merken
Meißen

Meissener-Sammlung für Millionen versteigert

Sotheby's versteigerte die Sammlung der jüdischen Familie Oppenheimer, welche die Nazis im "Führermuseum" Linz ausstellen wollten.

Margarethe und Franz Oppenheimer bauten Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin eine Sammlung mit Meissener Porzellan aus den Anfangsjahren der Manufaktur auf. Die Kollektion wurde jetzt für 15 Millionen Dollar versteigert.
Margarethe und Franz Oppenheimer bauten Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin eine Sammlung mit Meissener Porzellan aus den Anfangsjahren der Manufaktur auf. Die Kollektion wurde jetzt für 15 Millionen Dollar versteigert. © Sotheby's

Eine umfangreiche Sammlung von Meissener Porzellan ist in New York für mehr als 15 Millionen Dollar (etwa 13 Millionen Euro) versteigert worden. Das sei mehr als fünfmal so viel wie zuvor erwartet, teilte das Auktionshaus Sotheby's am Dienstag mit.

Die rund 100 Stücke stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Sie wurden von Franz und Margarethe Oppenheimer gesammelt, bevor das Paar vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen musste. Ihre Porzellan-Sammlung wechselte danach mehrfach den Besitzer und landete schließlich in niederländischen Kunstmuseen.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Möglich wird die Versteigerung durch die Rückgabe der Sammlung aus den Beständen des Rijksmuseums in Amsterdam an die Erben von Margarethe und Franz Oppenheimer. Das jüdische Paar war vor den Nationalsozialisten zunächst nach Wien und anschließend nach New York geflohen. Die genauen Umstände, wann und wie sich die Sammler von ihren Beständen trennen, sind nicht abschließend geklärt. Bekannt ist, dass ein Großteil der Sammlung von dem in Amsterdam ansässigen jüdisch-deutschen Bankier Fritz Mannheimer erworben wurde. Der Finanzmann besaß damals eine der wertvollsten privaten Kunstsammlungen in Europa.

Anfang 1941 verfügt Adolf Hitler den „umgehenden Kauf der Sammlung Mannheimer“ durch seinen Sonderbeauftragten für dieses Gebiet, den Chef der Dresdner Gemäldegalerie Hans Posse. Geplant war, die Porzellane im sogenannten Führermuseum in Linz zu zeigen. Nach einigem Hin und Her wurde die Kollektion durch den höchsten Nazi-Kunsträuber Kajetan Mühlmann erworben und gegen Kriegsende in dem österreichischen Salzbergewerk Altaussee versteckt. (SZ/mit dpa)

Mehr zum Thema Meißen