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Mehr Porzellan erleben

Eine Kommission hat sich das zum Ziel gesetzt – und will damit zur Vorbereitung des Stadtjubiläums im Jahr 2029 beitragen.

Markenzeichen des Meissener Porzellans: Die blauen Schwerter am Besucherzentrum der Porzellan-Manufaktur im Triebischtal.
Markenzeichen des Meissener Porzellans: Die blauen Schwerter am Besucherzentrum der Porzellan-Manufaktur im Triebischtal. © Claudia Hübschmann

Meißen. „Wir alle haben das gleiche Ziel“, sagt Christian Friedel. Das Porzellan soll im Meißner Alltag mehr und stärker erlebbar sein. So beschreibt der Amtsleiter für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur der Stadtverwaltung das Ziel der soeben gegründeten Porzellankommission.

Führende Vertreter aus Porzellan- und Keramikbetrieben der Stadt, der Porzellan Stiftung, Künstler, die sich mit dem Material auskennen, aber auch der Schlossherr der Albrechtsburg sowie ehemalige Manufakturisten gehören diesem Gremium an. Christian Friedel hat sie an einen Tisch geholt, weil er deren Erfahrungen und Netzwerke für die Stadt nutzen will. Und er verspricht sich vor allem Ideen, die bis zum 1.100-jährigen Jubiläum Meißens im Jahr 2029 umgesetzt werden sollen. Insofern versteht sich die Porzellankommission auch als eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Stadtjubiläums.

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Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Anknüpfen und aufbauen kann die Kommission an Vorhandenem – zum Beispiel das Porzellan-Glockenspiel an der Frauenkirche. Oder ein Konzept für Kunst im öffentlichen Raum, das der Porzellankünstler Olaf Fieber im Sommer 2017 im Auftrag der Stadt erarbeitet hatte. „Kein Ort Europas ist so sehr Synonym für Porzellan wie Meißen“, heißt es darin. „Hier ist die Technologie entwickelt worden, Werkstoffgeheimnisse wurden erforscht und von Künstlerinnen und Künstlern in Formen gebracht worden“, schreibt Olaf Fieber im Vorwort. Einige seiner Ideen, die er vor drei Jahren vorgeschlagen hatten, sind heute bereits in Augenschein zu nehmen.

Hingucker auf dem Weg zur Manufaktur: Das "Wohnzimmer aus Porzellan" in der Görnischen Gasse.
Hingucker auf dem Weg zur Manufaktur: Das "Wohnzimmer aus Porzellan" in der Görnischen Gasse. © Claudia Hübschmann

Jüngstes Beispiel ist ein „Wohnzimmer aus Porzellan“, das in diesem Frühjahr in der Görnischen Gasse für Aufmerksamkeit sorgt. Landschaftsbauer sowie die Meißner Künstler Andreas Ehret, Tina Hopperdietzel und Olaf Fieber haben einen Hingucker auf dem Weg zur Porzellan-Manufaktur geschaffen. Finanziert wurde die Kunst im öffentlichen Raum aus Spenden sowie aus dem Verfügungsfonds der Stadt.

Die Künstler Olaf Fieber und Andreas Ehret hat Stadtmarketing-Chef Christian Friedel in die Porzellankommission geholt. Das „Wohnzimmer aus Porzellan“, das auch Teil eines Porzellanpfades werden soll, hat so etwas wie Vorbild-Charakter. Damit es in den nächsten Jahren mehr Hingucker wie das Porzellan-Wohnzimmer gibt, will die Porzellankommission bei Bauvorhaben in der Stadt Vorschläge unterbreiten – dort, wo es sich anbietet, und ohne sich einzumischen.

Es gehe nicht darum, „irgendwo Porzellantafeln an die Wand zu klatschen“, sagt Christian Friedel. Wohl aber um gut überlegte und dezente Hervorhebungen. Dazu ist es auch wichtig, dass Bauherren, Verwaltung und Künstler von in Frage kommenden Vorhaben wissen und ins Gespräch kommen können. Um die Porzellankunst finanzieren zu können, sollen Einnahmen aus der Gästetaxe zur Verfügung stehen, kündigt Christian Friedel an.

Gern will die Kommission einen Vorschlag aufgreifen, der seit Jahren schon in der Stadt kursiert: Schilder an Straßen, vor allem aber in den verwinkelten Gassen der Altstadt könnten peu à peu ersetzt werden – durch welche aus Porzellan. Und einige Erklär-Tafeln, die es in der Stadt bereits gibt, wie die am Brunnen vor der Frauenkirche sollten im Zuge von Instandsetzungsarbeiten für die Öffentlichkeit sichtbarer werden.

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