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Nach Felsabbruch im Kalkbergwerk wird saniert

Die Gemeinde hat Fördermittel erhalten, um das Alte Kalkbergwerk in Miltitz wieder attraktiv zu machen. Dann können dort auch wieder Veranstaltungen stattfinden.

Fein säuberlich gestapelt: Der einstige Felsbrocken wurde in kleine Steine zerteilt, damit er keine Gefahr mehr ist.
Fein säuberlich gestapelt: Der einstige Felsbrocken wurde in kleine Steine zerteilt, damit er keine Gefahr mehr ist. © Claudia Hübschmann

Klipphausen. Die Erschütterung muss gewaltig gewesen sein. Ein riesiger Gesteinsbrocken in Größe etwa eines Pkw-Trabant hatte sich im oberen Bereich eines Pfeilers im Besucherbergwerk „Altes Kalkbergwerk Miltiz“ gelöst und rollte in Richtung der Treppe hinauf zum Heynitz-Stolln, erzählt Bergwerksführer Matthias Zöfler. Zu sehen sind von dem Ereignis im November 2017 jetzt nur noch das deformierte Absturz-Stahlgeländer sowie kleine aufgestapelte Steine am Fuße des Aufgangs. „Im Rahmen von Sofortmaßnahmen wurden Felsmassen durch eine Fachfirma zerkleinert und terrassenförmig am unteren Fluchtweg links und rechts ohne Verfestigungen aufgestapelt“, sagt Elvira Grübler, Bauamtsleiterin in Klipphausen. Auch Sicherungsarbeiten am Pfeiler wurden vorgenommen.

Matthias Zöfler und Holger Sickmann sind die letzten beiden Bergwerkführer. Ehrenamtlich. „Zwischen den Lockdowns hatten wir viel zu tun.“ Doch der Rundweg vom Hauptstollen in den Heynitz-Stolln, wo einst Silber-Erz abgebaut wurde, ist seit dem Felsabbruch gesperrt. Auch Veranstaltungen können seitdem nicht mehr in dem Kalkbergwerk stattfinden, da die Treppe gleichzeitig als Fluchtweg dient.

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In diesem Jahr, von Mai bis August, wird nun eine neue, etwa 15 Meter lange, verzinkte Stahltreppe mit drei Podesten mit jeweils einer Fläche von einem mal einem Meter eingebaut. Die alte Stein-Treppe werde dennoch nicht abgerissen. Denn: Sie ist geschichtsträchtig. „Schließlich ist dort 1855 König Johann mit seinem Hofstaat hochgelaufen, um das ganze Silber zu präsentieren“, erzählt Matthias Zöfler. Und schon hat er ein altes Schwarz-Weiß-Foto von diesem Ereignis zur Hand.

Neben dem Treppen-Neubau „werden der Eingangs- und Außenbereich zur touristischen Nutzung aufgewertet“, sagt Elvira Grübler. Sitzgruppen werden aufgewertet, Fahrradständer und zwei Schautafeln aufgestellt sowie Strahler zur Beleuchtung der neuen Treppe angebracht.

Vier Monate Bauzeit

Auch das Eingangstor wird instandgesetzt und der Bereich der Befahrung zum Besucherbergwerk wird verschönert. „Es heißt Befahrung, auch wenn gelaufen wird. Bei unserem Kalkbergwerk finde ich das sehr witzig“, erklärt Elvira Grübler lachend. Es wird Sandstrahl- und Malerarbeiten sowie Korrosionsanstriche an Stahlträgern geben.

Zudem bekommt die Pumpenanlage, die Wasser aus den Untertage-Seen in das Miltitzer Jahnbad befördert, eine Umhausung. Derzeit gibt es nur einen Vorhang. Damit ist bei Veranstaltungen höhere Sicherheit vorhanden.

Vier Monate hat die Gemeinde Zeit, die Arbeiten vorzunehmen. Es ist die Zeitspanne, in der die im Bergwerk lebenden Fledermäuse nicht gestört werden. Bereits ein paar Meter nach dem Eingang in das Bergwerk richtet Matthias Zöfler einen kleinen Lichtstrahl an die Decke. „Dort hängt eine Kleine Hufeisennase. Können Sie sie sehen?“ Ein ungeübtes Auge kann das kleine, gerade einmal etwa vier Zentimeter große Tier, nicht sofort entdecken. „Wir haben hier 40 Kleine Hufeisennasen“, sagt der Bergwerkführer und zwei drei Meter weiter weist er schon wieder an die Decke. „Auch zwei Mopsfledermäuse haben wir.“

Möglich ist die gesamte Maßnahme dank Fördermitteln aus dem EU-Förderprogramm LEADER zur Entwicklung ländlicher Regionen. Der Bewilligungsbescheid über reichlich 79.000 Euro netto war Mitte Dezember vorigen Jahres in der Verwaltung eingetroffen. Das sind 80 Prozent der aktuellen Gesamtkosten von reichlich 99.000 Euro netto.

Worüber sich die Bauamtsleiterin noch freut, dass auch der Nachdruck der Broschüre „Längst ist die letzte Schicht gefahren: Altbergbau zwischen Triebisch- und Elbtal“ von Heimatkundler Wolfgang Schanze, 2014 verstorben, nun möglich ist. „Die Bücher sind alle vergriffen“, sagt Elvira Grübler. In der von der Gemeinde Klipphausen herausgegebenen Broschüre hat Schanze seine Forschungstätigkeit zum Bergbau im Triebischtal zusammengefasst.

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