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Meißen
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Meißener Schüler bringen TV-Show auf die Bühne

Unter dem Titel "Cringe" stellten Mädchen und Jungen der Pestalozzi-Oberschule jetzt das Ergebnis ihres aktuellen Theater-Projektes vor.

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Auf der Bühne zeigten sich die Schülerinnen als Mitwirkende einer Fernsehshow.
Auf der Bühne zeigten sich die Schülerinnen als Mitwirkende einer Fernsehshow. © Pestalozzi-Oberschule Meißen

Meißen. "Cringe" ist ein englisches Wort, das wortwörtlich "zusammenzucken" oder "erschaudern" bedeutet. In der deutschen Jugendsprache wird dieses Wort verwendet, um auszudrücken, dass sich jemand fremdschämt für etwas, das er als höchst peinlich oder unangenehm empfindet. Diesen Titel wählten die Mädchen und Jungen der Theaterwahlbereiche für ihr neues, selbstgeschriebenes Stück und die gleichnamige Sendung darin aus. Auf der Bühne des Meißner Theaters hatte es jetzt Premiere.

In dem Stück starten zehn Mädchen in einer Fernsehshow, wie man sie von vielen kommerziellen Sendern kennt. Sie erhalten Aufgaben, das Publikum soll anrufen und voten. Da gibt es zum Beispiel die Musik-Challenge, bei der unter anderem Lena Hilpert, Laura Schmidt und Elli Geneis mit ihren Gitarren, Laura Uhlig an der Bassgitarre, Nele Urbansky mit der Geige, Lisa Reichelt am Cello und Monique Mückel mit Ukulele und Gesang zu Cluesos "Gewinner" (Arrangements/Flügel Sarah Stolle) harmonieren.

Eigens produzierte Werbefilme

Frau Dr. Möbius, hervorragend durch Gloria Brunsch dargestellt, meint, dass die "sensible Psyche der Mädchen" vom Sender beachtet werden würde. Zwei Moderatoren kommentieren und führen durch die Sendung. Verschiedene weitere Charaktere werden dargestellt, so zum Beispiel die Schüchterne (Elli Geneis), die dynamisch Aufbrausende (Nancy Wendrich), die phlegmatisch Gechillte (Nele Urbansky), die selbstbewusste Naschkatze (Laura Uhlig) oder aber die sensible Tochter einer Helikoptermutter (Monique Mückel). Letztere überzeugt mit ihrer Stimme, als sie einsam in der Nacht ihrer Mutter ein Lied widmet (frei nach Stay / Rihanna) und ihr darin erklärt, dass sie die Trennung ihrer Eltern nur schwer verarbeitet hat und sich nun von ihr eingeengt fühlt.

In ihren Hausmeister-Rollen sorgten Diego Werner und Dominic Spilka für allerhand Lacher.
In ihren Hausmeister-Rollen sorgten Diego Werner und Dominic Spilka für allerhand Lacher. © Pestalozzi-Oberschule Meißen

Ernste aber auch lustige Situationen wechseln sich ab: So bringen die Einlagen der beiden Hausmeister (Diego Werner und Dominic Spilka) einiger Lacher, wenn sie sich beispielsweise über die vielen Haare der Mädchen, also über die viele Arbeit beschweren. Dynamik und Abwechslung erhält das Stück durch die vielen selbstproduzierten Werbefilme.

2024 zurück auf der Bühne

Denn erst sehr spät erfahren die Mädchen durch eine Nachrücke-Kandidatin (Stella Fröhlich), dass sie nur für eine riesige Werbemaschinerie missbraucht werden. Nun begehren sie auf, lassen so nicht mit sich umgehen, drücken gemeinsam auf den Buzzer und verlassen die Sendung. Unterhaltung und Zeitkritik bestimmten das Stück "Cringe". Die Texte stammen von der das Theaterprojekt betreuenden Lehrerin Michaela Kläber, die zugleich die Regie übernahm.

Das Publikum war begeistert und forderte eine Zugabe, auch als Lucas Horstmann beatboxend mit dem Publikum von den Teilnehmerinnen musikalisch wissen wollte: "Sagt uns, was ihr wollt!"

"Die Mädchen und Jungen der Pestalozzi-Oberschule bedanken sich beim Theater Meißen für eine hervorragende Zusammenarbeit", fügt Michaela Kläber ihrem Bericht von der Premiere hinzu. Sie freuen sich schon auf 2024, wenn sie im Frühjahr wieder auf dieser Bühne stehen dürfen. (SZ)