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Männertag fällt ins Wasser

Was zwischen Jachthafen Meißen und dem Radebeuler Spitzhaus los war - oder eher nicht.

Gab die Hoffnung nicht auf: Winzerin Anja Fritz vom Weingut Mariaberg wollte mit ihrem Hinweisschild trotz des schlechten Wetters die Leute zu sich locken.
Gab die Hoffnung nicht auf: Winzerin Anja Fritz vom Weingut Mariaberg wollte mit ihrem Hinweisschild trotz des schlechten Wetters die Leute zu sich locken. © Norbert Millauer

Von Julian Wolf

Das schlechte Wetter hat den Männertag wortwörtlich ins Wasser fallen lassen. Bei frischem Wind, elf Grad und Dauerregen war zwischen Meißen und Radebeul nicht viel los. Keine geschmückten Fahrräder, keine Ausfahrten mit dem Motorrad, dem Oldtimer oder gar dem Cabriolet, keine Zechtouren mit dem Bollerwagen oder Bootsausfahrten waren möglich. Nur vereinzelte Rufe von sichtlich angeheiterten Jugendlichen hörte man hier und da mal, doch selbst das war die absolute Ausnahme. Regenwürmer und Schnecken hatten den Elberadweg fast für sich allein.

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Die weiterhin anhaltende Corona-Pandemie hatte vorab ohnehin die Lust gebremst und die Möglichkeiten stark eingeschränkt, es am Vatertag mal richtig krachen zu lassen. Denn Krachenlassen geht bei der aktuellen Infektionslage einfach nicht. Die Regeln der Corona-Schutzverordnung sind klar: Wo sich Leute begegnen, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, maximal ein Haushalt darf sich mit einer weiteren Person treffen und die Gastronomie darf nur Waren zum Mitnehmen anbieten. Die Bestimmungen wurden eingehalten, die Polizei zeigte Präsenz.

Enrico Hoffmann von der Meißner Beachbar öffnete um 10 Uhr zum „Himmelfahrts-Einkehrschwung“. Der große Andrang blieb jedoch in den Vormittagsstunden aus. Zwar hatte er Kaffee, Softdrinks, alkoholische Getränke, Kuchen und Bratwurst parat stehen, doch nur vereinzelte Gäste ließen sich blicken, kauften schnell ein und gingen dann wieder ihrer Wege. Doch lieber fällt der Männertag in Corona-Zeiten ins Wasser, als der im nächsten Jahr dann hoffentlich ohne Hygienekonzepte und To-go-Geschäft.

Ein neuer Biergarten am Meißner Jachthafen öffnete ab 11 Uhr seinen Stand. Burger, Nudeln und Würste sollte es für die Radfahrer und Spaziergänger entlang des Elberadweges geben. Doch aufgrund der schlechten Wetterlage schloss die gastronomische Einrichtung früh nach dem Motto: „Hier geht heute nicht mehr viel“.

Winzerin Anja Fritz vom Weingut Mariaberg gab die Hoffnung jedoch nicht so schnell auf und zeigte der bedrückenden Lage die Zähne. Zwischen 12 und 17 Uhr öffnete sie ihr Weingut mit Weinflaschen und Flammkuchen zum Mitnehmen. Zuvor wurde ihr Angebot schon zum Muttertag gut angenommen. Ein Stück Normalität soll mit ihren Weinbergsöffnungen wieder in das Leben der Leute zurückkommen. Ein Zeichen setzen gehört in diesen Zeiten einfach für sie dazu.

Mehr Andrang wurde währenddessen am Radebeuler Spitzhaus vermutet. Hier gab es ebenfalls wie in den vergangenen Wochen kulinarische Köstlichkeiten und Getränke lediglich zum Mitnehmen. Unter dem Motto: „Wir lassen Euch nicht im Regen stehen“ öffnete die Aussichtsplattform mit mehreren großen Regenschirmen ab 10.30 Uhr für die Besucher. Auch einige Camping-Wagen, die mit Sitzgelegenheiten und Tischen ausgestattet wurden, boten den Gästen Unterschlupf vor der nass-kalten Ungemütlichkeit. Jedoch konnte auch hier von regem Andrang nicht die Rede sein.

Die Corona-Situation, gepaart mit dem Dauerregen ließ die gewohnten Feierlichkeiten zum Männertag in diesem Jahr nicht zu. Hoffnungen machen sich die Leute nun für das kommende Jahr. Geimpft und immun dann im Biergarten des Vertrauens zu verweilen, wäre die große Wohltat für viele.

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