merken
PLUS Meißen

Turbo-Internet für Klipphausener in Sicht

Der Plan, zum Schuljahresbeginn die Schulen mit Breitband zu versorgen, geht nicht auf. Dennoch sei die Bauplanung für die gesamte Gemeinde im Zeitrahmen.

Für das Glasfasernetz in der Gemeinde Klipphausen wird ein Hauptverteiler in Röhrsdorf am Gewerbegebiet aufgestellt.
Für das Glasfasernetz in der Gemeinde Klipphausen wird ein Hauptverteiler in Röhrsdorf am Gewerbegebiet aufgestellt. © Robin Geyer

Klipphausen. Der Breitbandausbau in der Gemeinde geht voran. So wurde am Dienstagmorgen an der Einfahrt zum Gewerbegebiet Röhrsdorf der zweite Hauptverteiler des Glasfasernetztes aufgestellt. Ein Schwerlasttransporter hatte das 28 Tonnen wiegende Bauteil mit den Maßen fünf mal drei Meter geliefert. Mit einem Kran wurde es parallel zur Straße gestellt. Noch ist nicht viel als ein paar Schaltschränke im Inneren zu sehen. An diesem Verteiler werden sternpunktförmig alle Glasfaserkabel rund um Röhrsdorf von insgesamt zwölf Ortsteilen zusammenlaufen. „Es ist schon Teil Nummer 21, das ich hier setze“, sagt Frank Barthel von der Firma SysKom Kommunikationstechnik Chemnitz. Viele dabei stehen im Erzgebirge. In Klipphausen sind es insgesamt nur drei. Der erste Hauptverteiler wurde Anfang Juli in Seeligstadt aufgestellt. Noch am Dienstag folgte der letzte Hauptverteiler in Klipphausen.

Anzeige
Arbeitsschutz für Profis
Arbeitsschutz für Profis

Vom Handschuh bis zum Helm, von Atemschutz bis Berufsbekleidung: bei HOLDER in Dresden ist das Angebot riesig.

1.000 Haushalte werden an dem Verteiler in Röhrsdorf hängen. Jeweils 1.500 in Klipphausen und Seeligstadt. Bis jetzt wollen sich 93 Prozent in der Gemeinde an das Glasfasernetz anschließen lassen. 95 Prozent hatte sich Bürgermeister Mirko Knöfel (parteilos) gewünscht. „Die zwei Prozent kriegen wir auch noch hin“, blickt er optimistisch in die Zukunft.

Bürgermeister Mirko Knöfel schaut in das Innere des Verteilers, wo demnächst die Glasfaseranschlüsse von zwölf Ortsteilen zusammenlaufen.
Bürgermeister Mirko Knöfel schaut in das Innere des Verteilers, wo demnächst die Glasfaseranschlüsse von zwölf Ortsteilen zusammenlaufen. © Robin Geyer

Die Tiefbauarbeiten gehen gut voran, der Großteil werde dieses Jahr abgeschlossen sein, „wenn der Winter nicht dazwischenfunkt. Grundsätzlich sind wir im Zeitplan“, sagt der Bürgermeister. Große Überraschungen habe es bisher nicht gegeben. Allerdings, „haben wir mit weniger Fels gerechnet“, sagt Knöfel. Die Folge, die Technologie musste teils umgestellt werden, verbunden mit höheren Kosten.

Im August 2022 soll das Glasfaserprojekt beendet sein. Wer in den Genuss der Erst-Angeschlossenen kommt, ließe sich laut Knöfel schwer sagen. Er gehe aber davon aus, dass es die Einwohner rund um Röhrsdorf, Riemsdorf und Ullendorf sein werden. Priorität haben auf jeden Fall die zwei Grundschulen und die Oberschule. Geplant war, zum Schuljahresbeginn das Turbo-Internet zur Verfügung zu stellen, „das werden wir aber nicht ganz schaffen“, sagt Knöfel. Am längsten werden wahrscheinlich die Bürger in den Regionen um Wildberg, Batzdorf und Bockwen warten müssen.

Straßen-Vollsperrungen werden genutzt

Klipphausen hatte sich für den Bau des Breitbandnetzes in Eigenregie entschieden. Die meisten anderen Kommunen schließen lediglich einen Kooperationsvertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen ab, das dann selbst die Tiefbauarbeiten organisiert. Nach wie vor ist Knöfel von dem Modell überzeugt, „wir haben den Bau viel stärker in der Hand, können vorausschauend bauen.“ Als Beispiele nennt er das sich entwickelnde Wohngebiet am Kreisverkehr in Klipphausen oder die geplanten Gewerbegebietserweiterungen, die bereits berücksichtigt werden. Zudem wurden sich Hofstrukturen angesehen und danach Reserven für einen späteren Anschluss eingeplant. Auch kann die Gemeinde die gleichzeitige Verlegung von Trinkwasserleitungen und teils auch Beleuchtungskabeln planen und damit ein mehrfaches Aufreißen von Straßen oder Gehwegen vermeiden.

Für die Glasfasernetz-Tiefbauarbeiten werden auch geplante Vollsperrungen wegen Straßenbaus genutzt. Beispielsweise werden auf der Kreisstraße zwischen Constappel und Pinkowitz vom 26. Juli bis 13. August Asphaltschicht und Bankette erneuert. In dieser Zeit werden dann die restlichen Arbeiten für Breitband am Langen Weg ausgeführt, informiert Sven Pforte von der Firma Rhön-Montage.

Knöfel: „Bei Nachträgen werden die Marktpreise explodieren“

Die Herausforderung laut Bürgermeister sei, die Kosten bei den in 16 Ortsteilen parallel verlaufenden Bauarbeiten im Blick zu behalten. „Ich will vermeiden, dass die Schlussrechnung dann 30 Prozent höher ausfällt.“ Laut Knöfel liegen die Kosten derzeit bei 30 Millionen Euro, 90 Prozent werden durch Bund und Land gefördert. Die restlichen zehn Prozent muss die Gemeinde aufbringen. Eine weitere Herausforderung werde die Materiallieferung sein. Zeitlich, aber vor allem auch die Preise betreffend. „Bei Nachträgen werden die Marktpreise explodieren“, schätzt Knöfel ein. Er mache sich aber deshalb keine Sorgen, noch sei laut seinen Informationen das Fördergeld für Breitband da.

Weiterführende Artikel

„Wir werden die Gemeinde einmal komplett aufgraben“

„Wir werden die Gemeinde einmal komplett aufgraben“

Bald beginnen die Bauarbeiten für das schnelle Internet in ganz Klipphausen. Noch nie wurde ein Verfahren so schnell durchgezogen.

Derzeit sind die drei Hauptverteiler graue, unansehnliche Kästen. Doch das wird nicht so bleiben. Heiko George vom Klipphausener Bauamt hat sich etwas einfallen lassen. So sollen die Bauteile mit Graffiti und Airbrush gestaltet werden. Wie, dazu hat er auch schon konkrete Vorstellungen. Passend zum Gewerbegebiet in Röhrsdorf etwas Gewerbliches, in Seeligstadt Landschaftliches und in Klipphausen wird es ein Spielplatz sein.

Mehr zum Thema Meißen