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Meißner Domherr und Theologe Christoph Wetzel ist gestorben

Der Prorektor der Kirchenmusikschule starb Ende Mai mit 92 Jahren. Er setzte sich für den Meißner Dom ein.

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Christoph Wetzel als Domherr in Meißen im Jahr 2006. Der Theologe und Domherr starb am 28. Mai.
Christoph Wetzel als Domherr in Meißen im Jahr 2006. Der Theologe und Domherr starb am 28. Mai. © Foto: Hochstift Meißen

Von Hans-Peter Hasse

Meißen/Dresden. „Die Musik habe ich allzeit lieb gehabt“ – dieser Satz, der aus den Tischreden von Martin Luther stammt, hätte auch von dem Dresdner Theologen und Meißner Domherrn Christoph Wetzel geschrieben sein können, der sich schon in seiner Kindheit für das Orgelspiel begeisterte. Nach dem Theologiestudium schrieb er eine Doktorarbeit über „Die theologische Bedeutung der Musik im Leben und Denken Martin Luthers“ (1954) und von 1983 bis 1994 arbeitete er als Dozent für Theologie an der Dresdner Kirchenmusikschule – seit 1992 Hochschule für Kirchenmusik, zuletzt als Prorektor. 1988 wurde er Domherr in Meißen, wo er sich ehrenamtlich für die Erhaltung des Domes einsetzte. Am Vortag des Sonntags Exaudi – dem traditionellen Kapiteltag des Meißner Hochstiftes – ist Christoph Wetzel am 28. Mai in Dresden im Alter von 92 Jahren gestorben.

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Christoph Wetzel wurde 1929 in Stenn bei Zwickau als Sohn eines Pfarrers geboren. Als nach dem Abitur die Berufswahl anstand, entschied er sich für das Studium der Theologie, bekannte jedoch: „Theologie und Kirchenmusik zogen mich in gleicher Weise an.“ 1956 wurde er Pfarrer in Regis-Breitingen, 1964 wechselte er an die Thomaskirche in Leipzig. 1972 übernahm er in Leipzig die Leitung des Predigerkollegs St. Pauli, wo junge Theologen für ihren Dienst als Pfarrer vorbereitet wurden. 1976 wurde er Superintendent für den Kirchenbezirk Dresden-Nord. Damit war er in Dresden angekommen, wo er seitdem lebte und wirkte.

Christoph Wetzel verfasste eine große Zahl von Publikationen zur Kirchengeschichte der Stadt Dresden und insbesondere zur Geschichte der Frauenkirche, deren Wiederaufbau er mit Freude verfolgte. Als der Wiederaufbau vollendet war, gestaltete er in der Frauenkirche ehrenamtlich Führungen und Andachten.

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Die Evangelisch-lutherische Kirche Sachsens wird die Verdienste von Christoph Wetzel in Erinnerung behalten: sein segensreiches Wirken als Pfarrer, Prediger und Seelsorger, seinen Beitrag für die Ausbildung junger Theologen und Kirchenmusiker, sein Engagement für den Dom zu Meißen und die Frauenkirche zu Dresden und nicht zuletzt seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Kirchenmusik und zur Kirchengeschichte.

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