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Meißen in aller Munde

Das Stadtjubiläum 2029 sollte vor allem mit dem Blick auf das darauffolgende Jahr vorbereitet werden, regt Kulturreferentin Sara Engelmann an.

Von Harald Daßler
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Die Burg und die Mark Meißen wurden 929 durch König Heinrich I. gegründet. Das 1.100-jährige Jubiläum dieses Ereignisses soll 2029 mit einem Festjahr gewürdigt und gefeiert werden.
Die Burg und die Mark Meißen wurden 929 durch König Heinrich I. gegründet. Das 1.100-jährige Jubiläum dieses Ereignisses soll 2029 mit einem Festjahr gewürdigt und gefeiert werden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Eine „lebens- und liebenswerte Stadt“ – für Kulturreferentin Sara Engelmann ist das der Ausgangspunkt aller Überlegungen, wenn es um die Vorbereitung des 1.100-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 2029 geht. Zu den herausragenden Stärken der Stadt gehören außerdem die Herstellung wertvoller Kulturgüter, wofür vor allem die Porzellan-Manufaktur und die über 850-jährige Weinbautradition stehen.

Starke Ideen und Projekte, die vor allem durch bürgerschaftliches Engagement getragen sind, haben zu positiven Entwicklungen in verschiedenen Teilen der Stadt geführt, erklärte die Kulturreferentin im Sozial- und Kulturausschuss, wo sie über die Vorbereitung des Jubiläumsjahres berichtete. Die Aufzählung der Stärken setzte sie mit dem Verweis auf Meißen als Bildungsstandort fort. Im Bereich der Nachwuchsförderung und Ausbildung setzt das Landesgymnasium St. Afra ebenso Maßstäbe wie die Arita-Grundschule mit ihren Projekten oder die Hochschule der Sächsischen Verwaltung.

Die Aufmerksamkeit, die Meißen mit seinem Jubiläum auch über die Stadtgrenzen hinaus erfährt, sollte genutzt werden, um „Projekte mit großer Strahlkraft“ in die Stadt zu holen, wie die Kulturreferentin formuliert. Damit könne Meißen Zeichen setzen. Unter dem Motto „Lassen wir die Welt teilhaben“ regte die Kulturreferentin an, das Jubiläumsjahr so zu gestalten, dass es viele Begegnungen zwischen den Menschen ermöglicht.

Meißen kann die von Sara Engelmann benannten Stärken am besten zur Geltung bringen, wenn das Jubiläum im gesamten Jahr 2029 in der Stadt präsent ist. Sie schlägt vor, das Stadtjubiläum als Bürgerfestspiele vorzubereiten und zu begehen. Damit meint sie vor allem, die Feier des Jubiläums nicht auf einen Festakt oder einen Festumzug zu beschränken. Vielmehr schließe diese Überlegung ein, möglichst viele Bürger einzubeziehen und Begegnungen zu ermöglichen – bei vielfältigen Veranstaltungen, Foren, Symposien, Konzerten, Wettbewerben, Ausstellungen. Ebenso gelte es, schon jetzt den Blick auf das Jahr 2030 zu richten und das Jubiläumsjahr unter der Fragestellung „Was bleibt?“ vorzubereiten.

Diese Überlegungen sollen nun in ein Konzept einfließen, wie Sara Engelmann im Ausschuss betonte. Einen ersten Entwurf werde sie zunächst in den Gremien des Stadtrates präsentieren. Wenn er dort grünes Licht erhält, werde er öffentlich gemacht. Ehe mit Detailplanungen begonnen, weitere thematische Arbeitsgruppen gebildet und konkrete Arbeitsaufträge formuliert werden können, müsse über die Rechtsform entschieden werden. Um ein Projekt wie die Vorbereitung des 1.100-jährigen Stadtjubiläums steuern zu können, böten sich eine gemeinnützige GmbH oder ein Verein an. Sie plädiere für die Rechtsform, die „im besten Fall bürgernah und verwaltungsarm“ ist, so die Kulturreferentin. Im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, über den die Stadträte in der nächsten Woche abstimmen, sind 30.000 Euro für die Vorbereitung des Stadtjubiläums eingeplant.

In der Debatte machte Stadtrat Andreas Stempel von der CDU/FDP/Freie Bürger/U.L.M.-Großfraktion darauf aufmerksam, dass im Meißner Jubiläumsjahr sich auch die Gründung der Markgrafschaft Meißen zum 1.100-mal jährt. Daraus sowie aus der Tatsache, dass Meißen als die Wiege Sachsens gilt, ergebe sich auch eine Verantwortung für den Freistaat Sachsen. „Der Freistaat ist sich seiner Rolle bewusst“, sagte Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Er habe bereits Gespräche mit dem Ministerpräsidenten und der Staatskanzlei in Dresden geführt. Einig sei man sich bereits darin, dass das Jubiläum über den gesamten Verlauf des Jahres 2029 begangen und gefeiert werden soll.

Ute Czeschka von der Bürger für Meißen/SPD-Fraktion nannte die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Freistaates Sachsen 2015 auf dem Meißner Burgberg als ein Beispiel dafür, wie das Jubiläum 2029 nicht begangen werden sollte. Die Stadt und ihre Bürger hätten dort überhaupt keine Rolle gespielt, sagte die Stadträtin. Sie sprach sich dafür aus, die Meißner Jugend in Aktivitäten und Projekte zur Vorbereitung des Jubiläums einzubinden. In acht Jahren werden viele von ihnen dann zu den jungen Familien in der Stadt gehören und damit zu einer der wichtigsten Zielgruppen.