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Meißen baut Kita-Plätze ab

Mit den Geburtenzahlen sinkt auch der Bedarf. Für eine Einrichtung gibt es schon einen neuen Interessenten.

Die Zahl der Kita-Plätze in Meißen soll dem Bedarf angepasst werden.
Die Zahl der Kita-Plätze in Meißen soll dem Bedarf angepasst werden. © dpa

Meißen. Vier Punkte umfasst ein Beschluss zur „Anpassung der Plätze im Rahmen der Kita-Bedarfsplanung“, den die Stadträte einstimmig fassten. Demnach soll die Zahl der Plätze in den Kindereinrichtungen in den nächsten zwei Jahren reduziert werden. Die Leiterin des städtischen Familienamtes Katrin Nestler begründete den von ihr vorgelegten Beschlussentwurf mit Auswirkungen des Geburteneinbruchs am Beginn der 1990er-Jahre und dessen Fortwirkungen, die jetzt ausgeglichen werden müssten. So wurden 2019/20 insgesamt 263 Kinder in Meißner Familien geboren, für den Zeitraum 2020/21 sind voraussichtlich 220 Geburten zu erwarten.

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In Anbetracht dieser Tatsachen erscheint es geboten, die im Stadtgebiet vorhandenen Kita-Kapazitäten planmäßig an den sinkenden Bedarf anzupassen. Dabei soll die Verteilung der Plätze in allen Stadtgebieten ebenso gewahrt bleiben wie das Verhältnis von Kindereinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft, erklärte die Familienamtsleiterin.

Im Einzelnen sieht der Beschluss vor, die Außenstelle der Kita „Zwergenmühle“, für die 2012 im Kaufland-Komplex an der Schützestraße Räume als Interimslösung angemietet wurden, in zwei Schritten zu schließen. Demnach soll in diesem Jahr eine Gruppe wegfallen. Im nächsten Sommer soll die Außenstelle komplett schließen. Geprüft werden soll auch die schrittweise Reduzierung der Plätze in der Kindertagespflege. Dabei soll auf Kündigungen verzichtet werden, wie Katrin Nestler betonte. Frei werdende Stellen infolge Renteneintritts oder Aufgabe von Tagesmüttern sollen nicht nachbesetzt werden.

Der Beschluss sieht außerdem vor, die von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Kita „Wichtelburg“ an der Smetanastraße aus dem Bedarfsplan der Stadt Meißen herauszulösen und an die Gemeinde Niederau zu übergeben. Ohnehin würden mehrere Kinder aus Niederau in Meißner Einrichtungen als sogenannte Fremdgemeinde-Kinder betreut, wie Katrin Nestler bei der Begründung des Vorschlages ausführte. Die Verwaltung der Gemeinde habe bereits signalisiert, einen Mietvertrag über zehn Jahre abzuschließen. Von der Übergabe der Einrichtung würden beide Seiten profitieren: Niederau bräuchte keine neue Kita bauen, während die Stadt Meißen auf die Schließung der Einrichtung verzichten könnte.

Angesichts der bevorstehenden Schließung der Außenstelle fragte Stadtrat Tilo Hellmann (Linke) nach der Zukunft der Kita „Zwergenmühle“. Die Kita bleibe mit 140 Plätzen erhalten und sie werde im Triebischtal gebraucht, erklärte Katrin Nestler. (SZ/da)

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