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„Immer schön am Stau vorbei“

Ralf Bennewitz ist in Meißen mit einem Lastenfahrrad unterwegs – meist schneller als mit dem Auto.

Noch in der Probezeit: Dachdeckermeister Ralf Bennewitz mit seinem Lastenfahrrad.
Noch in der Probezeit: Dachdeckermeister Ralf Bennewitz mit seinem Lastenfahrrad. © Claudia Hübschmann

Meißen. Wenn mal wieder alles steht auf den Straßen in der Stadt, kommt Ralf Bennewitz dennoch gut voran. Selbst wenn der Dachdeckermeister Material zu einer Baustelle transportiert. Denn in Meißen ist er mit einem Lastenfahrrad unterwegs – „immer schön am Stau vorbei“, sagt er freudestrahlend.

Bis zu 140 Kilogramm kann er auf dem schwarz-weißen Koloss mitnehmen. Für ihn ist das ganz praktisch. Wenn auf einer Baustelle ein Sack Mörtel oder einige Ziegel fehlen, kann er sie von seinem Firmensitz in der Luisenstraße auf sein Lastenrad packen oder bei der Einkaufs- und Liefergenossenschaft (ELG) in der Niederauer Straße kurz anhalten, berichtet der Handwerker.

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Natürlich sind solche Transporte nur innerhalb der Stadt möglich – aber tagsüber ist er hier in jedem Fall mit dem Rad schneller unterwegs als mit dem Auto. Da etwa die Hälfte aller seiner Touren Ziele in der Stadt ansteuern, sieht der Handwerker im Lastenfahrrad eine echte Alternative zum Auto. Schließlich lassen sich mit einem solchen Fahrzeug auch die lästige wie zeitraubende Suche nach einem Parkplatz und Knöllchen-Ärger sparen. Und das zahlt sich auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht aus.

Leidenschaft fürs Radfahren

Dass er zum Lastenfahrrad fand, liegt sicher auch in seiner Leidenschaft für das sportliche Radfahren begründet. Seit seiner Jugend ist Ralf Bennewitz begeisterter Rennrad- und später Mountainbike-Fahrer. Bis zum Gardasee ist er schon gemeinsam mit Sportfreunden geradelt. Nach intensiver Recherche im Internet bekam er per E-Mail das Angebot der Firma Sortimo, ein Lastenfahrrad für einige Monate zu testen, berichtet Ralf Bennewitz, wie er einer der Ersten in Meißen wurde, die mit einem solchen Gefährt unterwegs sind.

Für sein Lastenfahrrad ist auch der Poller auf der Burgstraße kein Problem – er radelt an ihm vorbei, wenn er zu seiner Frau, die hier ein Geschäft betreibt, unterwegs ist. Dann hat er seinen Sohn aus der Kita am Jüdenberg abgeholt. Für die beiden vier und sieben Jahre alten Kinder hat Ralf Bennewitz eine kleine Sitzbank in die Ladefläche hineingebaut. Klar, dass die beiden ebenso begeistert wie stolz sind, wenn sie vom Papa chauffiert werden.

An das Fahren mit einem Lastenrad musste er sich erst einmal gewöhnen, gibt Ralf Bennewitz zu. Da das dreirädrige Gefährt um einiges größer ist als ein normales Fahrrad und um die 50 Kilogramm wiegt, ist es mit einer besonderen Neigetechnik ausgestattet, um sicher durch Kurven fahren zu können. Sie wird mit dem Fuß ein- und ausgeschaltet. Auch für das erschütterungsfreie Antreten waren einige wenige Übungsrunden notwendig.

Zum Rad gehört auch ein E-Motor der Firma Bosch, der jederzeit zugeschaltet werden kann, erläutert Ralf Bennewitz. Nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung darf er damit aber nur bis zu einem Tempo von 25 km/h fahren – schnellere Fahrzeuge gelten als Kleinkraftrad. Deshalb schaltet sich der Motor beim Erreichen von Tempo 25 automatisch ab. Eine Akku-Ladung reicht für etwa 40 Kilometer – das hat Ralf Bennewitz schon ausgetestet.

Mit seinem schwarz-weißen Koloss befindet er sich noch in der Probezeit. Ende Oktober, Anfang November will er sich endgültig entscheiden, ob er sein Test-Modell auch käuflich erwirbt. Nach seinen in diesem Sommer gesammelten Erfahrungen ist er sich ziemlich sicher, wie er sich entscheiden wird.

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