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Betten und Bücher für Obdachlose

Meißner Heimleiter freut sich über eine erneute Veteranenspende. Die Soldaten wollen künftig noch mehr helfen und haben konkrete Visionen.

Ramis Kubera freut sich: Die Soldaten der Green Devils spenden Betten und Bücher.
Ramis Kubera freut sich: Die Soldaten der Green Devils spenden Betten und Bücher. © Claudia Hübschmann

Meißen. 20 Betten und eine Kiste mit Büchern. Das hat Olaf Siftar dem Obdachlosenheim Meißen gespendet. Im Gespräch mit Leiter Ramis Kubera vor Weihnachten hatte der Vorsitzende der Green Devils erfahren, dass es an besseren Schlafmöglichkeiten im Heim mangelt. Die Unterstützung begeistert nun Ramis Kubera. "Nicht nur die neuen Betten helfen. Viele Menschen freuen sich hier auch über ein schönes Buch", so der Heimleiter. Besonders historische Themen seien beliebt.

Für die Bettenspende hat der Veteranenclub den ehemaligen Unternehmer Ronny Remus aus Diera-Zehren gewonnen. Er hat privat zehn Metallbetten gekauft, ebenso mehrere Matratzen. Zehn weitere Feldbetten kauften die Veteranen mit gesammelten Spenden. Sie möchten dem Obdachlosenheim auch weiter helfen. Aktuell leben etwa 20 Menschen in der Einrichtung. Kurz vor Weihnachten waren es knapp 30. "Viele Jüngere konnten inzwischen eine eigene Wohnung finden", freute sich Ramis Kubera.

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Mobiles Impfteam kommt nicht

Und dennoch sind da auch Sorgen. Nach Kuberas Aussage sieht es derzeit danach aus, dass kein mobiles Impfteam ins Obdachlosenheim komme. Zwar können sich laut der Priorisierung für die Coronaschutzimpfung seit Ende Februar auch Obdachlose sowie Mitarbeiter der Heime impfen. Aber für Kubera sei es nicht machbar, alle Wohnungslose selbst ins Impfzentrum nach Riesa zu bringen. Immerhin habe es noch keinen Corona-Fall in der Einrichtung gegeben, sagte der Heimleiter. Mitarbeiter und Bewohner wurden regelmäßig getestet.

Ein weiteres Problem: das alte Gebäude. Die 100 Meter lange Baracke sei mittlerweile in die Jahre gekommen, so Ingo Kaiser, stellvertretender Vorsitzender der Green Devils. Er wünsche sich deshalb einen Neubau des Heimes am jetzigen Standort im Triebischtal. Dafür sollten sich die verantwortlichen Politiker und Stadträte einsetzen. "Wenn parallel die Bürger solch einen Neubau mit Spendengeldern unterstützen würden, wäre das eine wirklich gute Tat."

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Der Veteranenverband kümmert sich zwar auch um karitative Organisationen wie in Meißen, aber hauptsächlich gibt es den Verein Green Devils Military Brotherhood für Soldaten. Und zwar solche, die mit einem Traumata aus Kriegsgebieten zurückkehren. Insgesamt hat der Veteranen-Club 40 Mitglieder in ganz Deutschland. Dazu kommen noch mal 100 Leute, die den Verein unterstützen, ohne Mitglied zu sein.

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