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Neuntklässler in Quarantäne

Ein Schüler des Franziskaneums ist positiv auf Corona getestet worden. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Schulbetrieb.

Stundenausfall, Vertretung, Homeschooling – Videotafeln informieren über Auswirkungen der Vorsichtsmaßnahmen am städtischen Gymnasium.
Stundenausfall, Vertretung, Homeschooling – Videotafeln informieren über Auswirkungen der Vorsichtsmaßnahmen am städtischen Gymnasium. © Claudia Hübschmann

Meißen. In einem Brief hat sich Heike Zimmer am Dienstag an alle Schüler und Lehrer gewandt. Darin informiert die Schulleiterin des Franziskaneums darüber, dass es möglicherweise einen Corona-Fall am städtischen Gymnasium gibt. Eltern eines Schülers einer 9. Klasse hatten am Vormittag bei ihr angerufen und über das positive Ergebnis eines Corona-Tests berichtet. Am vorigen Freitag hatte der Schüler „aufgrund von Symptomen den Unterricht verlassen“, wie Heike Zimmer schreibt.

Mit wem hatte der Betreffende am Freitag sowie in den 48 Stunden zuvor Umgang? Das war eine der ersten Fragen, die es zu klären galt – nachdem das Gesundheitsamt, das Familienamt sowie die Schulaufsicht beim Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) in Kenntnis gesetzt waren. Am 12. und 13. November war der erkrankte Schüler zusammen mit Schülern zweier weiterer 9. Klassen im gemeinsamen Ethik- sowie im gemeinsamen Profilunterricht. „Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten“, so schreibt es die Schulleiterin, wurde entschieden, dass die Schüler aller drei 9.Klassen für den Rest dieser Woche zu Hause bleiben – Quarantäne zur Vorsicht!

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Pauschales Desinfizieren kann der Gesundheit schaden. Stattdessen sollte der Fokus auf gründlichem Händewaschen liegen. Welche Mittel dafür geeignet sind.

Das Gesundheitsamt erwartet eine Kontaktliste vom positiv getesteten Schüler. Darin sollen diejenigen aufgeführt sein, die im Unterricht unmittelbar neben ihm und vor ihm saßen, sowie diejenigen, mit denen er am Mittagstisch saß, erklärt Schulleiterin Heike Zimmer das weitere Prozedere. Das Gesundheitsamt werde anhand dieser Liste entscheiden, wer genau sich einem Corona-Test unterziehen muss. Sobald ein negatives Testergebnis vorliege, können die Schüler die Kontakt-Quarantäne verlassen und wieder zur Schule gehen.

Zwölf Lehrer betroffen

Aus Sicht der Schule sind auch zwölf Lehrer betroffen. Sie standen unmittelbar mit der Klasse des erkrankten Schülers in Kontakt. Vorbehaltlich anderer Festlegungen des Gesundheitsamtes, das den Lehrern gegenüber weisungsberechtigt ist, hat die Schulleitung ihnen den „Rückzug in das Homeoffice angeraten“. Einschließlich der erkrankten Lehrerinnen und Lehrer fehlt am Franziskaneum nun eine größere Anzahl an Lehrkräften. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Schulbetrieb für die Schüler der nicht in Quarantäne geschickten Klassen. Videotafeln in den Schulhäusern informieren auch über Ausfallstunden.

Als die Nachricht vom positiven Testergebnis eines seiner Schüler das städtische Gymnasium am Dienstagvormittag erreichte, waren viele der Lehrkräfte mit der eigenen Fortbildung befasst. Beim Pädagogischen Tag diskutierten sie Erfahrungen, die während des Lockdowns im Frühjahr gesammelt wurden. Dabei ging es auch um die acht Wochen, in denen am Franziskaneum im A/B-Rhythmus unterrichtet wurde. Im Wechsel nahmen die Schüler für eine Woche am Präsenzunterricht teil, in der Woche darauf war Unterricht zu Hause angesagt.

Spender mit Desinfektionsmitteln an allen Eingängen der Schulhäuser.
Spender mit Desinfektionsmitteln an allen Eingängen der Schulhäuser. © Claudia Hübschmann

Wie der Fernunterricht auch methodisch verbessert werden kann, wurde in sieben Workshops behandelt. Lehrer der Schule hatten sie für ihre Kollegen vorbereitet und geleitet. Dabei ging es um die bestmögliche Nutzung der Lernsax-Plattform im Internet ebenso wie ansprechenden Videounterricht. Einige Lehrer hatten selbst Videos für ihre Kollegen vorbereitet, berichtet Heike Zimmer.

Was beim Pädagogischen Tag zur Debatte stand, ist nun im Schulbetrieb am städtischen Gymnasium unmittelbar gefragt. Das schafft Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen auch unter schwierigen Bedingungen. Die Schulleiterin weist aber auch auf die konsequente Handhabung des schuleigenen Hygiene-Plans hin. Spender mit Desinfektionsmitteln an allen Eingängen der Schulhäuser auf dem Ratsweinberg gehören ebenso dazu wie die Maskenpflicht auf allen Gängen und auf dem Schulhof. Für Klausuren wurde die Aula im Haus A so hergerichtet, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen gewährleistet ist – und Schüler während der Klausur nicht durch das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zusätzlich belastet sind.

Die „großflächige Quarantäne“, in die das städtische Gymnasium die Neuntklässler dreier Klassen geschickt hat, könnte schon mit dem Beginn der nächsten Woche aufgehoben werden, informiert die Leiterin des städtischen Familienamtes Katrin Nestler auf SZ-Nachfrage. Ihr Amt vertritt die Interessen der Stadt als Schulträger. Zugleich steht das Familienamt Schulen und Kitas in Meißen beim Umsetzen von Hygiene-Konzepten und – wenn notwendig – Quarantäne-Maßnahmen beratend zur Seite.

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Letztlich entscheidet das Gesundheitsamt. An diesem Freitag werde es definitiv eine
Aussage geben, wie und wo der Unterricht am nächsten Montag stattfindet. So hat es Schulleiterin Heike Zimmer in ihrem Schreiben an die Schüler und Lehrer-Kollegen angekündigt.

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