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Livestreams aus dem Gemeinderat

Marcel Brunner ist Hobby-Reporter mit Leidenschaft. Bis zur Erfüllung seines großen Traums scheint der Weg noch weit.

In seiner Freizeit ist Marcel Brunner häufig mit der Kamera unterwegs. Er hat eine neue Leidenschaft entdeckt.
In seiner Freizeit ist Marcel Brunner häufig mit der Kamera unterwegs. Er hat eine neue Leidenschaft entdeckt. © Claudia Hübschmann

Meißen/Klipphausen. Mit Kamera und jeder Menge Technik – so ist Marcel Brunner in seiner Freizeit unterwegs. Aber nicht, um schöne private Videos von der Landschaft oder Familie zu drehen, sondern um die Menschen in Klipphausen und anderen Regionen Sachsens über das Neuste aus ihrer unmittelbaren Umgebung zu informieren. So beispielsweise auch aus Meißen, wo er einen kleinen Garten nahe der Albrechtsburg hat.

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Das Herz des 38-jährigen Hobby-Reporters schlägt jedoch vor allem für Klipphausen, wo er seit acht Jahren wohnt. Mit Interview-Videos mit dem Bürgermeister oder Gemeinderäten und Berichten über Wissenswertes wie Veranstaltungen und besonderen Ereignissen wie dem Bau der neuen Oberschule in Ullendorf möchte Brunner die Klipphausener informieren. Voller Stolz und Freude erzählt er, dass seine Berichte aus verschiedenen Kirchen der Gemeinde während der Corona-Zeit vielfach aufgerufen wurden.

Aber er spricht auch Probleme an, damit die Leute ins Gespräch kommen. Er möchte etwas bewegen, verändern. Dazu gehöre auch, über kritische Themen zu berichten. Vor allem aber möchte der Wahl-Klipphausener aus dem Gemeinderat Livestreams machen, damit alle Bürger informiert sind. „Es gibt auch ältere und kranke Leute oder Leute, die keine Zeit haben, zur Gemeinderatssitzung zu gehen“, sagt er. „Ich möchte Klipphausen gern etwas transparenter gestalten.“ Doch mit seinen Vorschlägen hatte er bisher noch keinen Erfolg, was er nicht verstehen kann. „Diese Livestreams sind mein ganz großer Traum.“ Doch während einige Gemeinderäte Befürworter sind, gibt es derzeit mehr Gegner.

Zweitjob für Finanzierung

Seine Brötchen verdient Marcel Brunner als Anlagenmaschinenführer in einer in Klipphausen ansässigen Firma. Arbeitet dabei in Schichten. Auf die Idee, Videos zu drehen und online zu stellen, kam er während eines Krankenhausaufenthaltes. „Ich fühlte mich wie von der Welt abgeschnitten“, sagt er. Ende Juni vorigen Jahres stellte er dann seinen ersten Clip ins Internet, erstellte dafür einen Youtube-Kanal. Seine Beiträge sind auf der Facebook-Seite „Klipphausen News“ zu sehen.

Das neue Hobby ist nicht billig. Inzwischen hat sich Brunner Technik im Wert von etwa 5.000 Euro zugelegt. Dafür arbeitet er im Zweitjob neben seiner eigentlichen Arbeit noch zwei Stunden am Tag als Gebäudereiniger. Seine Frau unterstütze ihn bei seinem zeitaufwendigen und kostenintensiven Hobby, sagt der Familienvater einer siebenjährigen Tochter. Bei Veranstaltungen werde auch manchmal seine Frau eingespannt, die es gern mitmache.

Häufig ist er in seiner Freizeit mit seinem Moped und großem Rucksack, vollgepackt mit Technik, unterwegs. „Meine Arbeitskollegen nennen mich schon den rasenden Reporter“, erzählt Marcel Brunner lachend. In den Anfangszeiten sei er vor einem Interview extrem aufgeregt gewesen, erzählt er. Inzwischen habe er schon viel mehr Routine. Auch das Schneiden der Filme erlernte er erst. Autodidaktisch hat sich der 38-Jährige vieles angeeignet, auch wie und welche Fragen man als Journalist stellt.

Stück für Stück wurde alles professioneller. Um bei Veranstaltungen ernst genommen zu werden, hat er sich inzwischen eine Weste mit dem Aufdruck „Presse“ zugelegt. Er habe aber auch erfahren, dass „Presse“ nicht überall gern gesehen wird. „In dem Moment, wenn die Leute meine größere Kamera sehen, sind sie alle weg.“ Trotzdem, so sagt er, „es macht mir großen Spaß.“ Auch, wenn er nicht überall gern gesehen wird.

Als nächstes möchte Marcel Brunner gern Unternehmen der Gemeinde vorstellen. Und vielleicht erfüllt sich demnächst auch sein großer Traum: Live-Berichte aus dem Gemeinderat Klipphausen.

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