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Klipphausen muss erneut Millionen-Kredit aufnehmen

Das Kita-Gebäude in Sachsdorf muss durch einen Neubau ersetzt werden. Wo werden die Kinder während der Bauzeit untergebracht?

Von Uta Büttner
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Die Kindertagesstätte neben der Grundschule in Sachsdorf muss wegen eines Wasserschadens abgerissen werden.
Die Kindertagesstätte neben der Grundschule in Sachsdorf muss wegen eines Wasserschadens abgerissen werden. © Claudia Hübschmann

Klipphausen. Gute Nachrichten für Kinder und deren Eltern der Kindertagesstätte Regenbogen in Sachsdorf. Die Gemeinde hat eine Lösung gefunden, wie der Betrieb trotz Sanierung und Neubau weiter aufrechterhalten werden kann. Geplatzte Rohre haben einen derart großen Wasserschaden verursacht, sodass das 1997 erstellte Gebäude nun abgerissen werden muss. Auch das neben dem Kita-Gebäude befindliche Schulhaus könnte demnächst betroffen sein, da es zum selben Zeitpunkt entstand.

Die Verwaltung hatte nach Lösungen gesucht, wo die 140 Kindergarten- und Krippenkinder während des Neubaus der Kita unterkommen können. Dabei waren auch die Baracken in Ullendorf an der S 177 im Gespräch, die für zwei Jahre als Interimsquartier für die Schüler der Evangelischen Oberschule Klipphausen dienten. Doch die Kleinsten an diesem Standort unterzubringen, stellte für das Jugendamt aus verschiedenen Gründen wie auch der Sicherheit keine Option dar. Deshalb wurde zunächst der Umzug der Grundschüler in die Baracken favorisiert und die Kleinsten sollten in das Grundschulgebäude umziehen. Nach weiteren baulichen Untersuchungen des Kita- und Schulgebäudes ist ein Umzug nach Ullendorf inzwischen vom Tisch.

Container als Ausweichquartiere

„Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, wie wir sowohl Kita als auch Grundschule weiterhin nutzen können und parallel dazu Neubauten errichten“, sagte Bürgermeister Mirko Knöfel (parteilos). "Das bedeute, der Schadensbereich in der Kindertagesstätte wird notdürftig saniert, sodass der normale Betrieb und die normale Betreuung der Kinder möglich ist. Aber das wird natürlich jetzt kein Prunkbau werden, das ist, denke ich, klar.“

Dann werde direkt vor der Kita Richtung Straße, also zwischen Regenrückhaltebecken und der Kita, der Neubau errichtet werden. Dazu müsse ein Anbau für den Krippenbereich der Kita weichen. „Die drei Krippengruppen werden dann auf die anderen Räume aufgeteilt“, erläutert Knöfel das Konzept.

Die jetzigen Container sollen über die Bauzeit von zwei Jahren als teilweise Ausweichquartiere genutzt werden. „So habe man dann im vorderen Bereich genügend Platz, um einen Neubau zu errichten. Nach der derzeitigen Planung soll dieser mehrgeschossig sein. Damit würde Fläche gespart. Der Bau solle energetisch, ökologisch entsprechend optimiert werden.

Gemeinde für Schulneubau vorbereitet

Auch für die Grundschule gebe es laut Bürgermeister Knöfel eine Lösung. Diese sehe einen Anbau im Schulhofbereich zu einem späteren Zeitpunkt vor. Bis der Anbau fertig sei, könne die Schule dann weiter betrieben werden. Anschließend könne dann das alte Schulgebäude abgerissen werden. „Wann aber die Schule neu gebaut wird, das haben wir erst einmal auf unbestimmt verschoben. Letztlich, weil wir auch keine Not haben. Die Schule funktioniert.“ Das Gebäude wurde überprüft, „ein Schaden wurde erst einmal nicht festgestellt. Damit sind wir ein bisschen aus dem Druck heraus, dort unbedingt etwas Neues machen zu müssen“, sagte Knöfel. „Aber es gibt auf jeden Fall eine Variante, wie es geht. Das ist das Schöne an der Sache“, sagte der Bürgermeister erfreut.

Für die Kita werden nun die Ausführungsplanungen gemacht, die Sanierung wird vorangetrieben. „Wenn alles klappt, kann es im nächsten Jahr schon zur Umsetzung kommen.“ Finanziert werde alles über den Haushalt. "Für die Kita werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür einen Kredit aufnehmen, um diese Finanzierung zu stemmen." Rücklagen habe die Gemeinde nicht. Mit ein paar Millionen Euro rechne dabei die Verwaltung. „Über die Finanzierung bei der Grundschule haben wir erst einmal noch nicht nachgedacht. Das ist zum Glück derzeit nicht in unserem Fokus. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf die Kita.“

Für Klipphausen bedeutet der weitere Millionen-Kredit eine enorme Belastung für den Haushalt. Denn vor allem aufgrund des derzeit stattfindenden flächendeckenden Breitbandausbaus ist die Kommune hoch verschuldet. Zudem kam der in diesem Jahr fertiggestellte Neubau der Oberschule in Ullendorf. Für hohe Kosten sorgen außerdem der Bau von Abwasser- und Trinkwasserleitungen in der Altgemeinde Triebischtal.