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Große Befragung auf Spielplätzen

Für ein neues Konzept in Meißen werden Befragungen auf fünf Spielplätzen durchgeführt. Die Wünsche von Kindern und Eltern sind die Planungsgrundlage.

Wollen für noch mehr Spaß auf den Meißner Spielplätzen sorgen und dafür die Nutzer direkt befragen: Matthias Ebeling, Katrin Nestler und Bianca Schöne.
Wollen für noch mehr Spaß auf den Meißner Spielplätzen sorgen und dafür die Nutzer direkt befragen: Matthias Ebeling, Katrin Nestler und Bianca Schöne. © Claudia Hübschmann

Meißen. Dass Spielplätze nicht nur etwas für Kinder sind, beweisen Katrin Nestler, Bianca Schöne und Matthias Ebeling zum Auftakt der Arbeit am Spielplatzkonzept für Meißen. Die Leiterin des Familienamtes, die Mitarbeiterin des Bauverwaltungsamtes und der Leiter der Planwerkstatt „Plantura für Freiraum und Natur“ haben sichtlich Spaß, auf eines der Spielgeräte zu klettern.

Die Rutsche mit Kletterwand auf dem Spielplatz im Käthe-Kollwitz-Park ist dafür besonders gut geeignet: „Spielen ist lernen und das für jeden und ein Leben lang“, sagt Katrin Nestler vom Meißner Familienamt. Gerade im letzten Jahr habe sich gezeigt, dass Spielplätze wichtige Ankerpunkte im Alltag der Meißnerinnen und Meißner sind.

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Weil das momentane Konzept nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist, soll nun ein neues Spielplatzkonzept erarbeitet werden, um den Bestand und die Ausstattung besser an den Bedarf und die Nutzung anzupassen: „Dazu müssen wir herausfinden, wo wir welchen Bedarf haben und wo die Nutzer überhaupt sind“, sagt die Landschaftsarchitektin Bianca Schöne. Derzeit gibt es in Meißen 18 öffentliche Spielplätze. Rund um das Rote Haus an der Nossener Straße bestehe zum Beispiel noch Bedarf, weil dort zunehmend Familien hingezogen sind, sagt Katrin Nestler.

Wenn man in den Familienkompass vom letzten Jahr schaute, könnte man den Eindruck bekommen, dass eine Überarbeitung der Freizeitmöglichkeiten und Spielplätze aus Sicht der Meißnerinnen und Meißner auch nötig ist: „Ich bin eine Oma und betreue meine Enkelkinder. In Meißen weiß man nicht wirklich, wo man mit Kindern im Grundschulalter hingehen soll und die Spielplätze sind sehr niveaulos“, schreibt eine Meißnerin. Eine junge Mutter meint, dass es in der Stadt viel zu wenige Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder gibt. Viele wünschen sich mehr kostenlose oder günstige Freizeitmöglichkeiten.

Genau diesen Wünschen wollen Bauverwaltungsamt und Familienamt auf den Grund gehen. Das Besondere: Erstmalig werden dazu die Nutzer selbst befragt und genau dort, wo sie sich aufhalten, nämlich auf Spielplätzen: „Mit unserem Befragungskonzept kommen wir ganz nah an die Nutzer heran“, sagt Matthias Ebeling von der Plantura-Planwerkstatt, „wir werden an insgesamt fünf Tagen auf fünf ausgewählten Spielplätzen in Meißen vor Ort sein und alle Meißnerinnen und Meißner einladen, sich zu beteiligen“, sagt er. Sein Büro mit Sitz im Käbschütztal hat unter anderem den Platz hinter der Frauenkirche in Meißen gestaltet.

Die Befragungen starten am 20. September auf dem Spielplatz im Käthe-Kollwitz-Park. Zusammen mit einer Kollegin ist Matthias Ebeling dann von neun bis 17 Uhr unter einem gelben Zelt auf dem Spielplatz zu finden: „Wir haben uns für die Plätze entschieden, wo besonders viele Leute unterwegs sind und auch darauf geachtet, dass sie gut im Stadtgebiet verteilt sind“, sagt Matthias Ebeling, der vor allem auch die Kinder selbst befragen will. Es geht darum, herauszufinden, wie die Spielplätze bei Eltern und Kindern ankommen, was besonders gern genutzt wird und was weniger, und auch die Wege zum Spielplatz sind entscheidend: „Wir haben ein jährliches Budget für die Reparatur und Neuanlage von Spielplätzen und wollen das Geld so sinnvoll wie möglich verwenden“, sagen die drei.

Wichtig ist ihnen außerdem, dass die Spielplätze generationenübergreifend genutzt werden können, zum Beispiel, um Sport zu machen: „Wir wollen vielmehr Richtung Bewegungs- und Begegnungsstätten denken und deshalb sollen auch alle Altersgruppen an der Befragung teilnehmen“, sagt Katrin Nestler. Gerade für Jugendliche gebe es zu wenige Angebote und auch das soll im zukünftigen Konzept, das im Sommer nächstes Jahr stehen und dem Stadtrat vorgestellt werden soll, berücksichtigt werden.

Bei der Spielplatzgestaltung selbst gibt es heute kaum Grenzen mehr: Natürliche Materialien wie Holz sind gerade beliebt oder auch thematische Spielplätze. Ein bisschen Geduld müssen die Kinder aber haben: „Wir wollen keine falschen Erwartungen wecken, denn von heute auf morgen lassen sich die Wünsche leider nicht umsetzen“, sagt Matthias Ebeling.

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Aus dem Vergleich von Bestand und Bedarf soll ein Konzept entstehen. Dazu ist ein Runder Tisch einberufen worden.

Termine für die Umfragen jeweils 9-17 Uhr:

20.09.2021 Käthe-Kollwitz-Park

21.09.2021 Walkhoff-Platz

22.09.2021 Beyerleinplatz

23.09.2021 Bewegungsgarten

24.09.2021 Lutherplatz

Außerdem gibt es eine Online-Umfrage im Beteiligungsportal Sachsen vom 20. September bis 20. Dezember 2021.

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