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Noch mehr schräge Vögel

Der Meißner Kunstpreisträger Kay Leonhardt hat wieder eine Fassade gestaltet – und dem Porzellanpfad einen weiteren Hingucker hinzugefügt.

Auf das in neun Jahren anstehende Stadtjubiläum weist der Meißner Kunstpreisträger Kay Leonhardt mit seiner neuen Wandmalerei an der Görnischen Gasse hin.
Auf das in neun Jahren anstehende Stadtjubiläum weist der Meißner Kunstpreisträger Kay Leonhardt mit seiner neuen Wandmalerei an der Görnischen Gasse hin. © Hanna Charlotte Mayer

Meißen.  Die schrägen Vögel haben Gesellschaft bekommen. Seit einigen Tagen zieren sie die rückwärtige Fassade der Zahnarztpraxis Lenzner & Wende an der Görnischen Gasse – und ergänzen ein Wandbild, das bereits  vor zwölf Jahren entstanden ist. 

Die neu hinzu „geflogenen“ schrägen Vögel weisen nicht nur den Weg zur Porzellan-Manufaktur. Sie machen auch auf einen Höhepunkt, den die Stadt in neun Jahren feiert, aufmerksam. Ihr Schöpfer, der Meißner Künstler Kay Leo Leonhardt, rückt das Jahr 2029, in dem Meißen auf sein 1.100-jähriges Bestehen zurückblicken kann, in die Öffentlichkeit. Das erste offizielle Bild zur anstehenden großen Jubiläumsfeier in Meißen.

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Die Gestaltung der Fassade geht auf eine persönliche Verbundenheit zurück, die der Künstler mit den Zahnärzten aus gemeinsamer Schulzeit in Meißen pflegt. Nachdem er im Jahr 2008 eine große Giebelwand und 2014 die Vorderfront eines Anbaus an der Neugasse sowie viele Behandlungs-Zimmer und Bereiche in den Innenräumen verziert hatte, sollte auch die Wand am Steinberg mit schrägen Vögeln belebt werden.

So war es schon vor längerer Zeit vereinbart worden, wie der Kunstpreisträger der Stadt Meißen berichtet. Weil die Fassade auf dem Weg zur Manufaktur sowie auf dem Porzellanpfad liegt, wurde das Projekt zum Teil aus dem Verfügungsfonds der Stadt finanziert.

Dass er seine schrägen Vögel in Verbindung mit dem auf die Wand bringen wollte, was Meißen auszeichnet wie Dom, Frauenkirche, Porzellan, Wein und Radweg, war schnell klar. Und das alles mit Leo´schem Augenzwinkern, um dem Betrachter auch Spaß und Freude zu bereiten. „Aber ich suchte noch nach einem Aufhänger“, berichtet Kay Leonhardt, wie er auf die Idee mit dem Stadtjubiläum kam. 

Er nennt die Aufgabe eine „schöne Herausforderung“. Für die Meißner und Besucher der Stadt ist es gleichermaßen von Bedeutung, dass Görnische Gasse und Am Steinberg immer mal wieder einen neuen Hingucker bekommen.  

Die schrägen Vögel weisen auch den Weg.
Die schrägen Vögel weisen auch den Weg. © Hanna Charlotte Mayer

Für einen Künstler, dessen allermeiste Zeichnungen auf dem Papier entstehen, ist die Gestaltung einer Fassade natürlich eine besondere Herausforderung. Schon wegen der Größenverhältnisse. Natürlich wurde jedes der Motive im Atelier als Zeichnung entworfen. Die maßstäbliche Übertragung auf die Wand erforderte nicht nur Geschick, sondern vielmals auch den Blick mit Abstand. Immer und immer wieder stieg er von der Leiter, um das Werden seines Werkes aus der Ferne betrachten zu können.

Hatte er vor zwölf Jahren seine Zeichnungen mittels eines Gerüsts an die Wand gebracht, bediente Leo sich nun lediglich einer Leiter. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner 19-jährigen Tochter Hanna wurden die Motive mit Pinsel und Palette auf die Fassade aufgebracht. Neben den unterschiedlichen Größen von Entwurf und Fassadenzeichnung sorgte der Rauputz – „ein schwieriger Untergrund“ – für den einen oder anderen Fluch während der Arbeit.

Andererseits musste der Künstler sein Schaffen immer mal wieder unterbrechen. „Ich wurde von vielen angesprochen, von Meißnern ebenso wie Besuchern der Stadt“. Was er denn da mache, wurde er gefragt. Oder ob man ein Foto mit ihm haben könne. Und wie man denn zur Manufaktur komme. Geduldig gab er Auskunft, kam ins Gespräch mit vielen, machte Werbung für Meißen. Und fügte seinem Wandbild noch einen Wegweiser zur Manufaktur hinzu.

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Die verwendeten Acrylfarben sollten garantieren, dass die Wandmalereien auch zum Stadtjubiläum noch frisch und gut erkennbar sind. Natürlich werde er hin und wieder nachschauen – und wenn nötig hier und da ausbessern. Dabei könnte sich auch das eine oder andere Motiv oder weitere schräge Vögel einschleichen. Und er erinnert sich an Großeltern und ihre Enkeltochter, die ihn bei der Arbeit zugesehen hatten. Das Mädchen habe Oma und Opa gefragt, wie viele Vögel denn auf den Wänden zu sehen sind. Nicht nur die beiden Großeltern zuckten mit den Achseln. Auch der Künstler selbst hat nicht nachgezählt. Noch nicht.

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