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Zum Schuljahresbeginn noch nicht fertig

Die Bauarbeiten auf dem Questenberg kommen nicht wie geplant voran. Das überrascht nicht – wohl aber der Umgang damit.

Schwierige Baustelle: Um die Grundschule auf dem Questenberg erweitern zu können, wird parallel zur Sanierung des bestehenden Schulhauses ein weiteres Schulgebäude neu gebaut. Dabei ist es zu erheblichen Verzögerungen gekommen.
Schwierige Baustelle: Um die Grundschule auf dem Questenberg erweitern zu können, wird parallel zur Sanierung des bestehenden Schulhauses ein weiteres Schulgebäude neu gebaut. Dabei ist es zu erheblichen Verzögerungen gekommen. © Claudia Hübschmann

Meißen. "Manche Lieferung kommt nicht oder verspätet, die Berufspendler aus Polen oder Tschechien können keine festen Zusagen mehr machen, Wartezeiten für Betonfertigteile und bestellte Baumaterialien verlangen von Bauleiter und Vorarbeiter einiges an Improvisationsvermögen. Kurz und gut: Die Lieferkette ist angespannt, und auch die Mitarbeiter der beteiligten Baugewerke stehen vor der Herausforderung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor dem Hintergrund des eingestellten Schul- und Kindergartenbetriebs zu gewährleisten.“

So stand es bereits am 28. März in der Zeitung – in einem Bericht über die Bauarbeiten an der Questenbergschule. Damals bereits schien absehbar, dass die Corona-Pandemie nicht ohne Auswirkungen auf die Abläufe bei Meißens derzeit größtem Bauvorhaben bleibt. In enger Abstimmung mit den Baufirmen wurde versucht gegenzusteuern, um Verzögerungen vor allem beim Neubau am Schulstandort aufzuholen, heißt es aus der Stadtverwaltung. So wird bereits seit März auch sonnabends auf dieser Baustelle gearbeitet.

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Dennoch: Der Neubau benötigt nach aktuellem Ablaufplan mehr Zeit. So teilt es die Stadtverwaltung in einer jetzt veröffentlichten Pressemitteilung mit. Wie viel Zeit genau, lasse sich momentan nicht sagen, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. Denn noch sei nicht klar, mit welchen (weiteren) coronabedingten Beschränkungen in den kommenden Wochen zu rechnen ist oder wie sich der Winter auf den Baufortschritt auswirkt – zumal die Baustelle aufgrund ihrer geografischen Lage schwierig zu handhaben ist.

Das war im Februar 2017 bereits diskutiert worden. Damals hatten die Stadträte mehrheitlich entschieden, den Questenberg als Standort für den Ausbau der Grundschule zu belassen. Fünf Stadträte hatten vor dreienhalb Jahren dagegen votiert und dies vor allem mit der ungünstigen Zuwegung des Standortes auf dem Questenberg begründet.

Genau genommen wird dort an zwei Bauvorhaben gearbeitet: Zum einen wird vorhandene Bausubstanz der bestehenden Grundschule saniert. Außerdem entstehen ein neues Schulgebäude, um die notwendige Raumzahl zu erreichen, die den Betrieb einer dreizügigen Schule ermöglicht, sowie eine neue Turnhalle. Insgesamt investiert die Stadt 15,5 Millionen Euro in dieses Projekt.

Auswirkungen auf den Schulbetrieb

Dass sich die Bauabläufe, in die von Anfang an einige Wochen Puffer eingeplant wurden, verzögern, kann vor diesem Hintergrund kaum überraschen. Überraschend hingegen ist der Umgang mit dieser Tatsache. Beim Richtfest für den Neubau hieß es am vergangenen Mittwoch noch: Alle Verzögerungen wurden aufgeholt, wie zahlreiche Anwesende bestätigen. Erst als sich die Projektmanagement-Firma meldete und darauf hinwies, dass der Neubau einer anderen Terminkette unterliege, räumte das Rathaus in einer Pressemitteilung ein, dass „eine Fertigstellung aller Gebäudeteile zum Schuljahresbeginn 2021/2022 nicht gesichert ist“.

Bis zu einem halben Jahr kann es sich hinziehen, bis auf dem Questenberg alles fertig ist. So ist es hinter den Kulissen zu vernehmen, und darauf müssen sich wohl Planer in verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung einstellen. Denn die Verzögerungen auf dem Bau wirken sich auf den Schulbetrieb in der Stadt aus. Die Suche nach Lösungen habe absoluten Vorrang, geben Stadträte den aktuellen Stand der Diskussionen um die heikle Frage wider, warum die Öffentlichkeit nicht früher informiert wurde.

Am 6. September 2021, wenn das neue Schuljahr beginnt, wird es im Ausweichquartier der Questenberg-Grundschüler eng. Seit Schuljahresbeginn 2019/20 werden sie in der neuen 4. Grundschule am Aritaring unterrichtet. Am Beginn des nächsten Schuljahres, wenn die Gäste eigentlich wieder auf dem Questenberg zur Schule gehen sollten, ist in der 4. Grundschule die Eröffnung einer weiteren ersten Klasse vorgesehen.

Das Planungsteam erarbeite gemeinsam mit der Stadt und der Schule „derzeit Varianten für eine Interimslösung“, heißt es aus dem Rathaus. Entsprechend des im kommenden Frühjahr erreichten Baufortschrittes werde sich dann die konkrete Interimslösung darstellen lassen.

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„Welche Interimslösungen in diesem Fall in Frage kommen, ist noch offen – darüber wird derzeit beraten“, erklärt Rathaus-Sprecherin Katharina Reso auf Nachfrage der SZ. Denkbar seien eine Unterbringung am erweiterten Standort der 4. Grundschule oder auch eine Teilinbetriebnahme der Questenberg-Grundschule, fügt sie hinzu. „Das Wichtigste: die Lösung soll für Kinder, Lehrer und Eltern annehmbar sein.“

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