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Männliche Bewerber ausdrücklich gesucht

Das Lommatzscher Ordnungsamt soll verstärkt werden. Zudem gibt es im Rathaus mehrere Personalwechsel.

Im Lommatzscher Rathaus gibt es demnächst einige Personalveränderungen.
Im Lommatzscher Rathaus gibt es demnächst einige Personalveränderungen. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch. Autofahrer in Lommatzsch haben es gut. Es gibt in der Stadt keinen einzigen gebührenpflichtigen Parkplatz. Und wer auf einem Kurzzeitparkplatz die Parkuhr vergisst oder sein Auto dort länger stehen lässt als erlaubt oder wer gänzlich falsch parkt, für den ist das Risiko, erwischt und bestraft zu werden, ziemlich überschaubar. Die Stadt hat zwar eine Mitarbeiterin im Ordnungsamt, doch im Außendienst ist sie meist nur einen Tag in der Woche. Ansonsten ist sie mit Bürokram beschäftigt. Doch das soll sich nun ändern.

Fast nur Frauen beschäftigt

Die Stadt plant, eine weitere Stelle für den Bereich Ordnung und Sicherheit zu schaffen. Bemerkenswert ist, dass ausdrücklich Männer aufgefordert werden, sich für die Stelle zu bewerben. "Im Zuge der beruflichen Gleichstellung von Mann und Frau werden Männer besonders aufgefordert, sich zu bewerben", heißt es in der Ausschreibung.

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Ist das ein Ausgleich dafür, dass in der Stadtverwaltung - mit Ausnahme des Bauhofes - fast ausschließlich Frauen beschäftigt sind? Nicht unbedingt, sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). "Die Gleichberechtigung hängt eher mit dem Charakter der Stelle zusammen. So ist es zum Beispiel besser und sicherer, wenn bei bestimmten Kontrollen wie die von gefährlichen Hunden oder bei Wohnungsräumungen ein Mann dabei ist", so die Bürgermeisterin. Zudem seien in manchen Situationen Zeugen notwendig, sodass zwei Leute erforderlich seien.

Doch eine zweite Politesse soll der neue Mitarbeiter oder die neue Mitarbeiterin nicht werden. "Aufgabe ist es vor allem, die jetzige Mitarbeiterin von Büroarbeit zu entlasten und ihr mehr Zeit für den Vollzugsdienst zu geben", sagt Anita Maaß.

Das Aufgabengebiet umfasst neben Angelegenheiten und Aufgaben der Stadt als Ortspolizeibehörde wie das Überwachen des fließenden Verkehrs, das Durchsetzen der Polizeiverordnung und der städtischen Satzungen, aber auch Aufgaben des Brand- und Katastrophenschutzes, das Organisieren von Wahlen und Abstimmungen oder Organisation des Arbeitsschutzes.

Weil nicht alle Räumlichkeiten und Einsatzbereiche barrierefrei zu erreichen sind, sei ein gewisses Mindestmaß an Mobilität erforderlich, heißt es. Bis Ende Oktober können sich Interessenten für die Stelle, die nach der Entgeltgruppe 9b des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst vergütet wird, bewerben.

Verwiesen wird darauf, dass der Einsatz auch entgegen üblicher Arbeitszeiten erfolgen kann und der Bewerber oder die Bewerberin Bereitschaft zur ehrenamtlichen Tätigkeit in der freiwilligen Feuerwehr mitbringen sollte. Zur Einstellungsvoraussetzung darf dies allerdings nicht gemacht werden.

Stühlerücken im Rathaus

Auch sonst gibt es im Rathaus ein "Stühlerücken". Grund ist, dass demnächst zwei Mitarbeiterinnen in Altersrente gehen. So wird die Mitarbeiterin im Bürgermeistersekretariat durch eine Auszubildende, die im Sommer nächsten Jahres auslernt, ersetzt. Diese soll bereits im September 2022 fest eingestellt werden, damit sie vier Monate eingearbeitet werden kann. Die Stelle der jetzigen Sekretärin fällt ab 2023 weg.

Aufgrund der Renteneintritte seien ab Januar 2023 auch umfangreiche Aufgabenverteilungen vorzunehmen. Auch die Mitarbeiterin für Rechtsangelegenheiten und Versicherung geht in den Ruhestand. Deren Stelle soll ab 1. Juli nächsten Jahres künftig von 38 auf 32 Wochenstunden reduziert werden, während die Mitarbeiterin allgemeine Bauangelegenheiten ab 2022 von 32 auf 38 Wochenstunden heraufgesetzt wird.

Gleichzeitig erhält der Bauhof eine neue Stelle für 20 Wochenstunden. Diese ist bisher mit einer Aushilfe besetzt. "Dadurch sollen sich die Mitarbeiter des Bauhofes auf das Kerngeschäft konzentrieren können und gleichzeitig von einfachen Arbeiten entlastet werden", begründet die Rathauschefin.

"Bei der Neustrukturierung wurde den Stellen eine höhere Eigenverantwortung zugeteilt. Grund hierfür ist das Erfordernis, auf den demografischen Wandel zu reagieren und in unserer kleinen Verwaltung die Attraktivität der Stellen für gut ausgebildete Mitarbeiter auch in Zukunft zu gewährleisten", so die Bürgermeisterin. Der Personalrat sei beteiligt worden, das grundsätzliche Einverständnis der Betroffenen liege vor.

Folge der Um- und Neubesetzungen ist allerdings, dass die Personalkosten weiter ansteigen werden. Im kommenden Jahr sind das 70.000 Euro, ab 2023 immer noch jährlich etwa 25.000 Euro mehr.

Teuer könnte es auch für Autofahrer werden. Die Politesse wird jedenfalls künftig öfter im Außendienst unterwegs sein.

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