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Rüsseina kämpft für neuen Dorfkern

Die Dorfbewohner haben viele Ideen. Umsetzen können sie diese nur mithilfe der Stadtverwaltung. So ist ein Mehrgenerationenplatz geplant.

Hier soll der neue Mehrgenerationenplatz in Rüsseina entstehen. Stadtrat Holger Reinhardt-Weik gehört zu der Dorfgemeinschaft, die sich dafür einsetzt.
Hier soll der neue Mehrgenerationenplatz in Rüsseina entstehen. Stadtrat Holger Reinhardt-Weik gehört zu der Dorfgemeinschaft, die sich dafür einsetzt. © Claudia Hübschmann

Nossen. Die Landschaft ist kahl, Schnee bedeckt den Boden auf dem Dorfplatz im Nossener Ortsteil Rüsseina. Doch auch in einer anderen Jahreszeit sieht es nicht viel besser aus. In dem ehemaligen Feuerwehrhaus steht noch ein Mannschaftstransportwagen (MTW), genutzt von der Jugendfeuerwehr des benachbarten Starbachs. Der Anblick wurde immer trauriger, mit jedem Verlassen und Verkommen der Gebäude.

Dabei war einst Leben auf diesem Platz, mit der alten Schule, die inzwischen, etwa 2012, abgerissen wurde. Gepflanzt wurde damals, kurz vor dem Abriss, eine Linde mitten auf dem ehemaligen Schulhof. Eine stattliche Größe hat sie seitdem erreicht. Sie könnte demnächst der zentrale Punkt des Mehrgenerationenplatzes sein.

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Noch stehen, das später entstandene Schulgebäude mit vier Klassenzimmern – auch sanierungsbedürftig. Aber sie werden noch genutzt. Wie auch der alte Speisesaal für Seniorensport. Im alten, heruntergekommenen Toilettentrakt am Platz, hat der Verein "Land schafft Kultur" mit Fördermitteln und viel Engagement ein kleines, aber feines Domizil mit Backofen und Küchenzeile für Treffen der Dorfbewohner geschaffen. Nun soll die Fläche vor den Gebäuden so gestaltetet werden, damit sie einlädt, für Treffen von Jung und Alt.

Die Idee der Dorfgemeinschaft Rüsseina: Bau eines Mehrgenerationenplatzes. Schon 2012, als Rüsseina noch zum Ketzerbachtal gehörte, gab es erste Überlegungen zu einer neuen Ortsmitte, wo sich Menschen verschiedener Generationen treffen können, erzählt der Rüsseinaer Stadtrat Holger Reinhardt-Weik (Unabhängige Bürgerliste/UBL).

Im Rahmen des Leader-Projektes „Vitale Dorfkerne“ könnte diese Idee nun Wirklichkeit werden. So sollen Sitzbereiche für verschiedene Altersgruppen entstehen, beispielsweise ein Pavillon mit Weinreben. Der könnte auch vom Jugendclub oder Eltern und Großeltern zum Verweilen genutzt werden, während sich Kinder auf dem neu gebauten Spielplatz tummeln. Rüsseina, mit etwa 180 Einwohnern, „hat 36 Kinder, die unter 18 Jahre alt sind“, sagt Weik und ergänzt, „das ist sensationell.“

Die Zeit wird knapp

Der alte Spielplatz in Rüsseina wurde vom TÜV im vorigen Jahr nicht mehr abgenommen. Ein Reparieren war nicht mehr wirtschaftlich, wurde damals in einer Stadtratssitzung informiert. Der Bereich des neuen Spielplatzes soll mit einheimischen Bäumen und bienenfreundlichen Sträuchern begrünt und eingefriedet werden, so die Idee. Bei der Gestaltung soll auch beachtet werden, dass das Feuerwehrhaus weiterhin erreicht wird.

Der vordere, unbebaute Bereich des Dorfplatzes könnte zukünftig als Festplatz für verschiedene Veranstaltungen, sportliche oder kulturelle Events, genutzt werden. Auch ein mobiler Händler hätte an dieser Stelle Platz. Insgesamt sieben Vereine beziehungsweise Interessengemeinschaften sind derzeit an dem Dorfplatz ansässig, erzählt Weik. Deshalb sei auch eine Anzeigetafel für wichtige Informationen ganz wichtig.

Viel Zeit bis zur Einreichung eines förderfähigen Grobkonzeptes im März bleibt nicht, sagt Weik. Die Vorbereitungen zur Ideensammlung waren schwierig. „Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen konnten wir uns nicht, wie ursprünglich geplant, vor Ort treffen, um in ein direktes Gespräch zu kommen.“

Nun ist die Dorfgemeinschaft auf die große Unterstützung der Stadt angewiesen. Der Fördermittelantrag muss gestellt werden, eine Entwurfsplanung ist nötig. „Wir sind sehr dankbar, dass die Stadt Nossen uns hilft. Ohne sie wäre eine Umsetzung nicht möglich“, sagt Weik. In der Januar-Sitzung hat der Stadtrat dem Neubau des Mehrgenerationenplatzes zugestimmt, vorbehaltlich der Bewilligung der zu beantragenden Fördermittel. Die Baukosten insgesamt würden 100.000 Euro betragen. Die Eigenmittel will die Stadt aus dem Verkauf des Grundstückes, wo sich der alte Spielplatz befand, finanzieren.

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