jährige Wehrleiter in Heynitz.

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Das Staffelfeuerlöschfahrzeug mit Platz für sechs Leute passt gerade so in die Garage. Hinter ihm befinden sich die Kleiderhaken für die Ausrüstung aller Kameradinnen und Kameraden. Auch die der Jugendfeuerwehr. Ebenso steht eine kleine Werkbank dort. Umkleideräume oder Sanitäranlagen – Fehlanzeige. Keine Duschen. Nicht einmal fließendes Wasser. „Nur fließendes Wasser aus dem Kanister“, sagt Langenbacher lachend. Als Toilette dient ein mobiles Toilettenhäuschen neben der Garage.


Noch müssen die Heynitzer Feuerwehrleute mit einer Garage vorliebnehmen.
Noch müssen die Heynitzer Feuerwehrleute mit einer Garage vorliebnehmen. © Claudia Hübschmann
In der Garage ist alles beengt. Und Wasser gibt es nur aus einem Kanister.
In der Garage ist alles beengt. Und Wasser gibt es nur aus einem Kanister. © Claudia Hübschmann
Blick in die Garage, wo auch das Feuerwehrauto normalerweise steht.
Blick in die Garage, wo auch das Feuerwehrauto normalerweise steht. © Claudia Hübschmann
Jetzt bekommt die Heynitzer Wehr eine richtiges Haus. Die Erdarbeiten sind fast beendet.
Jetzt bekommt die Heynitzer Wehr eine richtiges Haus. Die Erdarbeiten sind fast beendet. © Claudia Hübschmann

Die 21 aktiven Mitglieder, darunter drei Frauen, haben dennoch bisher das Beste aus dieser Situation gemacht. „Außerdem haben wir zwei Doppel-Mitglieder und 14 Kinder im Alter zwischen acht und 15 Jahren“, sagt der Wehrleiter. Viele kommen aus den umliegenden Dörfern wie Kottewitz, Wunschwitz und Katzenberg. Sie alle können es kaum erwarten, in das neue Haus einzuziehen. Die Baustelle am Ortseingang aus Richtung Meißen kommend, ist nicht zu übersehen. Bald sind die Erdarbeiten beendet. „Anfang März war Baubeginn mit Vorbereitungsarbeiten. Einige der älteren Kameraden konnten erst an den Neubau glauben, als der erste Bagger dastand“, erzählt der Wehrleiter. „Wir sind der Verwaltung unendlich dankbar, dass es jetzt geklappt hat.“ Nun hoffen die Feuerwehrleute, dass ihr neues Domizil Ende des nächsten Sommers bezugsfertig ist. Laut Bauplanung ist die Inbetriebnahme auf Herbst 2022 datiert.

Ungewöhnlicher Farbanstrich

In der Fahrzeughalle werden zwei Feuerwehrautos Platz haben. Es wird einen großen, abtrennbaren Schulungsraum geben. Der Wehrleiter bekommt ein eigenes Büro. Zudem sind eine Werkstatt sowie eine kleine Küche vorgesehen. Natürlich auch Umkleideräume für Damen und Herren, Sanitäranlagen mit Duschen. Selbst eine Stiefelwaschanlage wird es geben, erzählt Langenbacher erfreut. Ein Quantensprung für die Kameradinnen und Kameraden.

Außerdem sind dann ausreichende Parkplätze und auch Übungsflächen direkt am Feuerwehrhaus vorhanden. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich laut Bürgermeister Christian Bartusch (SPD) auf reichlich 1,7 Millionen Euro, „wir erhalten eine Förderung von 430.000 Euro.“

Die ehrenamtliche Tätigkeit der Heynitzer Feuerwehrleute ist derzeit unter coronabedingten Einschränkungen noch einmal schwieriger geworden. In der engen Garage Dienste zu leisten, ist unmöglich. Seit einem Monat sind sie an frischer Luft wieder möglich, „mit Mund-Nasen-Bedeckung“, so die Vorschriften, erklärt Marcel Langenbacher. Denn für Einsätze muss trotzdem geübt werden.

Seit Jahresbeginn wurde die Wehr bereits 15 Mal angefordert. Zum Vergleich: 2020 gab es insgesamt 29 Einsätze. Der Wehrleiter hofft, dass die Kinder und Jugendlichen auch bei der Stange bleiben, denn Übungen mit der Jugend-Feuerwehr sind nach wie vor nicht erlaubt. „Mit kleinen Weihnachts- und Ostergeschenken haben wir aufmerksam machen wollen: Uns gibt es noch“, sagt Langenbacher, aber, so ergänzt er, „wir verlieren unseren Optimismus nicht.“

Jetzt können die Feuerwehrleute erst einmal verfolgen, wie das neue Haus langsam wächst. Und am Ende wird es nicht – wie üblich – einen roten Anstrich bekommen, sondern gelblich-grün. „Wir haben uns dafür entschieden, weil es sich harmonisch in unser Dorf mit viel Grün einfügen soll“, erklärt Marcel Langenbacher die etwas ungewöhnliche Farbwahl.

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