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PLUS Meißen

Mehr Bioabfall schafft keiner

Dank der kostenlosen braunen Tonne hat der Kreis Meißen im Freistaat einen Spitzenplatz erobert.

55 Prozent der Einwohner in den Kreisen Meißen und Pirna waren laut Abfallbilanz 2019 per brauner Tonne an die Biogut-Sammlung angeschlossen. Das ist trotz Freiwilligkeit ein Spitzenwert.
55 Prozent der Einwohner in den Kreisen Meißen und Pirna waren laut Abfallbilanz 2019 per brauner Tonne an die Biogut-Sammlung angeschlossen. Das ist trotz Freiwilligkeit ein Spitzenwert. © Patrick Seeger/dpa

Meißen. Insgesamt 120 Kilogramm Bioabfall pro Einwohner sind 2019 im Gebiet des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal gesammelt worden. Der ZAOE umfasst die Landkreise Meißen und Pirna. Mit diesem Ergebnis steht der Verband in diesem Müllbereich an der Spitze im Freistaat. Der sächsische Durchschnitt liegt bei 43 Kilogramm pro Jahr und Einwohner. So ist es der jetzt veröffentlichten Abfallbilanz des Umweltlandesamtes zu entnehmen.

Begründet liegt dieses Ergebnis in einer Offerte von 2016. Für fünf Jahre - das heißt noch bis Ende dieses Jahres - bot der Abfallzweckverband Oberes Elbtal (ZAOE) seinen Kunden damals an, die Biotonne kostenlos zu leeren. Hintergrund: Der Gesetzgeber hatte die Abfallsammler zuvor verpflichtet, Biomüll mittels finanzieller Anreize möglichst flächendeckend getrennt einzusammeln und einer Vermischung etwa mit Restmüll vorzubeugen.

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In anderen Regionen wurden Grundstückseigentümer in der Konsequenz zwangsweise verpflichtet, braune Tonnen aufzustellen und diese regelmäßig leeren zu lassen. Die Bürger im oberen Elbtal und im Osterzgebirge erhielten dagegen die Möglichkeit, sich freiwillig für die braune Tonne zu entscheiden. Und sie machten in großem Umfang davon Gebrauch.

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In der Folge setzte ein regelrechter Ansturm auf den braunen Abfallbehälter ein. Allerdings führten die riesigen Mengen an Biomüll verbunden mit weiteren Kostenanstiegen im Abfallbereich zu einem finanziellen Problem. Der Verband musste neu kalkulieren. Um ein 2021 drohendes Loch von rund 23 Millionen Euro zu verhindern, sah sich der Verband gezwungen, die Gebühren ab 2020 auf 70 Euro pro Person und Jahr anzuheben. Bezogen auf 2018 war dies ein Plus von 35 Prozent. Allerdings schaffte es der ZAOE auf diese Weise, bis 2019 insgesamt 55 Prozent der Einwohner in seinem Gebiet in seine Bioabfallsammlung per brauner Tonne einzubeziehen. Trotz Anschluss- und Benutzungspflicht lag der Landkreis Bautzen 2019 nur bei 60 Prozent.

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